Lamb Of God „Wrath“

lambofgod_coverBombenhagel und Granaten!!! Der Start ins neue Jahr könnte gar nicht brutaler ausfallen. Die US Bürger mit blutrünstig gnadenlosem Metalhintergrund zeichnen das Jahr 2009 in ihren eigenen Konturen. Stimmgewaltig und unübertroffen brachial streifen die Kollegen um Sänger Randy Blythe die Gefilde zwischen Gut und Böse dermaßen genial, dass dem Zuhörer die Kopfhaut spannt.

Nach der erst im letzten Jahr veröffentlichten DVD „Walk With Me In Hell“, die einen sensationellen Einblick in Band- und Touralltag offenbart und enormen Tourerfolgen rund um die Welt, gehören die Lämmlein zur absoluten Weltelite des Metal. Mit dem allerneusten Studioalbum „Wrath“ geht das höllische Bombardement auch hier in Europa in die entscheidende Runde.

Opener „The Passing“ noch zart und liebevoll schwingt schon recht bald ins grandiose „In Your Words“ über. „Set To Fail“, „Contractor“ und „Fake Messiah“ folgen in rasantem Tempo und treiben selbst das letzte Staubkorn zur Flucht. Die Boxen nach diesem ersten Durchgang ziemlich gut gereinigt, bleiben noch weitere Höhepunkt auf „Wrath“ übrig. Ob „Grace“, „Everything To Nothing“ oder „Broken Hands“, jeder Song für sich der absolute Killer! Mit „Reclamation“ schließt sich die Akte: Wrath fürs erste, und schnell wird klar: hier haben Band, Produzent & Co. spitzen Arbeit geleistet. Der Endverbraucher hält die bestmögliche Qualität in den Händen.

Das Intro und Outro fügen den Kreis perfekt zusammen und Sänger Randy ist absoluter Respekt zu zollen, dieses Wahnsinnswerk bombensicher gemeistert zu haben. Nicht auszuschließen, dass Randy vor den Aufnahmen wie von tausend zähnefletschenden Höllenhunden verfolgt um diverse Häuserblocks gesprintet ist. Das ständige Spiel aus qualvollen und energischen Growls und Shouts sind die optimalen Vocals für das Lamm Gottes!

Aufgenommen wurde das Album übrigens in Studios in New York, Virginia und New Hampshire und ist hierzulande ab dem 20. Februar verfügbar. Also bitte, nichts wie hin zum lokalen Plattenhändler!!!

10/10

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Alice Cooper – Live in Hamburg

Die Hamburger Sporthalle sollte am Dienstag, den 18.11.2008 mit einem Hard Rock Erlebnis der Superlative aufwarten, denn die sensationelle Tour von Whitesnake und Altmeister Alice Cooper startete in der Hansestadt. Eine Kombination, von der Fans des melodiösen Hard Rocks bisher wohl nur leise träumen durften und deren Erfüllung nun Wirklichkeit wurde.

Zwei exzellente Live Auftritte waren vorprogrammiert und lockten reichlich, wenn auch leider nicht massenhaft, Oldschool Fans in die Halle. Als Einheizer diente die Ulmer Formation Five And The Red One, welche zwar schnörkellos rockten, sich aber dennoch nicht so ganz überzeugend in Szene setzen konnten. Nun gut, immerhin ein guter Ansatz, aber im Vergleich zu den zwei folgenden Auftritten schnell in Vergessenheit geraten.

Whitesnake, legendär und unumstritten eine der erfolgreichsten Hard Rock Bands unseres Jahrhunderts. Fontmann David Coverdale und seine Kollegen lieferten erst im Laufe des Jahres mit „Good To Be Bad“ eine weitere Erfolgscheibe ab und landeten einen weiteren großen Charterfolg.

Dieser Abend begann auch sogleich mit dem groovigen „Best Years“, bei dem soundtechnisch so einiges daneben ging und Mister Coverdale leider nicht wirklich gut zu hören war, sehr schade, gerade beim Opener. Mit „Can You Hear The Wind Blow“, „Fool For Your Loving” und „Love Ain`t No Stranger” wurde der Gig dann aber zunehmend besser und auch Coverdales unverkennbare Stimme lief endlich zu Höchstform auf, vielleicht braucht der Mann mittlerweile ja eine kleine Aufwärmphase.

Zusammen mit Doug Aldrich und seiner Akustikgitarre gab es mit „The Deeper The Love“ und „In This Love“ eine ordentliche Portion typischer Whitesnake Balladen zu hören, und das voller Überzeugung und Gefühl. Der Überklassiker „Here I Go Again“ wurde natürlich auch nicht vergessen und von den Fans ausgiebig gefeiert. Whitesnake zeigten sich absolut professionell und dennoch ein wenig kraftlos.

Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass Chefschocker Alice Cooper dem Ganzen die Krone aufsetzen sollte. Der charismatische Horror Rocker präsentierte sich humorvoll, gruselig und äußerst markant. Der Einstieg, mit beeindruckendem Schattenspiel und „It`s Hot Tonight“, machte sprachlos und fegte alle Anwesenden vom Hocker.

Mr. Cooper wusste sich perfekt zu inszenieren und ließ von der Zwangsjacke bis zum Galgen, Zombieballett und jeder Menge Kunstblut wahrhaftig nichts aus. Die Stimmung kochte und Songs wie „Feed My Frankenstein“, „Dirty Diamonds“, „Schools Out“ und „Vengeance Is Mine“ machten Spass und überzeugten auf ganzer Linie.

Die geniale Mixtur aus legendären Hard Rock Songs, verrückten Outfits, fantastischer Kulisse und einer ausgesprochen unterhaltsamen Choreographie machten den Gig zu einem unvergesslichen Ereignis. Die beiden Zugaben „Billion Dollar Babies“ und der Kultsong „Poison“ brachten die Leute dann noch mal so richtig in Wallungen und die Stimmung war einfach herrlich.

Alice Cooper hat gezeigt, dass er auch mit Anfang 60 noch so manch jüngeren Kollegen deutlich in die Tasche stecken kann. Die komplette Show war Entertainment pur, ohne dabei den musikalischen Aspekt aus den Augen zu verlieren. Endlich wissen wir welches Gefühl Wayne und Garth, schon vor langer Zeit, auf die Knie sinken ließ und schließen uns ehrfürchtig an! Meister, wir sind unwürdig!

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Wacken Open Air 2008

woa2008Faster, Harder, Louder!

Groß, größer, ZU GROSS!!!

Was einst als besinnliche Veranstaltung im gemütlichen Rahmen begann, explodiert nun seit Jahren immer stärker in Punkto Besucherzahlen & Mainstream. Im Jahre 2008 war das legendäre W:O:A bereits im März restlos ausverkauft, so etwas gab´s noch nie!

Mit gut 75.000 anwesenden Besuchern und einer deutlich veränderten Atmosphäre bzw. Struktur vor Ort, stellt sich eigentlich nur noch die Frage: Warum man vor einigen Jahren schon auf 35.000 Tickets limitiert hatte, wenn dann doch bald 100.000 Leute auflaufen?!?

Von Seiten der Veranstalter und Organisatoren wird zwar garantiert, dass nun das absolute Maximum des Festivals erreicht ist, ein Hauch Ungewissheit liegt dennoch bei Fans und Beobachtern in der Luft. Dieses Phänomen des ultimativen Riesenauflaufs sowie andere Neuerungen in der großen weiten Wacken Welt sind zumindest dem Metalminder nicht ganz klar.

Dass sich zum Beispiel der Altersdurchschnitt im Laufe der Jahre allmählich zu verjüngen scheint, ist ganz klar ein natürlicher Mechanismus, dass dies jedoch zwangsläufig einhergeht mit unsinnigem „Wall Of Death“ und „Circle Pit“ Wahnsinn in mutierter Version, finden wir dann eher weniger angenehm. So mancher Orts machte das in diesem Jahr keinen Spaß mehr, ein lockeres: „Ich geh´ mal weiter nach vorne“ ging so gut wie nirgends mehr. Schade schade, denn das war vor nicht allzu langer Zeit noch problemlos und stressfrei möglich! Obwohl wir hier vom größten Heavy Metal Festival auf Planet Erde sprechen!

Auch das diesjährige Billing trug hier mit Bands wie z. B. Killswitch Engage zur angekurbelten Energie der Crowd bei. Wenn selbst schon die alteingesessenen Musikergrößen Backstage verlauten lassen : „Es war vor 2 Jahren schon zu groß!“, dann wäre es vielleicht an der Zeit, einen Gang runter zu schalten, bevor das WOA in der Zukunft an Charme und Behaglichkeit verlieren könnte. Das wäre wohl das allerschlimmste Tief in der Geschichte des Metal, denn egal wohin es einen auch treibt, egal wie viele andere Locations und Festivals man austestet – in Wacken ist es immer wieder am Schönsten!

Phänomen Wacken Open Air! Besonders auffällig war dieses Jahr die schier unendliche Medienpräsenz von Frühstücksfernsehen & Co. Davon war die letzten Jahre eher weniger zu sehen. Da hat die Dokumentation „Full Metal Village“ sicher auch ihren Part beigesteuert. Die Institution Wacken hat einfach ein un- beschreibliches Ausmaß angenommen, total verrückt. Reichlich fantastisch für Veranstalter und Dorf, ganz klar.

Nichtsdestotrotz bietet Wacken immer noch am Meisten, ist bestens organisiert und bringt Laune. Es ist und bleibt definitiv das beste & größte Heavy Metal Festival On Earth, komme was da wolle! Dafür ein großes Kompliment! Für das 20jährige wünscht der Metalminder alles Gute, wir stehen parat, sind gespannt und wünschen uns eine Menge Neubaugebiete auf Bauer Tredes Feldern…

Unsere Line-Up Tipps sind übrigens AC/DC, KISS & David Hasselhoff!

Danke & WACKEN 2009 – RAIN OR SHINE!!!

Aber jetzt ersteinmal viel Spaß mit dem Wacken Open Air 2008!

DONNERSTAG

Airbourne

Donnerstagabend, 18.30 Uhr! Unter der Sonne Wackens entern Airbourne die Black Stage. Die Australier schon im Vorfeld viel diskutiert und überall heißbegehrt, rockten mit ordentlich Zunder die Heavy Metal Gemeinde.

Mit ihrem Debütalbum „Runnin´ Wild“ trafen sie thematisch auf dem WOA 2008 voll ins Schwarze. Die musikalische Mischung Marke AC/DC ist allerorts beliebt und erfreut auch Fans von sonst eher härteren, schwärzeren oder gar powermetallenen Klängen. Mit dem Kopf nicken und Fußwippen geht hier einfach automatisch. Was auf Platte ab und an zu fehlen scheint, bessern sie Jungs Live komplett aus. Groovy und derbe Hard Rock Atmosphäre geht on stage und vor so einer Crowd wie hier einfach doch am Besten. Daumen hoch für Airbourne.

Sturm Und Drang

Noch im letzten Jahr durften wir die finnischen Nachwuchsmetaller im Pressezelt bewundern und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Mit damals im Durchschnitt zarten 16 Jahren, wurde Power Metal in Vollendung geboten, welcher durchaus begeistert aufgenommen wurde.

Dieses Jahr durften Sturm und Drang nun mit ihren Live Qualitäten auf der Party Stage überzeugen, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, da sie gegen die australischen Hard Rocker von Airbourne anspielen mussten. Aber die Jungs gingen frischen Mutes ans Werk und präsentierten ein gelungenes Set ihres Albums „Learning To Rock“. Mit Ohrwürmern wie „Broken“, „Rising Son“ und „Talking To Silence“ zogen sie auch die letzten Skeptiker auf ihre Seite und rockten was das Zeug hält.

Die leichte Unbekümmertheit ließ die fünf Jungs noch sympathischer wirken und so wurden echte Gassenhauer wie die Coverversion von Judas Priests „Breaking The Law“ zum absoluten Highlight. Sturm und Drang konnten mit purem Heavy Metal auch auf der großen Bühne überzeugen und alle Lästerschwestern eines Besseren belehren. Denn hier war keine Teenieband zu hören, sondern eine überirdisch gute Nachwuchs Metal Band mit reichlich potential.

Iron Maiden

Endlich steuerte das diesjährige Wacken Open Air seinem heiß ersehnten Höhepunkt entgegen. Die unangefochtenen Meister des Heavy Metals Iron Maiden sollten zum aller ersten Mal die heiligen Felder beehren und mit einer gigantischen Bühnenshow für Aufregung sorgen. Die Fans pilgerten Scharenweise vor die True Metal Stage und der gesamte Platz war bis zum bersten gefüllt.

Alle Erwartungen waren bis auf Anschlag hochgeschraubt und auch alte Wackenhasen fieberten diesem Ereignis gespannt entgegen. Der Vorhang fiel pünktlich und Großmeister Dickinson sprang wie eine angestochene Tarantel über die Bühne. Eröffnet wurde das Spektakel mit „Aces High“ und „2 Minutes To Midnight“, welche sogleich für euphorische Chöre und Massenbewegungen sorgten. Auch mit „Revelations“, „The Trooper“ und „Rime Of The Ancient Mariner“ konnten Iron Maiden nichts falsch machen und die Wackenwiese zum brodeln bringen.

Natürlich durfte auch der Kultsong und Überhit überhaupt „The Number Of The Beast“ nicht im Programm fehlen, was mit Jubel, Trubel, Heiterkeit gedankt wurde. Des weiteren gab es „Can I Play With Madness“, „Run To The Hills“, „Somewhere In Time“ und auch „Fear Of The Dark” auf die Lauscher und die Augen, denn die Bühnenkulisse der Powerslave Tour war großartig und beeindruckte auch nachhaltig.

Insgesamt lieferten Iron Maiden Klassiker an Klassiker und Bruce Dickinson animierte das Publikum, weit über das Gelände hinaus, wie kein anderer. Es gab kein Entkommen, überall waren Iron Maiden zu bewundern, über riesige Großbildleinwände und TV Live Übertragungen war die Show vom ganzen Open Air Gelände zu verfolgen. Hier wurde wirklich ganz großes Kino geboten und das Wacken in die nächste Dimension gehievt. Was gibt es da noch zu sagen, außer: „Scream for me, Wacken!!!“

FREITAG

Headhunter

Und da ist er wieder! Der allseits beliebte Destruction Fronter Schmier präsentierte auf der Party Stage die Reunion seiner Zweitband Headhunter. Ob diese Wiederbelebung zwingend erforderlich war stellte sich allerdings in Frage, denn die Stimmung im Publikum war eher verhalten und der Sound hätte auch deutlich besser ausfallen können. Aber nun gut, wenn schon eine Reunion, dann auf dem Wacken.

In gänzlich ungewohnter Manier zeigte sich Schmier als freundlicher Old School Heavy Metaller, fernab vom fiesen Destruction Sound. Der aktuelle Longplayer „Parasite Of Society“, der mit einer Kombination aus Power Metal und ansprechenden Melodiebögen aufwarten kann, wurde vorgestellt und kam bei den Fans auch gut an. Den anwesenden Destruction Jüngern fehlte aber wohl die nötige Härte und so gestaltete sich die Headhunter Reunion eher mittelmäßig.

Insgesamt konnten die Herren natürlich von ihrer Erfahrung und Kompetenz profitieren, denn die live Qualität war absolut überzeugend. Na ja, nächstes Jahr können wir die Besatzungsmitglieder bestimmt wieder in ihren Stammbands bewundern.

Ensiferum

Ach nee, schon wieder Finnland. Im Schnitt waren mal wieder ziemlich viele Vertreter aus Suomi in Wacken. Nicht nur in Form von gebuchten Bands, auch unter den Festivalbesuchern hörte man vermehrt finnisches Gebrabbel. Schön, dass das Wacken Open Air so vielfältigen Zuspruch und Anerkennung findet. On Stage stand einmal mehr der Petri Lindroos seinen Mann.

Den zweiten Halbtagsjob als Fronter von Ensiferum, erfreute sich eine Schar von Metalheads am “kostümierten“ Anblick der Band samt Sänger. Schicke, finnische Röckchen und folkloristische Kriegsbemalung inklusive, keiften sich die Songs von „Victory Songs“ und Co. auch gleich viel besser. Generell scheint diese kriegerische Wikingersparte im Metal immer mehr Zuspruch zu finden. Bands wie Amon Amarth oder eben Ensiferum gehen da mit erhobenem Schilde voran. Überzeugend war hier nicht nur die Menschenmenge vor der Bühne, auch die treibende Performance und Darbietung der Band passte vorzüglich ins Mittelfeld des Wacken Freitags.

Kamelot

Die amerikanische Melodic Power Metal Band Kamelot glänzte mit großer Show und reichlich Pathos. Schon während der ersten Songs wurden sämtliche auffindbaren Pyro- und Feuereffekte eingesetzt, was die unverwechselbare Mischung aus Power, Gothic und Progressive Metal bombastisch untermalte.

Kamelots innovativer Stil wurde durch Songs wie „Soul Society“, „The Haunting (Somewhere In Time)“ oder „Ghost Opera“ aufs Neue gefestigt und konnte sich konsequent durchsetzen. Insbesondere „Center Of The Universe“ wurde begeistert aufgenommen und von den Fans gefeiert. Die unheimlich agile Darbietung des Fronters Roy Khan wirkte Zeitweise etwas übertrieben, passte aber irgendwie dennoch in das Gesamtkonzept der Show.

Schade nur, dass die gesamte Show so wahnsinnig Effektgeladen war, ja übertrieben könnte man sagen. Dadurch spielte die Musik eine schon fast untergeordnete Rolle, was ja nun wirklich nicht im Sinne der Fans war. Nichtsdestotrotz lieferten Kamelot eine fantastische Show ab und konnten mächtig Eindruck schinden.

Soilwork

Die Death Metal Core Schweden kamen nach der Kamelot Show gerade recht, um dem Publikum ein wenig Pfeffer in die Blutbahn zu injizieren. Leicht zu begeistern und immer wieder auf´s Neue bester Laune, stand die Formation aus Skandinavien in Position. Mit ihrem Album „Stabbing The Drama“ kann ihnen wohl keiner mehr den Erfolg abschwatzen und die immerwährende Live Qualität der Jungs birgt ebenfalls kaum Raum für Kritik. Schwierig wird es nur, wenn man als Besucher nicht so recht gierig ist, nach aggressionsgeladenem Energiepaket Made In Sweden. Die Präsenz war auch hier wieder euphorischer Natur, die Band hatte sichtlich Spaß und konnte auch die Menge erneut begeistern. Bei öfterem Verzehr jedoch ein wenig langweilig, irgendwie.

Sonata Arctica

Nach dem obligatorischen Feuerball- Pyroeffekt samt Knall eröffneten sich die 60 Minuten Wacken Open Air für Sonata Arctica. Rasant und finnisch wirbelnd, trieb es die fünf Musiker über die Bühne.

Seit ihren Erfolgsalbum „Reckoning Night“ von der skandinavischen Metalliste definitiv nicht mehr wegzudenken, legten sie mit „Unia“ noch ein Tüpfelchen oben drauf. Das Sonata Arctica Repertoire hat also an Umfang zugenommen und die Mischung aus ihren älteren Songs wirkt in Kombination mit den neuesten, teils gewagteren und überraschenden Kom- positionen sehr angenehm. Durch reichlich Speed und dynamische Konsequenz prasseln uns die Finnen ihre Knaller um die Ohren. So auch auf dem WOA 2008.Lauthals und übers Gelände dröhnend standen die jungen Herren im Mittelpunkt und ließen ein vorbildliches Donnerwetter los.

In den ersten Reihen sollten besser Ohrstöpsel in Benutzung gewesen sein, denn wie sich so ein spontaner Pyroknaller im ungeschützten Gehörgang anfühlt, muss man nicht zwingend erlebt haben. Die True Metal Stage wurde blankgeputzt und für weitere Acts dieses Freitags gut eingerockt.

Opeth

Die schwedischen Ausnahmemusiker Opeth sollten am frühen Freitagabend die Massen bewegen. Wobei schon im Vorfeld heiß über die Festivalqualitäten der Band diskutiert wurde, denn wie wir alle wissen praktizieren Opeth einen ganz besonderen und anspruchsvollen Musikstil, welcher bei einigen Festivalbesuchern sicher nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen sein dürfte. Aber was soll’s, auf dem Wacken gibt es ja schließlich immer genug Ausweichmöglichkeiten und die meisten Leute hatten sich wahnsinnig auf den Auftritt gefreut.

Opeth setzten mit „Demon Of The Fall“ und „The Baying Of The Hounds“ sogleich ihren Standpunkt fest und boten ihre melancholisch und komplex strukturierten Stücke einem begeisterten Publikum feil. Auch „Master`s Apprentices“ und das wunderschöne „The Drapery Falls“ wurden überzeugend und mitreißend rübergebracht. Mikael Akerfeldt schöpfte mit seiner warmen, glasklaren Stimme aus den Vollen und brachte Opeth ein weiteres Mal vorwärts. Ein gelungener, wie stimmungsvoller Auftritt.

Children Of Bodom

Oh nein! Da genügte schon ein einziger kurzer Blick und sofort war klar: das sieht gar nicht gut aus!

Als eine Headliner-Band von Freitag standen die Finnen von COB einem 90minütigen Set vor einer heißhungrigen, enorm erwartungsvollen Riesencrowd gegenüber. In alle Richtungen drängten die Fans, das Gelände ein reiner Menschenteppich. Mit einem etwas gerädert dreinblickenden Alexi Laiho hinterm Mikrofon und einem (zumindest an meiner Position) viel zu Bass lastig gesteuerten Sound, feuerte der Opener „Sixpounder“ gen Audience.

Dass der Sound von den True Metal Stage Shows auch aus den seitlich angeordneten Boxen gleichermaßen dröhnte, ist angesichts der heutigen Größe des Festivals eine wirklich gute Sache, kann allerdings auch daneben gehen. Wenn man aufgrund extrem großen Gedränges und nahenden „Wall Of Death“ Attacken jedoch dazu gezwungen wird, sich etwas seitlich einzufügen, leidet die Soundqualität beträchtlich und das gibt dann und wann durchaus Grund zu grummeln. So oder ähnlich also geschehen am Freitagabend um 21 Uhr! Was für ein Ärger, wäre es doch bloß der einzige geblieben.

Stimmlich ging an diesem Tag nämlich ebensoviel daneben wie beim Sound. Das heisere Krächzen von Frontmann, Sänger und Gitarrist Laiho sorgte mitsamt dem schmerzverzerrten Gesicht und der Tatsache, das zwischen den “Shouts“ mächtig gekeucht & gehustet werden musste für ernsthafte Besorgnis. Gar nicht gut, ehrlich! Da hatte man schon automatisch Mitschmerzen! Auch die eher untypischen Getränkepausen, bestehend aus vorzugsweise Mineralwasser, verhießen nix Gutes. Musikalisch energisch und konsequent gut wie eh und je, hatte wohl auch das Publikum eine eher unsichere Atmosphäre entwickelt und verbreitet.

Mit ihrem aktuellen Album „Blooddrunk“ und reichlich Live Erfahrung rund um den Globus im Gepäck, kann auch die Band selbst mit diesem Showcase nur äußerst unzufrieden sein. Die gierige Fanbase blieb jedoch und vielleicht auch gerade deshalb standhaft, treu ergeben und surfte, bangte & feierte (ja, auch hier zumeist a la Circle Pit und Wall Of Death). Allerdings schienen auf dem diesjährigen WOA nur noch körperliche Aktivitäten eine Rolle zu spielen. Neben dem ganzen Gekloppe standen gefordertes Mitmachen in Form von Grölen & Co. eher nebensächlich geworden. Fehlerhafte Kommunikation von Band zu Publikum und zurück, könnte man sagen.

Nicht nur bei Bodom gab es hier Defizite, auch bei anderen Liveacts dieser Tage tat sich die Crowd ziemlich schwer. Ein äußerst merkwürdiges Phänomen und – geht gar nicht!! Diese Wall Of Death-Grütze sollte sowieso verboten werden! Es ist ja wohl kaum zuviel verlangt, auf zwischenzeitliche Animationen der Band zu reagieren. Die fünf Finnen und ihre Hate Crew wirkten jedenfalls auch etwas konfus. Tracks wie „Blooddrunk“, „Silent Night, Bodom Night“, „Hate Me!” oder „Banned From Heaven” gingen zu 100% in die Massen.

Mit dem Allgemeinzustand schon einigermaßen abgefunden, klappte die Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder inmitten des „Mask Of Sanity / Deadnight Warrior” Medleys dann auch nur so mittelprächtig. Und obwohl das ganze Drama schon fast überirdisches Ausmaß angenommen hatte, verschwand während „Angels Don´t Kill“ auch noch der halbe Sound samt Bassist. Von gelegentlichem Mikrofonausfall ganz zu schweigen. Ahhh….. Katastrophe!! Und all das nach diesem genialen Auftritt von 2006! Da war das pure Pech am Start.

Nun ja, der beste Song des Abends war dann wohl noch „Hate Crew Deathroll“ – und selbst hier hätte das Publikum mehr Feuer abgeben müssen. Da habt ihr nicht laut genug mitgegrölt, Leute! Ganz Profi haben Children Of Bodom die Sache gemeistert und trotzdem: das war fast schon furchtbar!

So ein Pech! … Aber eine gute Stunde später war schon wieder alles vergessen, soviel kann erzählt werden. Und ja, David Hasselhoff ist super!!

The Haunted

Schnell schnell! Nach dem COB Auftritt noch etwas irritiert, wurde nun hurtig versucht, sich gen Party Stage zu bewegen. In die Quere kamen unter anderem etwas arg torkelnde, komplett orientierungslose Metaller und kollosal fatale Schlammgruben! Von Pfütze war da schon keine Rede mehr. Egal, The Haunted rufen und da wird sich sicher eine Lösung finden. Abgesehen von phasenweise auftretendem Kloakengestank, bereitete die Position leicht links der Bühne keine weiteren Probleme. Das öffentliche Urinal Wacken lähmte das zentrale Nervensystem ja bereits seit Donnerstag. The Haunted als treibende, Energie geladene Band bekannt, ließ es sich nicht nehmen, schon gleich zu Beginn der Show in die vollen zu schlagen.

Das Publikum wurde gleich zur ersten Minute gefordert und förmlich gezwungen, Gas zu geben bis der Arzt kommt. Sänger Peter Dolving powerte und kämpfte alles raus und das anfangs noch zögerliche Fanaufgebot dankte es dann zunehmend mit Getöse & Gerangel. Die Setlist eine Mischung aus Schwedengewitter und Gitarrendonner. Aus dem Album „The Dead Eye“ wurde sich großzügig bedient und auf das neueste, demnächst erscheinende Werk kann die Metalmeute schon ziemlich gespannt sein.

Avantasia

Spannung! Mit eben dieser wurde schon Wochen vor dem WOA der Avantasia Auftritt erwartet und ebenso heiß vordiskutiert. Für diese ganz besonderen, speziell exklusiven Auftritte ist das Wacken Open Air ja immer gerne bekannt. Man erwähne zum Beispiel Carnivore und Emperor im Jahr 2006 oder Immortal anno 2008. Zwar hat es jetzt schon länger keine heimlich behüteten „Special Surprise Acts“ mehr gegeben und dennoch waren auch in diesem Jahr wieder einige Exklusivitäten dabei. Metaloper scheint die letzten Tage so ein beliebtes Schlagwort zu sein. Was an manchen Stellen dauerhafter Teil von Bands wie Kamelot oder Nightwish ist, findet bei Kollegen wie aktuell Timo Tolkki und Edguy Fronter Tobias Sammet regen Zuspruch.

Diese Rock-Oper aus deutschen Landen fand sich an diesem späten Wacken Freitag auf der True Metal Stage ein. Gespickt durch regen Gästeauflauf gelang es diesem Act, den einzigen deutschen Festivalauftritt 2008 ehrwürdig abzurunden. Ein wenig mehr Mainstream, ein wenig mehr Geschmeidigkeit als es bei Edguy erforderlich wäre, kam deutlich zum Einsatz. „Lost In Space“ und Co. fanden beim Publikum gefallen, jedoch trotzdem alles eine klare Frage des persönlichen Geschmacks. Nichtsdestotrotz verdient Kollege Sammet Respekt, nicht nur die für sein Avantasia Projekt gewonnenen Special Guests sind rückblickend interessant, auch seine sehr sympathische Präsentation war überzeugend.

Gorgoroth

Endlich war die Zeit für richtig finsteren Black Metal gekommen. Die wohl bekanntesten und ältesten norwegischen Genrevertreter Gorgoroth tauchten die Black Stage in blutiges Licht und riefen mit ihrer skandalumwitterten Black Mass Show echte Gänsehautschauer hervor.

Die Bühnenkulisse war mit den vier nackten Gekreuzigten, und den widerlich blutig, aufgespießten Schafsköpfen samt Stacheldraht, eine absolute Provokation erster Güte. Auch das Corpsepaint der Band war ausgezeichnet und wirklich überzeugend ausgefallen, was ja meistens nicht der Fall ist und in der Regel eher für Lachattacken sorgt.

Den Einstieg zelebrierte Sänger Gaahl mit „Procreating Satan“ und seiner unheimlich düsteren und konzentriert wirkenden Ausstrahlung, welche eine solch immense Intensität und Ruhe in sich trug, dass man es einerseits mit der Angst zu tun bekommen konnte, andererseits aber auch fasziniert zusah. Die geballte Aufmerksamkeit zog sich jedenfalls konsequent auf die Bühne und die wütend blasphemischen Texte wurden mit Feuer und jeder Menge anderer roter Farbspiele untermalt.

Mit „Revelation Of Doom“ konnten Gorgoroth dann durchweg überzeugen und das Wackenland in ihre unheimlichen Tiefen mitreißen. Dieser Auftritt war ein Ereignis und unangefochtener Höhepunkt dieses Jahres. Black Metal so schwarz und drastisch wie er sein sollte, ohne Kompromisse und weitab von Plastiknieten und idiotischen Pandagesichtchen mit niedlich Faktor. Gorgoroth sorgten für verdientes Aufsehen und zeigten sich kontrovers und provokant, ohne Rücksicht auf Verluste.

SAMSTAG

Holy Moses

Sabina Classen und ihre legendäre Thrash Metal Formation Holy Moses sind vom Wacken Open Air nicht mehr wegzudenken. Seit den achtziger Jahren setzen die Ur- gesteine Maßstäbe in Sachen extremer Härte. Und gerade Front- röhre Sabina überzeugte auch dieses Jahr wieder mit ihrem Mega Organ und brachialer Kraft, welche auch diesmal für Erstaunen sorgte.

Diese Frau wird einfach nicht müde und verdient, ebenso wie ihre Kollegen Oliver Jaath, Michael Hankel und Atomic Steif, eine ordentliche Portion Respekt. Und eben dieser wurde auch gezollt, denn vor der Black Stage war es gerappelt voll und Holy Moses boten einen gelungenen Querschnitt durch Klassiker, und natürlich einen Vorgeschmack auf ihren neusten Streich namens „Agony Of Death“.

Musikalisch zeigte der Auftritt sämtliche Facetten des Thrash Metals auf und die langjährige Bühnenerfahrung von Frau Classen ist in jeder Hinsicht ein Gewinn für die gesamte Band, denn hier wurde eine astreine Show geboten. Holy Moses bestachen durch ungezähmte Power und unbestreitbare Aggressivität. Auf die nächsten 20 Jahre!

Obituary

Obituary sind eine dieser berühmten Tampa/Florida Death Metal Bands, deren Wirken über die Jahre hinweg immer von durchschnittlichem Erfolg gekrönt war. Trotz großartigen Songs und immenser Bühnendauerpräsenz trudelten John und Donald Tardy, Ralph Santolla, Trevor Peres und Frank Watkins dieses Jahr auf der kleinen Party Stage ein.

Als Opener wurde „Find The Arise“ gewählt, was alle Anwesenden mit reichlich Beifall bedachten. Auch „Slowly We Rot“, “Back To One” und “Turned Inside Out” sorgten für reichlich positive Resonanz im Publikum. Leider waren zeitweise immer wieder immense Soundüberschneidungen zu beklagen, denn Hatebreed lärmten zeitgleich auf der Black Stage.

Trotzdem wurde der Gig von Obituary ein voller Erfolg, die Stimmung war ungebrochen gut und die Atmosphäre stimmte irgendwie. Den nächsten Auftritt wünschen wir uns aber bitte wieder auf der großen Stage, verdient hätten sie es allemal.

Carcass

Was für ein Wirbel! Und alles für die Reunion Show der Grindcore/Death Metal Legende schlechthin, Carcass. Der Platz vor der Black Stage war über die Maßen voll und so manch ein Fan musste die Show wohl aus weiter Ferne verfolgen.

Nach langer Abstinenz in der Musikwelt und so einigen schweren Schicksalsschlägen beehrten Carcass in diesem Jahr das Wacken Open Air mit einer exklusiven Show und vollbrachten eine kontinuierlich gelungene Leistung. Durchgestartet wurde mit „Inpropagation“, des weiteren folgten Songs wie „Heartwork“, „No Love Lost“ und „Keep On Rotting In The Free World“.

Während „Incarnated Solvent Abuse“ ließ es sich die Arch Enemy Frontröhre Angela Gossow nicht nehmen mit auf die Bühne zu gehen. Im Großen und Ganzen gaben Carcass Vollgas und konnten durchaus überzeugen, nur ein klein wenig mehr Interaktion mit dem Publikum wäre wünschenswert gewesen.

Die Crowd ließ sich aber auch dadurch nicht vom Kopfschütteln abhalten. Und auch so manch ein verspätet angekommener Fan packte auf die letzten Takte die Luftgitarre aus und sorgte damit für Vergnügen. Danke dafür!

Killswitch Engage

Killswitch Engage spalteten die Gemüter schon im Vorfeld. Die eine Hälfte war hellauf begeistert, während die andere weniger enthusiastisch dem Auftritt entgegensah. Aber mal ehrlich, keine andere Band im Metalcore kann eine dermaßen erfolgreiche Karriere aufweisen und das sicherlich nicht ohne Grund.

Die vierköpfige Combo aus Amerika bot mit einer grandiosen und energiegeladenen Show den Nerv der Zeit und brachte wohl so manch einen älteren Fan zum schwitzen. Denn Mosh Pits und wahnwitzige Circle Pits standen auf dem Programm. Solch unglaublich riesenhafte Massenbewegungen konnte man bisher noch bei keiner anderen Band verzeichnen und somit wurde der Auftritt von Killswitch Engage zu einer wahren Mutprobe.

Natürlich stand nicht jedem der Sinn nach unkontrolliertem und idiotischem Rumschubsen, also gingen die Leute älteren Semesters lieber etwas zur Seite, um dem jugendlichen Treiben zu entgehen. Dennoch ging ein Schwall ungebremster Power von der Bühne aus und Songs wie „Unbroken“, „Farewell“, „Life To Lifeless“, „ A Bid Farewell“ und das grandiose „Rose Of Sharyn“ breiteten sich in voller Kraft über den Platz aus.

Sänger Howard Jones zeigte sich präsent und überaus guter Laune, welche geradezu ansteckender Natur war. Auch mit „The End Of Heartache“ und dem DIO Cover „Holy Diver” konnten die Amerikaner punkten und auch den letzten Zweifler überzeugen. Killswitch Engage bildeten ein Highlight auf dem Wacken Open Air und bereiteten sicherlich den Weg für weitere moderne Acts dieser Schiene.

Nightwish

Mit Spannung wurde nun der Auftritt der Erfolgsfinnen Nightwish erwartet. Passend zur Finsternis staunte ein beachtliches Gefolge Metalheads, was Tuomas & Co. so zu präsentieren hatten. Die neue Sängerin Anette Olzen wirbelte ein wenig koboldhaft über die Bühne, ihre zauselige Pumuckelfrisur etwas gewöhnungsbedürftig wenn nicht gänzlich unvorteilhaft.

Nach diesem ganzen bandinternen Hick Hack und Sängerinnen Aus- tausch der letzten Jahre und dem für mich bis dato un- verständlich hochgelobten Auftritt auf dem WOA 2005 (damals noch mit Tarja an der Front), waren die Erwartungen also besonders hoch. Musikalisch fundamental inszeniert wie immer, stürmte zumindest der Sound das Festivalgelände. Was die stimm- liche Qualifikation der neuen, zugegeben sehr sympathischen, Frontfrau angeht, ist wohl an- zumerken, dass die alten Tarja- geprägten Titel mächtig an Eigenleben verlieren und der Wiedererkennungswert ab und an schwer ausfindig zu machen ist.

Ganz klar wird hier kein opernhaftes Getöse mehr geboten, was zum einen äußerst angenehm, zum anderen aber auch ganz neu zu werten ist. Die alten Tracks von Alben wie z. B. „Wishmaster“ präsentieren sich quasi komplett neu eingekleidet, wobei sich vielleicht der alteingesessene Nightwish Fan erst noch an dieses Gewand gewöhnen muss. Anders mit Songs wie „Amaranth“, die Erfolgssingle der aktuellen Stunde. Hier passt natürlich wieder alles wie angegossen, wirkt authentisch und sitzt tadellos.

Bühnenpräsenz liegt bei den Finnen ja sowieso im Blut, ebenso wie der unverwechselbare Drang zum kreativen Wahnsinn. Besonders die Gestalten hinterm Tasteninstrument scheinen unbedingt und absolut ausflippen zu müssen, herrlich! Gute Show und Inszenierung, den Fans hat´s wohl gefallen.

Kreator

Die Position zwischen zwei finnischen, eher rockmusikalischen Mainstream Acts wie Nightwish und Lordi passte perfekt. Mit einem ebenfalls finnischen Exemplar an der Gitarre und einem gut gelaunten Mille am Mikrofon, war es nun Zeit für eine Prise Terror und Aggression! Einmal ordentlich Dampf über die Massen schmettern war die Devise. Die ganze Atmosphäre und Präsentation von Licht, Sound und Videomaterial via Leinwand verschmolz zu einer perfekten Einheit.

Gänsehaut pur beim Erblicken dieses mächtigen Moments und der Menschenmenge vor der Black Stage. In tiefschwarzer Nacht donnerten die Hits und Klassiker wie „Phobia“, „Suicide Terrorist“, „Voices Of The Dead“ oder „Flag Of Hate“! Zwischenzeitliche Ansagen von Frontchef Mille sorgten für aufmerksame, ernstere Minuten und stachelten gleichzeitig zu noch mehr Energie an. Ganz traditionell und ernst zu nehmen die Aussagen über Rassismus und Metal, gen Ende das unglaublich eindringliche Auffordern des ultimativ monströsen “Hate“ Rufes von seinem Publikum, stand eindeutig der Kreator in dieser Stunde auf dem W:O:A Metal Olymp!

Der Wahnsinn! Das war der echte Hammer und leider viel zu schnell wieder vorbei. Gut zu wissen, dass es in Richtung 2009 neues Kreator Material zu erwarten gibt, über ein eventuell komplexes Konzept Geschehen hatte der Meister ja schon im Metalminder Interview berichtet. Brutal war´s, aber schön“!

Lordi

Wie, schon wieder vorbei??? Kaum umgedreht, war das Wacken Open Air schon wieder am Ende angelangt.

Den Abschluss gaben diesmal Lordi, die in den letzten Jahren wohl die wahrhaftige “Arockalypse“ durchlebt haben. Ihren letzten WOA Auftritt hatten sie im Jahr 2003 auf der damals noch niedligen Party Stage. Auch nicht zu vergessen die damals vorangegangene Wacken Roadshow mit Onkel Tom & Amon Amarth, bei der sie (zumindest in Hamburg) aufs Übelste missachtet und sogar ausgebuht wurden. Wieso und weshalb genau haben wir schon damals nicht so recht kapiert. Heutzutage kann man sich das wohl kaum mehr vorstellen!

Auf der bombastischen True Metal Stage war zu dieser legendären Stunde also reichlich Platz für Show und Inszenierung. Typisch Wacken, fing es pünktlich zum Auftritt an zu regnen, was zu kurzzeitiger Verwirrung im Hause Metalminder führte („Guck mal, da regnet´s, und hier nicht! Hä?“). Den eingefleischten, seit Tagen musikalisch berauschten und zahlreich erschienenen Wacken Anhängern machte das bisschen Feuchtigkeit jedoch überhaupt nix aus. Eine Lordi Show an sich biete gute Unterhaltung, birgt eine Menge Effekte und Feuerwerk.

Was hier einmal mehr deutlich wurde – Lordi brauchen und verdienen die Größe einer True Metal Stage! Auf kleiner Bühne in kleinem Rahmen scheint die Band zu ersticken und kommt nicht ganz so optimal zur Geltung.

Mit Show und Performance konnten die Finnen ihr schon eingespieltes Repertoire vorstellen. Gemischte Setlist aus Songs wie „Devil Is A Loser“, „Hard Rock Hallelujah“, „Would You Love A Monsterman“ oder aber „They Only Come Out At Night“, bei dem der Special Guest U.D.O. alias „The German Tank“ zur tatkräftigen Unterstützung aufkam. Nicht nur Fan Kati S. hatte diesen Moment kaum erwarten können.

Vom Publikum gefeiert und umjubelt, ging der kurze Gastauftritt fix wieder vorbei und die Fortsetzung des Horror Hard Rocks übernahm die verbleibende Spielzeit. Dass die Wahl des letzten Aktes diesmal auf die Gruselfinnen traf, freut uns ganz besonders. Da der eigentliche Kult Abschluss in Form von Onkel Tom oder Sodom mal wieder nicht in Planung war und wir ganz persönlich nicht gerade Freunde folkloristischer Darbietungen der Sparte Subway To Sally und Konsorten sind, kam es dem Finnland verliebten Metalminder so also gerade recht!

Kurz vor 3 Uhr früh war es dann endgültig – Goodbye Wacken 2008! Du warst super, wenn auch etwas anders!

See you next year – RAIN OR SHINE!!!

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Waldrock 2008

Im Juli diesen Jahres besuchte die Metalminder Crew das Waldrock Festival in Holland. Wir erlebten eine stressfreie Anreise und konnten uns ohne große Verzögerungen auf dem Festivalgelände ein Bild über die Location machen.

Der Platz war schon mittags gut besucht und bot mit drei Bühnen ein abwechslungsreiches Programm. Von anständigem Hard Rock und Power Metal, über jede Menge krachenden Death Metal bis hin zu rockig alternativen Klängen, war wohl für jeden Geschmack etwas dabei.

Und sogar die Schafherde auf der benachbarten Wiese schien gefallen am bunten Treiben zu haben.

Rose Tattoo

Seit unglaublichen 31 Jahren rasen die australischen Hard Rock Veteranen Rose Tattoo durch das weltliche Musikgeschehen. In ihrer Heimat gern als „kleine“ AC/DC betitelt, geben Rose Tattoo auch europaweit Vollgas und belehren alle Rockerherzen eines Besseren. Als ständige Begleiter auf zahlreichen Open Airs sorgten sie auch auf dem diesjährigen Waldrock Festival für gute Laune und Old School Party Feeling.

Der bis dato erste und einzige Sänger Gary „Angry“ Andersson verbreitete mit seiner markanten Stimme von Beginn an Rock N Roll Atmosphäre bis zum Umfallen. Die Setlist war gespickt mit Bandklassikern wie „Man About Town“, „Rock N Roll Outlaw“, „Rock N Roll Is King“ und „Once In A Lifetime“, sowie „The Butcher And Fast Eddy”. Vor der Main Stage war es für die mittägliche Aufwärmphase jedenfalls gut besucht und Rose Tattoo bestachen durch absolut reife Spielfreude und mit gekonnter Publikumsinteraktion.

Die Jungs kamen einfach ehrlich und sympathisch rüber, der australische Charme war unverkennbar und förmlich greifbar. Von Altersschwäche konnte hier jedenfalls nicht die Rede sein, Rose Tattoo werden wohl noch lange auf den Bühnen dieser Welt unterwegs sein, und das ist auch gut so!

Death Angel

Die ersten “Angel“ des Tages tobten wie sie es brauchten über die Tent Stage. Death Angel immer einen Besuch wert, lieferten ihre gewohnt treibende, mitreißende Show ab, die jedes Mal wieder enorme Energien freisetzt und somit einfach tierische Laune bereitet. Wirbelwind und Frontshouter Mark auf der Bühne kaum zu halten, sprühte die Setlist nur so um sich und die Spielzeit schien förmlich dahinzuschwinden. Die Tent Stage verdient sich an dieser Stelle übrigens einmal ihr ganz eigenes Lob. Danke, liebe Zirkuszelt-Bühne, du bist doch tatsächlich der erste deiner Sorte, der wirklich gut funktioniert und noch dazu einen sensationell guten Sound zu halten vermag! Jawohl! Leute, fahrt zum Waldrock, bitte! Und nicht nur Death Angel samt Fans hatten im Metal-Zirkus ihre Freude!

Morbid Angel

Am späten Nachmittag war es dann endlich soweit! Die Könige des Death Metal Morbid Angel sollten die Tent Stage einnehmen. Zuerst betraten Gitarrist und Neuzugang Thor Anders Myhren (Destructhor), Gitarrist Trey Azagthoth und Schlagzeuger Pete Sandoval die Bühne. Und als letzter, so wie es sich für einen anständigen Rockstar gehört, der ebenso charismatische wie umstrittene Frontmann David Vincent.

Verpackt in schwarzes Leder und jenes unumgängliche Latexoberteil (mit Pentagramm auf der Brust), bot sich ein gewohntes, wie auch etwas unfreiwillig komisches Bild, da Mister Vincent anscheinend mal wieder etwas mit dem Toupieren übertrieben hatte. Aber na ja, das Image ist halt wichtig. Viel interessanter war für die meisten Fans die beeindruckende Live Performance von Morbid Angel.

Der Platz in und um die Tent Stage war jedenfalls überbevölkert und geprägt von erbarmungslos feiernden Metalheads. Denn welcher Death Metal Anhänger schwelgt nicht in Extase bei Klassikern wie „Maze Of Torment“, „Where The Slime Lives“ oder „Immortal Rites“? Ein Überflieger jagte den nächsten.

Die kräftigen und ultrabösen Vocals von Evil D ließen einem kalte Schauer über den Rücken laufen und konnten das Publikum durchgehend mitreißen. Natürlich durften auch „Rapture“, „Sworn To The Black“, „Blasphemy“ und „Pain Divine“ nicht fehlen, womit das Death Metal Fest zu einem wahren Monster wurde. Der Sound flog geradezu bombastisch aus den Boxen, und so wurde auch der neue Song namens „Nevermore“ zu einem echten Einheizer.

Leider war die Zeit viel zu schnell vorbei und Morbid Angel ließen ihr Set mit einem nachhaltigen „God Of Emptiness“ ausklingen. Ob nun jenseits von Gut und Böse, oder wie auch immer. Mr. David Vincent und seine Mannen machten sprachlos und überzeugten auf ganzer Linie. Noch mehr geht einfach nicht!!

Biohazard

Ganz gegensätzlich als eben noch auf der Tent Stage bei Morbid Angel, gestaltete sich dann das Programm auf der Main Stage. Die Hardcore Crossover Formation Biohazard aus Brooklyn/New York gestaltete mit ihrem Sound einen krassen Gegensatz zum vorherigen Geschehen. Vielleicht etwas zu sehr sogar. Denn der Platz vor der Bühne war zwar gut besucht (was auch an den Getränkeständen gelegen haben könnte), dennoch sahen die Gesichter der meisten Anwesenden eher leicht irritiert aus. Die vierköpfige Combo versuchte mit ihrem ganz eigenen Stil zu punkten, was leider nur mäßig gelang. Die ständigen Kraftausdrücke und jenes aggressive Auftreten gehören zwar zum Hardcore, hinterließen aber größtenteils genervte Gesichter.

Sicherlich haben Biohazard sich eine ansehnliche Fangemeinde zusammengespielt, aber dennoch klang alles müde und altbacken, einfach zahnlos. Auch der Biohazard Klassiker „Punishment“ konnte nur bei eingefleischten Fans für Furore sorgen. Die 80er sind halt schon lange passé und bedürfen, in dem Bereich, auch definitiv keine Wiederbelebung. Manche Sounds sind halt für die Ewigkeit gemacht und andere wiederum sollten getrost eingemottet werden. Die Biogefährdung gehört mittlerweile leider in die Mottenkiste!

Life Of Agony

Und noch mehr zum Thema alternative Musik aus den Staaten. Mit Life Of Agony gesellte sich eine weitere Band aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn zur diesjährigen illustren Musikerschar hinzu. Ende der 80er Jahre von Keith Caputo, JoeyZ und Alan Robert gegründet, komplettiert durch den ehemaligen Type O Negative Schlagzeuger Sal Abruscato.

Das Debütalbum „River Runs Red“, welches von Type O Keyboard Genie Josh Silver produziert wurde, verhalf den Großstadtkindern damals zu einem genialen Karrierestart. Nach Trennung und Wiedervereinigung sind Life Of Agony wieder präsent und zeigten auch schon im vergangenen Jahr, dass sie noch lange nicht am Ende sind.

Life Of Agony zeigten sich auch auf dem Waldrock Festival von ihrer Schokoladenseite. Mit grollenden Bässen, donnernden Gitarren und dem unverwechselbaren Gesang von Frontsympath Keith Caputo, welcher auch diesmal nur so vor Leidenschaft und Energie sprühte. Das Publikum war gefesselt und ließ sich nur allzu gern einwickeln.

Die extrem gute Stimmung hielt während des gesamten Auftritts an, und so wurden Klassiker wie „Love To Let You Down“, „Through And Through“ und natürlich „Weeds“ gebührend angenommen. Hier zeigte sich einmal mehr, dass die Töne nicht einfach nur hart sein müssen, sondern hauptsächlich ehrlich und besitzergreifend. So geschehen auf dem diesjährigen Waldrock. Life Of Agony berauschten mit großartigem Sound und Caputos Extravaganz, wie dem gewagten Sprung in die Massen. Die Band verausgabte sich komplett und ließ alle Anwesenden mit einem Strahlen im Gesicht zurück.

Lordi

Manege frei! Die Showeinlage / Theater- äh… Musicalaufführung unser aller Lieblings Finnen-Monster kam zwar mit kurzer Verspätung um die Ecke, an der Professionalität der Bande hinterließ dies jedoch keine Spuren. Wer an diesem Abend das Vergnügen hatte, Lordi das erste Mal Live & wahrhaftig zu erblicken, dürfte zufrieden gestellt und positiv erleuchtet gewesen sein.

Ist man jedoch schon vorher, im schlimmsten Fall sogar mehrfach, in den Genuss gekommen, eine Lordi Performance zu erleben, fing es nach den ersten paar Songs leider und schade, schade – ein wenig an zu langweilen.

Ganz klar ist Aufmachung, Image und Umsetzung von Mr. Lordi samt Anhang großes Kino und enormer Aufwand, ebenso ist die musikalische Darbietung stets einwandfrei und groovy obendrein – aber: das kenn ich schon!!

Seit ihrem Hardrock Halleluja beim „Oh mein Gott, die haben das echt gewonnen“ Eurovision Songcontest ist dann auch musikalisch nicht mehr soviel passiert. Ihre bisherigen Alben alle super, und trotzdem immer treu die Hard Rock Linie verfolgend.

Ich mag Lordi, aber ich brauch auch mal was Neues! *schmatz*

Queensryche

Was gibt es über die fantastischen Queensryche noch zu erzählen?! Wer die amerikanischen Progressive Metal Götter noch nicht live erleben durfte, sollte dieses schnellstmöglich nachholen. Mit ihrer Kultscheibe „Operation Mindcrime“ haben sie einen Meilenstein der Musikgeschichte geschrieben und zählen wohl zu den einflussreichsten Bands überhaupt. Fast jeder Musiker zählt „Operation Mindcrime“ zu den besten Alben aller Zeiten, also absolutes Pflichtprogramm. Auch auf dem Waldrock Gelände warteten die Fans auf einen glanzvollen Auftritt, der Platz war gerappelt voll und Spannung lag in der Luft.

Dann endlich kamen Queensryche auf die Bühne, mit Hits wie „Walk In The Shadows“ und „The Whisper“ wurde dann auch ordentlich losgelegt, bis es anfing zu regnen und der Strom ausfiel. Ja, der Saft war am Ende und Geoff Tate stürmte wutentbrannt von der Bühne.

Nach ca. 10 Minuten Pause legten Queensryche, dann aber in alter Frische, wieder los und der Operation Waldrock stand nichts mehr im Wege.

Das Konzert bot jede Menge Fläche für große Erwartungen, welche gänzlich erfüllt wurden und keine Wünsche offen ließen. Die schnelleren Stücke, ebenso wie die typischen Balladen, wurden begeistert aufgenommen und vom Publikum sichtlich genossen.

Spätestens bei „The Lady Wore Black”, „Silent Lucidity” und „I Don`t Believe In Love” gab es kein Halten mehr und auch Sänger Geoff Tate war nach dem anfänglichen Ärgernis zu Hochform aufgelaufen. Queensryche bildeten ein absolutes Highlight auf dem Waldrock Festival. Operation Holland geglückt!

Slayer

„Slayer!!!“

Warum brüllt man das eigentlich überall auf dieser Welt durch die Gegend? Hä? Nicht fragen, mitmachen ist die Devise! Seit diesem unglaublich egalen Slayer Live Auftritt vom W:O:A 2003 nicht so wirklich im Sog mitgerissen, sollten sich an diesem legendären Waldrock Samstag nun die Dinge ändern.

Nach einem schon enorm reichlichen und größenwahnsinnigen Line-Up (bedenkt man diese kleine Gemütlichkeit des Festivals), krönten und thronten nun die einzig wahren, oft kopierten und niemals erreichten Götter von Slayer über dem ländlichen, friedlich angeseuselten Publikum.

Gänsehaut schon allein vom Scheinwerferlicht, so begann die Stunde aller Stunden. Noch mehr Kribbeln dann beim Ertönen der ersten Takte und Erblicken der eindrucksvollen Gestalten on stage. Oh man, ich will ein Foto mit Kerry King!!

Das monströse Metal Gewitter ließ die gesamte Wiese erzittern, das Beben des Todes könnte man meinen. Ihr Schafe aus der Nachbarschaft, macht euch auf was gefasst! Ich war schon nach den ersten 5 Minuten mit allem einverstanden, kompromisslos ergeben, Slayer forever! Ich freu mich schon auf nächstes Jahr Frankfurt, hö! Und auch schön – Frontriese Tom Araya trägt sich selbst auf der Brust! „Slayyyer!!!“ Songtechnisch ist mal wieder alles dabei gewesen was man sich hätte vorstellen können.

Ach ja, ich biete übrigens 50,- Euro für so ´ne original 300 Kilo Kerry King Panzerkette von seiner Hose! Wer bietet mehr??

FAZIT

Frei nach dem Motto `klein, aber fein` fand das Waldrock Festival nun schon zum 21ten Mal statt. Round about 10.000 Besucher gaben dem Ganzen ein wunderbar familiäres Flair und sorgten für friedliche Stimmung jenseits der überlaufenen Mainstream Open Airs. Das gesamte Gelände war überschaubar und man musste keine weiten Wege zurücklegen. Die ländliche Umgebung war durchaus angenehm und das Line Up ließ nun wirklich keine Wünsche offen. Insgesamt hat sich der Weg ins Nachbarland wirklich gelohnt, und sei jedem Metalhead wärmstens ans Herz gelegt.

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Keith Caputo – Live in Hamburg

Das Metalminder Team begab sich am 1. Mai 2008 voller Vorfreude ins Hamburger Hafenklang, denn schließlich sollte dort das zweite Zusammentreffen mit Keith Caputo stattfinden. Nach dem phänomenalen Solo- Auftritt im September letzten Jahres, wurde der Live Präsentation seines neuen Werkes „A Fondness For Hometown Scars“ mit großen Erwartungen entgegengesehen.

Der „kleine“ Mann aus New York City ist immer ein Garant für Konzert Ereignisse der besonderen Art, und dass nicht nur als Sänger der Erfolgscombo Life Of Agony, sondern gerade auch als begnadeter Solokünstler.

Wieder mit von der Partie war Ricky Warwick, der einzig und allein mit seiner Akustik Gitarre bewaffnet, sämtliche Herzen zum schmelzen brachte. Das Publikum nahm Warwicks Darbietung mit Begeisterung auf und ließ sich vom schnörkellosen Sound in den Bann ziehen. Einfach Musik pur, bodenständig und ehrlich.

Gegen 22.30 Uhr betraten dann Keith Caputo und seine Begleitband, die Sad Eyed Ladies, die Bühne des Hafenklang. Eingestiegen wurde mit dem großartigen „New York City“, welches sich im Laufe der letzten Zeit schon als Klassiker und Publikumsliebling herauskristallisiert hat.

Caputos Bühnenperformance gestaltete sich durchweg emotional und unschlagbar intensiv, voller Epik und Wucht, ohne dabei arrogant oder weltfremd zu wirken. Das Spiel zwischen Publikum und Künstler baute sich langsam zu einer verschworenen Einheit auf, und im ganzen Raum war eine immense Sympathie spürbar.

Während der Darbietung von „Nothing To Lose“ kletterte Keith ins Publikum und suchte intensiven Augenkontakt mit einzelnen Fans. Anschließend sank er inmitten der Leute auf die Knie und strahlte dabei eine dermaßen überwältigende Energie aus, welche einem auch Stunden später noch Gänsehaut verursachen sollte.

Auch die neue Singleauskopplung „Crawling (A Fondness For Hometown Scars)“ fehlte nicht auf der Setlist, und bestach durch Tiefe und Dramatik. Auch die Rufe nach dem Life Of Agony Klassiker „Let`s Pretend“ wurden erhört, er bildete das grandiose Finale eines umwerfenden Rock Konzertes.

Keith Caputo war wieder einmal in Bestform, seine dramatische Ausdrucksweise, gepaart mit explosionsartigen Gefühlsausbrüchen, hinterließ einen wahrhaft bleibenden Eindruck. Ohne Frage, ein Vollblutmusiker, welcher Liebe und Leid einzigartig offenbarte. Wer Keith Caputo noch nicht Live bewundern durfte, sollte dies unbedingt ändern und sich von seiner Musik mitreißen lassen.

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Carnivore Tour 2007

Die Stimmung im Lande erwies sich als äußerst passend. Vorweihnachtlich, gemütlich und behaglich stießen die US Amerikanischen Schlachtermeister von Carnivore gerade noch rechtzeitig dazu und bescherten dem friedlichen Europa eine Ladung ordentlichen Blutgenusses. Diese wirklich sensationelle Wiedervereinigung fand nach dem W:O:A 2006 und dem anschließenden Hamburger Konzert also tatsächlich Zeit und Raum für eine nicht gerade kleine Europa Tour.

Mit vorangegangenen Aufrufen, sich als „Blutmädchen“ zu bewerben, schossen die Jungs auf ihrer MySpace Seite bereits den ersten Vogel ab. War es doch eine entzückende Freestyle Englisch – Deutsch Übersetzung, die auch den Metalminder dazu brachte, ein kleines Zitat dieses lyrischen Wunderwerkes zu stibitzen. „KLICKEN SIE HIER JETZT!!!“ – Lesen Sie hier nun die fleischfressende Geschichte von und mit Peter Steele – Live in Europe!

30.11.2007 – Essen – Weststadthalle

Nach einer schier unendlich erscheinenden Type O Negative Tournee durch Nordamerika und Europa, sowie einigen Festivalauftritten, sollte man meinen, dass Frontmann Peter Steele sich erst einmal wieder für einige Zeit zurückzieht und eher wenig von sich hören lässt. Aber falsch gedacht! Herr Steele mobilisierte seine Kollegen von der New Yorker Thrash Legende Carnivore und sorgte nochmals für Furore in Europas Musikclubs.

Der Startschuss fiel mitten im Ruhrpott, genauer gesagt in der Essener Weststadthalle, welche eine ansehnliche Schar von Fans vorweisen konnte. Den Opener gaben die englischen Haudegen Raging Speedhorn, die schon als Warmmacher für Szenegrößen wie Ministry, Slipknot oder Rammstein unterwegs waren. Mit ihrem aktuellen Album „Before The Sea Was Build“ im Repertoire und einer definitiv energischen, sowie gradlinigen Mischung aus Brutalität und ordentlich Speed, lieferten die 6 Jungens einen kraftvollen Einstieg in den Abend.

Im Anschluss folgte dann die sehnlich erwartete Ankunft der Fleischfresser aus dem Big Apple. In typisch Steele`scher Manier gab es einen Akkord auf die Ohren und die Bühne wurde wieder verlassen, ein allseits beliebter Scherz der Truppe. Kurz darauf wurde dann wirklich losgelegt, mit „Carnivore“ und „Race War“ war der Einstieg perfekt und Band, sowie Fans voll und ganz in ihrem Element.

Nach kurzer Zeit brodelte die Halle und auch die Band legte nach anfänglich etwas holprigem Sound eine eingespielte Performance hin. Ohne Umschweife wurden „Angry Neurotic Catholics“ und „Male Supremacy“ dargeboten, wobei bei letzterem die wundervoll ruhige Passage leider ausgespart wurde. Des Weiteren folgten „Inner Conflict“ und das neu in die Setlist aufgenommene „Technophobia“, welches auf der Reunion- Tour 2006 nicht live gespielt wurde. Vor der Stage bildeten sich zeitweilig besorgniserregende Moshpits, bei deren Anblick einige Besucher wohl froh waren, in ruhigere Zonen der großzügigen Weststadthalle ausweichen zu können.

Die Stimmung erreichte bei „Predator“, „Helter Skelter“ und dem unausweichlichen „Jesus Hitler“ den Höhepunkt. Um diese Energie weiter anzuheizen gab es nach einer kurzen Pause „World Wars III And IV“ und „Sex And Violence“ in nett anzusehenden, blutverschmierten Schlachterschürzen zu bewundern. Carnivore begeisterten an diesem Abend in Essen eine Schar von Metalfans, welche sichtlich zufrieden den Heimweg antraten.

01.12.2007 – Osnabrück – Hyde Park

Eine kurze Nacht später dann die Ankunft in Osnabrück. Nettes und gemütliches Städtchen wie uns scheint. Heute jedoch keine Zeit für Sightseeing, auch die leisen Stunden dieses Samstages sollten bald ein Ende haben. Die Location an diesem Abend eine ziemliche ernüchternde, leicht enttäuschende Sache.

Schon rein äußerlich erweckt der Hyde Park den Eindruck einer zweitklassigen, unangenehmen Dorfdisco, was sich dann auch leider im Inneren nicht mehr drehen lässt. Backstage eine totale Katastrophe, da quasi nur ein Raum zur Verfügung steht. Für allgemeines Abhängen vielleicht ganz gut geeignet und bequem, erweist sich die mangelnde Rückzugsmöglichkeit und das absolute Fehlen jeglicher Ruhe für Konzertzwecke als Nachteil.

Nichtsdestotrotz ist die Stimmung in der Band dieser Tage klasse, Peter hat wie erwartet ein leicht heiseres Stimmchen, was vom Rotwein trinken und Predigen jedoch nicht abhält und auch Paul, Joey und Steve wissen sich die Zeit mit nützlichen Dingen wie Kontaktlinsen wechseln, Gitarre spielen, Trommeln oder einfach sinnfreiem Popowackeln zu vertreiben.

Keine Spur mehr von fälschlicherweise angenommenen Schusswechseln in der benachbarten Waldanlage. Die Show an diesem Abend der vorherigen sehr ähnlich, Setliständerungen Fehlanzeige, das übliche –nach dem ersten Akkord Abtreten- wie immer Standard. Einzig der innere Schwung (Konflikt, ha ha) und der Sound bestachen an diesem Abend durch gesteigerte Qualität. Gesamteindruck besser als in Essen, der gewisse Kick scheint allerdings noch verborgen.

Den Beinamen Dorfdisco wohlverdient, begannen auch schon sofort nach Konzertende die Umbauarbeiten für den normalsterblichen Tanzabend und NATÜRLICH ging dem DJ zu allererst der wahnwitzige Knaller durch die Boxen, die andauernde Umbauphase mit den Klängen von Type Os „Black No. 1“ zu versüßen! Ahhh…

Keine Ahnung, was sich vor der Bühne zu dieser Zeit abgespielt hat, aber Backstage gab es kein Halten mehr. Peter kämpfte zwischen Lachen und Weinen, fiel dann allerdings in ein leicht wahnsinniges Übergrinsen über und grölte seinen alten Gassenhauer lauthals mit (als „Schwarz Nummer Eins“ Variante versteht sich), während die restliche Band samt Crew in rhythmisches Tanzen überging. Absurd, gewiss – aber herrlich!

Später diesen Abends gab es noch eine ausgedehnte Autogrammstunde, während sich allmählich das „normale“ Discopublikum unter die standhaften Carnivore Fans mischte und sich die Band sogar für kurze Zeit unters Volk auf die Tanzfläche wagte. Ja, sogar der Bandleader versuchte, das Beinchen zu schwingen, schlenderte dann aber nur kurz im Kreis und suchte wieder den Frieden hinter der Bühne. Abschließend ist für diesen Abend ein deutlich erhöhter Konsum alkoholischer Getränke anzumerken und die damit einhergehenden Stimmungsschwankungen vs. Schleudergefahren nicht gerade vorbildlich.

Aber nun denn!

So ist das Leben auf Tour nun mal, ein ständiges Auf und Ab! Leichtes Unverständnis an dieser Stelle auch gegenüber diesen nach wie vor zahllosen „Fans“, die auch in unangebrachten Situationen nicht zu verstehen wissen, dass auch der große Peter S. nur ein einfacher Mensch ist, der vielleicht mal ein wenig Ruhe und eine Auszeit von den ständigen Belagerungen verdient hat.

Manchmal erreicht man durch Zurückhaltung und Verständnis mehr Respekt als durch hartnäckige Dauerpräsenz!

04.12.2007 – Berlin – Columbia Club

Aggro Berlin! Besser geht dieser Ersteindruck des Tages gar nicht zu beschreiben. Wetter nicht so toll, die Fahrt auf der Autobanh trotz grandioser Begleitmusik (Megadeth „Countdown To Extinction“) sterbenslangweilig und auch die letzten Fetzen Müdigkeit waren noch nicht ganz abgeklungen. Doch der schlagartige Schock sollte nicht lange fernbleiben. Kein geringerer als Bushido himself, “Meister des Hip Hop, Rapper des Bösen, Black Metal Melodien Dieb“, trat genau im Nebengebäude des Columbia Clubs auf. Na prima!

Da war es dann plötzlich vorbei mit der Langeweile. Drängelnde Bushido Fans wohin das Auge reichte, ein auf der Straße befindliches Polizeiaufgebot wie zu Zeiten der schlimmsten Demos prägten den oberflächlichen Eindruck dieses Tages. In Wirklichkeit gab es jedoch keinen einzigen Funken des Unwohlseins und auch die berühmt berüchtigten Aggressionen blieben aus. Auf dem Hof der beiden Veranstaltungsorte standen Carnivore- und Bushido-Tourbus Seite an Seite und niemanden hat’s gekümmert. Keine feinseligen Aktivitäten zu beobachten!

Schade nur, hätten wir das eher gewusst, hätten wir unsere Dimmu Borgir Pyjamas übergeworfen, so als Mutprobe des Tages…

Willkommen in der Hauptstadt! Nach Sightseeing und Soundcheck waren die Jungs von Carnivore fit für das Konzert im vollen Columbia Club in Berlin.

Die Herren Steele, Bento, Tobin und JoeyZ ließen wie gehabt den englischen Jungspunden von Raging Speedhorn die ehrenvolle Aufgabe zuteil werden, dem Club ordentlich einzuheizen. Gesagt getan, nach diesem Auftritt wurden die Nerven der Anwesenden allerdings auf eine harte Probe gestellt. Denn bevor Carnivore endlich die Bühne betraten gab es gefühlte 100-mal hintereinander den Nena Song „99 Luftballons“ zu hören, was verständlicherweise zu argen Missstimmungen im Publikum sorgte.

Nach dieser Zerreißprobe war es dann endlich soweit, Carnivore kamen und gingen wieder, also die übliche Humordemonstration, welche angesichts der eh schon gespannten Lage vielleicht nicht unbedingt von Nöten gewesen wäre. Nun gut, die Situation entspannte sich sofort bei den ersten Akkorden von „Carnivore“ und das darauf folgende „Race War“ entschädigte für so manche Geduldsprobe.

Die gesamte Setlist der vorangegangen Konzerte wurde exakt beibehalten und garantierte für jeden Klassiker der Truppe. Das Beatles Cover „Helter Skelter“ entfachte diesmal eine ganz besonders angenehme Atmosphäre und sorgte für ausgelassene Fans.

Finale bildete natürlich das blutig unterstrichene „Sex And Violence“, welches von zwei hübschen jungen Damen, mit „wenig“ Stoff am Körper, visuell vervollständigt wurde.

Damit war der Gig beendet und hinterließ freudig strahlende Gesichter. Man konnte während des gesamten Auftritts förmlich die Freude am Spiel der Band spüren, was bei Herrn Steele ja leider nicht immer der Fall ist. Carnivore versprühten all ihren Charme und machten Freude auf ein baldiges Wiedersehen.

Obwohl eingeladen, verabschiede man sich nach der Show in Berlin und wünschte der Band in Prag & Co. Weiterhin den verdienten Erfolg.

Was bei dieser Tour als unangenehmer Beigeschmack zu verzeichnen war, sind wohl die kleinen Unverschämtheiten wie z. B. für ein Poster 10 Euro zu verlangen und dann bei anschließenden Autogrammstunden wirklich und ausdrücklich nur dieses Poster signieren lassen zu dürfen (so geschehen in Berlin). Das geht einfach gar nicht! Auch die unflexibel gehaltene Setlist und das komplette Fehlen eines neuen Songs wirken eher belanglos einstudiert als irgendwie motivierend.

Viele Fans haben mehr erwartet und bei dieser eigentlich spektakulären Reunion ist ihnen die Enttäuschung keineswegs zu verübeln. Für wage angedeutete Auftritte im Jahr 2008 oder zumindest in allgemeiner Zukunft sei also zu hoffen und eigentlich auch frech zu fordern, dass sich das Brooklyner Ensemble zusammensetzt, an Performance feilt und endlich das geplante neue Material zusammensetzt. Es ist ja nicht gerade die allerschwerste Kost, die hier zelebriert wird, die Umsetzung also durchaus machbar und an guten Musikern mangelt es ja auch nicht!

In diesem Sinne – Let´s Have A War!

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HIM „Venus Doom“

him_coverDoom! Wörtlich übersetzt soviel wie Schicksal, Geschick, Verhängnis, gerne auch verurteilen oder verdammen! In der Musik vorwiegend mit Doom Metal in Verbindung zu bringen, wobei sich dort eine kennzeichnende Überladung an schweren Tönen und tiefen Vocals als besonders markant abzeichnet. Anders genutzt und in Kombination mit Weltuntergangsprognosen und Ausrufen a la „Judge Me!“ kann jedoch ebenso eine Brücke zu unser aller „Prophet Of Doom“ alias Brooklyn-Peter geschlagen werden.

„Doom“ an sich findet also die verschiedensten Verwendungen. Was sich allerdings hinter der Zusammenstellung „Venus Doom“ verbirgt, lässt eine Konfrontation mit dem neuen, sechsten Studioalbum der Düster-Oldies um und mit Ville Hermanni Valo nicht aus. Nach dem eher fröhlichen und leicht kränklichen Album „Dark Light“, samt dem wohl fiesesten Titeltrack ever, waren schon vor dem Erstdurchlauf des neuen Werkes diverse Messlatten höher gestellt worden.

Schon zu Beginn wird hier eine deutliche Portion „Dröhnen“ an den Tag gelegt und das ganze Brimborium somit stark tatverdächtig. Der Hintergrund scheint ausgeklügelt und wirkt äußerst wohltuend. Opener „Venus Doom“ zieht gewaltig an und auch im zweiten Streich „Love In Cold Blood“ kann sich der angestrebte Sound & Groove durchaus sehen lassen und besticht durch markant typisch Valo´sche Vocals! Der Gesamteindruck schon jetzt erwachsener, anspruchsvoll und sogar komplexer, denn zu mancher HIM-Hit-Periode.

Neben den unzähligen Jugendlichen, die es derzeit in die große weite Musikwelt treibt, zementieren sich die alten Hasen ihre Fußstapfen erneut fest ein und geben nach wie vor das Steinchen ins Rollen. „The Kiss Of Dawn“ als hartnäckiger Ohrwurm, „Bleed Well“ als fantastischer, nahezu perfekter Ansatz um die Gitarre einmal so richtig rotieren zu lassen und „Cyanide Sun“ als scheinbare Fortsetzung beziehungsweise Anknüpfung an „Play Dead“ vom „Dark Light“ Rundling. Beim letzteren ist die Ähnlichkeit kaum unbemerkt zu wissen und überhaupt ist die gelegentliche Wirkung von „Venus Doom“ sehr vertraut.

Ein Glanzstück und Medaillon von Musikalität und Tiefgründigkeit, einfach pure Musik für Körper und Geist. Das jüngste Werk birgt Höhepunkte und Erfahrung, kommt jedoch im kleinsten Detail an manche Nummern von z. B. „Love Metal“ nicht ganz heran. Einen Song gilt es dennoch bevorzugt hervorzuheben, denn mit dem zehnminütigen „Sleepwalking Past Hope“ brechen die Finnen alle Regeln und ziehen gleichermaßen alle Register zum absoluten „WOW“!

Mit ständig wechselnden Songstrukturen und sich abwechselnden Sequenzen, die es in sich haben, erfährt das zuhörende Wahrnehmungsorgan meisterhaften Genuss. Die hier besonders vorgreifenden mehrschichtigen Gesangsspuren machen die Sache rund, Ville im Duett mit sich selbst immer einzigartig und grandios. Gegen Ende diesen Schwergewichts ein kleiner Hauch Orient…

Im Querschnitt gibt es auf „Venus Doom“ mehr musikalisch instrumentale, intensive Parts denn je, der Prüfung in punkto „Doom“ haben sich die Finnen dementsprechend erfolgreich gestellt! Nur finde ich es dennoch schade, dass uns der richtig wahre HIM Donner immer erst Live On Stage beschert wird, und nicht schon die Alben das Gitarren Gewitter in die Welt entlassen. Aber nun denn! Doom On!!!

9/10

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Moonspell „Under Satanae“

moonspell_coverMoonspell berufen sich auf frühere Zeiten zurück und erfreuen die Metal Welt mit frischen Neuaufnahmen, alter Kompositionen. Der aktuelle Silberling namens „Under Satanae“ enthält die komplette Arbeit vor den „Wolfheart“ Tagen. Vom Demo Tape „Anno Satanae“, über die Mini Cd „Under The Moonspell“ bis hin zum aller ersten Song „Serpent Angel“, den die Band noch unter dem Namen Morbid God komponierte.

Moonspell verleihen den Stücken einen wunderbaren Klang, ohne den nostalgischen Charme einzubüßen. Im Gegensatz zu manch anderen Bands, welche alles einfach nur modernisieren, erfassten Moonspell den Geist ihres alten Klanges und liefern in knapp 50 Minuten Spielzeit einen schwer atmosphärischen, sowie düsteren Diamanten ab. Besonderes Augenmerk gilt natürlich Sänger Fernando Ribeiro, alias Langsuyar, welcher es immer wieder vermag, mit seiner Mark und Bein erschütternden Stimme, den Hörer in fantastische Welten zu entführen.

Für die meisten Moonspell Jünger wird insbesondere, das schon erwähnte „Serpent Angel“, ein ultimatives Highlight darstellen, welches in neuem Soundgewand einfach nur göttlich, Verzeihung „satanisch“ daherkommt. Die Portugiesen Moonspell besteigen mit „Under Satanae“ endgültig den Thron der Finsternis, stets wachsam und mit dem richtigen Gefühl für Tiefe und Spannung kann ihnen niemand mehr entkommen.

9/10

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The Cult „Born Into This“

thecult_coverMit dem neuen Album von The Cult werden so einige Fans auf dieser Welt die gierige Phase des Wartens als beendet wissen. „Born Into This“ schickt uns gute Grüße aus längst vergangenen Zeiten und sorgt für gemütlich warme Rock Stunden. Nach dem Studio Album „Beyond Good And Evil“ (2001) sind nun auch die stolzesten 6 Jahre Wartezeit vorüber, die Hoffnung auf den nächsten Rundumschlag in Sachen zeitlosen Ohrwurm Charakters steht gebannt.

Dem heutigen Musikgenre „Alltagsrock“ leicht angepasst, steht „Born Into This“ trotzdem in ganz eigenem Licht. Sänger und Gründungsmitglied Ian Astbury brilliert hier mit überzeugender Kraft und gigantischem Ausdruck in der Stimme und The Cult werden abermals durch diesen Dynamo zur tickenden Granate und nebenbei sachte verfeinert.

Insgesamt 10 Titel trägt dieses Album, Opener und Titeltrack „Born Into This“ legt schon mit dem richtigen Funke Gefühl und Energie los. „Dirty Little Rockstar“ könnte in die Charts schießen und auch die übrigen Songs sind nicht von schlechten Eltern. Vordergründig stets der typische Klang, der The Cult schon seit Anbeginn umgibt. Fein, harmonisch und dennoch frech und rockig. „Illuminated“ wirkt durch die Textstelle „Shine On, Shine On…“ leicht ausgelutscht und abgedroschen, was aber wohl daran liegt, dass diese Wortfolge im Musikbusiness generell schon zu viel Verwendung fand.

Demzu hat die CD bei mir an gewissen Stellen des Songs deutliche Lautstärke Störungen. Leise, lauter und zurück, erkenne ich hier leider nicht als Stilmittel!? Vielleicht habe ich einen Wackelkontakt im Kabelnest? Eher unwahrscheinlich, aber nichts Genaues weiß man nicht! Der erste Platz und somit die Medaille aus Gold geht an Song Nummer acht! „Tiger In The Sun“ erinnert durch die unbeschwerte pure Leichtigkeit und die enorme Ohrwurmgefahr besonders intensiv an die alten Klassiker dieser Band und verfrachtet direkt in andere Sphären. Und wer hat Hits wie „Rain“ oder „Edie“ damals nicht geliebt?

Das ist genau der typische Sound, der The Cult damals wie heute eingepflanzt bleibt und das ist nach wie vor rauszuhören und prägend. Hier verbinden sich ergreifend mitreißende Fünkchen zu einem leuchtenden Stern.

9/10

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Down „Over The Under“

down_coverDa gibt es doch diesen ganz bestimmten Klang von Musik, diese Mischung Dröhnen meets markante Stimme. Kyuss waren damals schon mit genau dieser Note ihrer Zeit voraus und haben „Nachfolger“ wie Corrosion Of Conformity oder Black Label Society sicher irgendwo mitgeprägt.

Aus Ex-Bandmitgliedern von C.O.C., Pantera oder Crowbar stehen Down rein Line-Up technisch hochkarätig im Puls der Zeit. Jede dieser Ex-Bands hat die gewisse Würze und einen besonderen Groove getragen. Nach den beiden bisherigen Alben „Nola“ (1995) und „A Bustle In Your Hedgerow“ (2002) steht nun mit „Over The Under“ ein Trio im Regal. Phil Anselmo reizt und temperiert hier das Klima des Albums sehr gut aus, seine Stimme nicht nur zu Pantera Zeiten ein Hinhörer.

Vom amerikanischen „On the Road“ Bikerfeeling bis zu sachten Tönen, vereint sich hier eine Menge Zunder zu rockin´ dynamite! Ob „Over The Under“ den zwei anderen Alben das Wasser reichen kann, bleibt jedoch jedem selbst überlassen! Ich finde diese Platte nach dem ersten Durchlauf gut, ausgewogen und trotzdem ziemlich zähflüssig und leicht fad. Neben meinen Anspieltipps und favorisierten Tracks „Never Try“, „Beneath The Tides“ und „Nothing In Return (Walk Away)“ gibt sich der Rest zwar abgerundet aber unspektakulär. Demzu empfinde ich das Album bei mehrmaligem Durchhören als immer schwächelnder.

Für meine Begriffe ein Rundling, der nicht zu oft in Folge abgespielt werden sollte. Schwierig zu bewerten, da ohne Frage grandiose Musiker am Werke, aber richtig Funken versprüht diese Platte leider nicht. Aber so ein Fazit würde ich auch einigen Kyuss Alben auferlegen und die sind ja bekanntlich trotzdem alle grandios!

8/10

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