Thaurorod „Coast of Gold“

thaurorodFrischen Power Metal braucht das Land! Und der kommt in Form der finnischen Jungs von Thaurorod auf uns zu.

Die beiden Alben „Upon Haunted Battlefields“ (2010) und „Anteinferno“ (2013) waren bereits echte Kritikerlieblinge und ließen Vergleiche mit Szenegrößen wie Sonata Arctica oder Dragonforce zu.

Mit „Coast Of Gold“ spielen Thaurorod weiter in dieser Liga und präsentieren ihr Händchen für schnellen, symphonischen Power Metal, garniert mit Eingängigkeit und einem Gespür für die unumgänglichen Melodienbögen. Textlich bedienen die Herren sowohl historische als auch phantastische Themen, die voll von positiver Energie untermalt sind und in jeglicher Hinsicht Spaß bieten.

Songs wie „Power“ und „Cannibal Island“ nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch sämtliche Phasen des Power Metals und bieten alles was sich ein waschechter Power Fan nur wünschen kann.

8/10

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Voodoo Circle „Raised On Rock“

voodoocircleGuter, klassischer Hard Rock, so wie ihn die Jungs von Voodoo Circle präsentieren gehört nicht nur zum guten Ton, nein- er geht immer und setzt sich durch die Jahrzehnte hinweg fest.

„Raised On Rock“ ist das beste Beispiel dafür, den die Songs klingen eigenständiger und kerniger als je zuvor.Nummern wie „Running Away From Love“  oder das folgende „Higher Love“ wissen hymnisch zu begeistern und erstrahlen förmlich in guter, alter Whitesnake Tradition.

Die Arrangements klingen reif, ursprünglich und haben dennoch einen modernen Touch, der den Gesamteindruck abrundet und dem ganzen Werk die erforderliche Eigenständigkeit verleiht. Einfach gut!

9/10

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Stone Broken „Ain`t Always Easy“

stonebrokenDie Engländer Stone Broken schlagen ein neues Kapitel in ihrer noch jungen Karriere auf und unterschreiben einen weltweiten Deal mit Spinefarm Records. Die erste Veröffentlichung auf ihrem neuen Label ist das zweite Studioalbum ‘Ain’t Always Easy’, das am 2. März 2018 erscheint.

Die UK Rocker stellen ihre Fähigkeit unter Beweis, emotionale und musikalische Tiefe gekonnt zu verbinden.

Das Songwriting ist ausgefeilt, die Riffs und Refrains zeigen sich einprägsam und  laden zum Fußwippen ein.  Die Themen umfassen ein breites Feld, sowohl persönlich als auch gesellschaftlich. Die Single „Worth Fighting For“ macht wirklich Spaß und setzt konsequent Energie frei. Und auch bei den ruhigeren Nummern wie „Home“ zeigen Stone Broken deutliche Ambitionen.

Im Großen und Ganzen ist den Jungs mit „Ain`t Always Easy“ ein wunderbar rockiges und graziles Album gelungen, das auch nach mehreren Durchgängen noch zündet. Das einzige Manko stellt der dezente Nickelback Hauch dar, der sich einfach nicht verleugnen lässt. Wobei das ja auch nichts schlechtes sein muss, schließlich gehören die genannten Kollegen zu den erfolgreichsten Bands überhaupt.

7/10

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Schattenmann „Licht an“

schattenmannEnde 2016 haben sich die Jungs von Schattenmann zusammengefunden. Diese junge Band aus Nürnberg hat eine klare Vorstellung von sich selbst und ergibt sich gänzlich den Vorstellungen von groovigem, deutschsprachigem Wuchtsound a la Oomph.

Härte 2.0, so einfach und klar definieren Sänger Frank Herzig, Basser Luke Shook, Gitarrist Jan Suk und Drummer Nils Kinzig ihren einprägsamen Sound.

Schattenmann  wagen sich irgendwo zwischen harten Gitarrenwänden, ruppigen Linien und orchestralen Synthies durch und erschaffen dabei nichts desto trotz ein erstaunlich emotionales und ungewohntes, ja originelles Album, das sich erst  Zeit lässt, aber dann dennoch fest ins Gehör schleicht.

Die Zeichen stehen gut, denn die Neue Deutsche Härte braucht frische Gesichter, die musikalische, lyrische Ideen und Visionen hervorbringen und  in einem leicht verschlafenen Genre Staub aufwirbeln.

8/10

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Life Of Agony „A Place Where There`s No More Pain”

LOA_CoverLife Of Agony waren in den 90er Jahren eine ganz große Nummer. Die Videos zu „Weeds“ und „Let`s Pretend“ liefen im damaligen Musikfernsehen auf Dauerschleife und zählten wohl zu den bekanntesten Songs der Zeit, die auch in der noch so kleinsten Dorfkaschemme die Tanzflächen zum überlaufen brachten. Mit dem 1993er Metal/Crossover-Debüt River Runs Red erarbeitete sich die Band eine frenetische Fanbase.

Zwei Dekaden lang wurde unermüdlich getourt und sich die Bühne mit den ganz Großen geteilt, darunter Metallica, Black Sabbath, Ozzy Osbourne, Foo Fighters und The Red Hot Chili Peppers. Nach dem vielgelobten Zweitling „Ugly“ (1995) öffneten sich die New Yorker auf „Soul Searching Sun“ (1997) und „Broken Valley“ (2005) entscheidend in Richtung krachigem und seelenvollem Alternative Rock. Bislang haben Life Of Agony über eine Million Alben verkauft. Ob sich aber an diesen Megaerfolg mit dem Neuwerk „A Place Where There`s No More Pain“ anknüpfen lässt?

Die 10 neuen Tracks fügen sich zwar intensiv ein, lassen den Hörer aber durchaus etwas irritiert zurück, da ständige Wiederholungen und der stellenweise deutlich überambitionierte Gesang von Frontfrau Mina auf Dauer zum ausreizen sämtlicher Nervenstränge führen. Man fühlt praktisch Minas inneren Kampf mit ihren eigenen Dämonen, was aber mitreißend sein sollte und nicht ungewollt anstrengend.

Mina Caputo zieht sich wie ein roter Faden durch alle Songs des Vierers, damals wie heute: geboren als Keith Caputo, hatte dieser sein Coming Out als Transgender in 2011, änderte seinen Namen, blieb aber den tiefgründigen Worten treu. „And I just want to disappear and hide“  singt sie und leuchtet allen Schicksalsgebeutelten den Weg – und geht den ihren unbeirrt weiter. „A Place Where There`s No More Pain” gleicht  einer ungewollten Therapiestunde. Schade, denn live sind Life Of Agony sicher weiterhin eine Macht an positiver Energie.

6/10

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Sinner „Tequila Suicide“

Sinner CoverDer gute Mat Sinner treibt weiterhin fleißig sein Unwesen und reicht uns mit „Tequila Suicide“ eine weitere Portion traditionellen Hard Rocks an. Klassisch, mitreißend und durchaus wohltuend für die geplagten Gehörgänge. „Go Down Fighting“ verbreitet sofort gute Laune und untermalt ganz wunderbar das mexikanisch angehauchte Coverartwork.

Der Titelsong „Tequila Suicide“ und das schnittige „Road To Hell“ zeigen  Herrn Sinners ausgezeichnetes Gespür für stilsicheres Songwriting, was sich mit dem „Sinner Blues“ und „ Dying Of A Broken Heart“  auch auf die durchaus leiseren Töne anwenden lässt. „Tequila Suicide“ ist eine wunderbar ausgereifte und ordentliche Portion Hard Rock, die für Fans einen wahren Genuss darstellt. Wo Sinner drauf steht, ist eben auch Sinner drin.

8/10

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Danko Jones „Wild Cat“

Danko Jones CoverDanko Jones mag der Mensch, oder eben nicht. Und wie bei so vielen anderen Kollegen häufen sich auch bei Herrn Jones die Gerüchte um eine gewisse Eintönigkeit, welche aber durch Energie, Spaß an der Sache und einer ordentlichen Prise Selbstironie weitgehend wett gemacht wird.

Die neue Scheibe „Wild Cat“ schlägt in eben genau diese Kerbe und fordert von der ersten Sekunde an die Füße zum dauerwippen auf. Der Kanadier setzt auf erdige und frische Rock Musik, die so gut mit deftigen und auch punkigen Riffs durchsetzt ist, dass die Songs einfach nur durchgrooven und stets typisch lässig daherkommen. Wer „Wild Cat“ sein Eigen nennt, erhält genau das was er erwartet. Danko Jones in allerbester Manier, schnörkellos und erdig. Und dann auch noch dieses wunderschöne Retrocover!

8/10

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Powerwolf „Blessed & Possessed“

Powerwolf_CMYK[1]Die deutsche Heavy Metal Formation Powerwolf  hat sich in den letzten Jahren zu einer waschechten Größe im Geschehen herauskristallisiert. Seit ihrer Gründung im Jahre 2003 haben die Herren sechs Alben veröffentlicht und erreichten sogar einige enorme Platzierungen in den deutschen Albumcharts!

Man höre und staune, der klassische deutsche Heavy Metal steht weiterhin  in den Startlöchern und bahnt sich immer wieder seinen Weg durch die Gehörgänge. Diese Erfolgskurve sei Powerwolf gegönnt, da sie auf allen großen deutschen und europäischen Festivals, sowie auf zahlreichen Headliner -Tourneen  unter Beweis stellen konnten, dass sie schlichtweg zu einer der besten Live Acts auf diesem Planeten zählen.

Auf „Blessed & Possessed“ kann sich der geneigte Hörer von eben genau diesen Qualitäten überzeugen, oder seiner favorisierten Band genüsslich im heimischen Wohnzimmer huldigen. Powerwolf lassen Heavy Metal hochleben und verbreiten auf ganzer Linie Partystimmung.

8/10

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Darkthrone „Arctic Thunder

Darkthrone Arctic thunder-coDie norwegischen Black Metal Urgesteine Darkthrone melden sich nach einigen Jahren nun doch wieder zu Wort. Und was soll man sagen, Fenriz (drums) und Nocturno Culto (strings/vocals) liefern ein beachtliches Werk ab, das mit Finsternis und Härte auch im Jahre 2016 fernab des Mainstream seinen Platz behaupten kann.

„Arctic Thunder“ peitscht von Song zu Song, setzt griffige Punk-Riffs ein und verliert dennoch nie den schwarzen Faden. Darkthrone setzen einfach immer wieder ihre eigenen Trademarks und folgen keinen Trends. Ruppig, sperrig und dennoch irgendwie erfrischend, immer mit dem richtigen Zeitgefühl.

Über Black Metal scheiden sich seit  jeher die Geister, wobei gerade diese Stilrichtung unglaublich intensiv und mitreißend daherkommen kann. „Arctic Thunder“ rollt mutig und eindrucksvoll durch die Gehörgänge, bleibt durchgehend spannend und zeigt das Darkthrone immer noch wissen was zu tun ist.

8/10

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Wacken Open Air 2016

woa16_10Und wieder ist ein Jahr vorbei und man findet sich inmitten einer Horde schwarzer Seelen, zusammengekommen um eine musikalische Reise anzutreten. Mittlerweile wohl eine ganze Woche wird das Dorf Wacken von der Familie besucht, einen vorübergehenden Zweitwohnsitz mit den hiesigen Koordinaten auch offiziell und behördlich eintragen zu lassen –  wird sicher auch irgendwann möglich sein.

Über Schlamm und dergleichen möchten wir eigentlich nicht mehr sprechen, das ewige Drama der Abreise um „fährst du und ich schiebe?“ oder „kann mal irgendwer helfen?“, „guck mal der fährt sich fest“, gern auch „komm ich da durch?“ und „ahh, ich seh nix…“ wird schon zur Routine. Aber einmal im Jahr und vor allem im Nachhinein schon auch witzig… Gelungen war das Festival in jedem Fall. Erstmals gab es verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, mehr Kontrollen, weniger durfte mit aufs Gelände. Keine großen Taschen, Rucksäcke etc. Der Stimmung konnte das nichts anhaben und mitten im Getümmel hat man davon nichts bemerkt.

Foreigner

Ein neues Wacken-Mitglied waren Foreigner, die mit ihren melodischen Hymnen weltweit Gehör finden und man kennt doch mehr als einem anfänglich bewusst ist. Sehr sympatisch und voller Energie gaben die Herren eine gute Performance ab, gerne mehr davon. Songs wie „Cold As Ice“, „Urgent“, „Juke Box Hero“ und „I Want To Know What Love Is“ kennt einfach jeder, wahre Evergreens, gehen direkt ins Ohr. So simpel und eingängig, das ist die große Kunst und erfreut das Publikum jeden Jahrgangs. Mitsingen inklusive! Ganz ähnlich auch beim nächsten Act…

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Whitesnake

And here I go again! Whitesnake sind eine dieser ewig rotierenden Bands im großen Rockuniversum. Ihr Megaerfolg in den 80er Jahren machte David Coverdale und seine Band unsterblich und bringt auch heute noch sämtliche Nervenzellen zum mit fiebern. So wie auch auf dem diesjährigen Wacken Open Air, denn Whitesnake sind eine unfassbar gute Live Band, die auch auf Rockneulinge eine immens positive Energie auszuüben vermag. Wenn auch so manch anwesender Krawallbruder die klassischen Songs als puren Kitsch abtun wollte, so wurde er schnell eines Besseren belehrt. Denn Whitesnake sind eine Macht, die elegant und grazil mitreißt, ohne jemals an Kraft oder Intensität zu verlieren. „Fool For Your Loving“, „Is This Love“ „Give Me All Your Love” oder das ewige „Here I Go Again“, David Coverdale ist einfach ein fantastischer Sänger und Entertainer, der das Wacken Open Air in seinen Bann ziehen konnte und Whitesnake wieder einmal in Hochglanz erstrahlen ließ! Ein durchweg großartiger Aufritt!

Iron Maiden

Iron Maiden zelebrierten bereits zum dritten Mal ihre Monstrosität auf dem Wacken Open Air. Im Rahmen ihrer „Book Of Souls“  Welttour machte die Ed Force One  einen kurzen Zwischenstopp im nordischen Flachland und ließ die Stage samt Flammen, Nebelschwaden und jeder Menge Hits im Gepäck erstrahlen. Bruce Dickinson eröffnete das Spektakel mit „If Eternity Should Fall“ und ließ in den nächsten 90 Minuten ein wahres Best Of über die Bühne feuern, bei dem natürlich auch „Children Of The Damned“, „The Trooper“ und „Fear Of The Dark“ nicht fehlen durften. Besonders zu erwähnen wäre auch noch die, gleichzeitig neben dem Wacken Stream, Open Air Live Übertragung im Internet, die  Iron Maiden exklusiv und weltweit mit über 500.000 Zuschauern einen neuen Rekord aufstellen ließ. Ja, Iron Maiden sind in allen Belangen groß und übermächtig! Ein ewiges Highlight für viele WOA Anhänger.

Axel Rudi Pell

woa16_3Endlich wieder: Der Axel, der Rudi, der Pell! Es ist einfach zu schön. Das Original aus dem Ruhrpott gehört einfach zum unbestreitbaren  Inventar des Wacken Open Air.

Der zeitlose Klang seiner Songs beschallte die nicht mehr vorhandenen Wiesen und ließ sicherlich so manchen Neu- Wackengänger aufhorchen, denn die Tracks machen einfach Spaß und zeigen Gitarrenkunst von seiner qualitativ extrem hochwertigen Seite. „Strong As A Rock“ und „Tear Down The Walls“ dürfen eben auf keinem Rockfestival fehlen und machen aus jedem verregneten Tag eben einen deutlich besseren.

Tarja

Sich losgelöst der ehemaligen erfolgreichen Formation Nightwish auch langfristig solo behaupten zu können, das ist sicher nicht immer ganz einfach. Da spielt es Tarja vielleicht doch ein wenig positiv zu, dass es nach ihrem Ausscheiden bei Nightwish mit eben diesen auch nicht so ganz optimal weitergegangen ist. Die Wucht und Ästhetik ihrer Stimme ist ein Fels der Songs und ihre immer offene und positive Ausstrahlung rundet das Bild ab. Und dann hat sie eine Wackenbühne ganz für sich und ihre Gesangskunst, die dem einen schrill durchs Ohr fegt und andere zu Tränen rührt. Schön zu sehen und hören, so zwischen all der männlichen Präsenz im Metal. Nicht für jeden Geschmack, keine Frage, dennoch von vielen hoch gefeiert.

Therion

Therion gehören seit Ewigkeiten zu den Stammbands auf dem Wacken Open Air. Und auch wenn die Shows mal mehr oder eben weniger Begeisterung hervorrufen, können Therion stets durch unfassbaren Bombast die Ohren in ihre Richtung ziehen. Der diesjährige Auftritt war einer der grandiosen Sorte, die Band bestach durch herausragende Spielfreude und stimmlich überzeugende Gesangseinlagen. Geboten wurden unter anderem Bandklassiker wie „Cults Of The Shadow“, „Flesh Of The Gods“ und natürlich die ultimative Bandhymne „To Mega Therion“, die wirklich grandios inszeniert wurde. Therion waren eine Quelle der Inspiration und werden hoffentlich in dieser Form noch sehr oft zu Gast auf dem heiligen Acker sein.

Steel Panther

Der strahlende Sonnenschein erwies sich als passender Hintergrund für unsere amerikanischen Freiluftfreunde von Steel Panther. Sänger Michael Starr, Gitarrist Satchel, Schlagzeuger Stix Zadinia und der bezaubernde Bassist Lexxi Foxxx stellten wie immer optische Highlights dar, boten aber leider eine schon wahrlich eingestaubte Show, welche der fleißige Fan mittlerweile sicherlich schon auswendig kennen dürfte. Die Anzüglichkeiten, derben Witze und allerlei Geschmacklosigkeiten allesamt schon dermaßen abgespult, dass sich durchaus Langeweile breit machte. Schade eigentlich, denn die Jungs beherrschen ihre Instrumente und Michael Starr ist wirklich ein begnadeter Sänger. Warum dann also diese ewige Wiederholung? Wie in einer Zeitschleife gefangen. Einzig die Coverversionen von Bon Jovis „You Give Love A Bad Name“ und Guns`n Roses „Sweet Child O Mine“ ließen nochmals aufhorchen  und sorgten wie immer für Partystimmung! Jungs, denkt euch bitte mal etwas Neues aus!

Triptykon

woa16_8Endlich mal eine Band für Freunde der anspruchsvollen und düsteren Unterhaltung. Denn dies ist die Kirche der Finsternis, erschaffen im Jahre 2008, um jene Dunkelheit weiterzuentwickeln, die ihre direkten Vorgänger –die bahnbrechenden Black Metal Pioniere Celtic Frost- heraufbeschworen hatten. Tom Gabriel Fischer a.k.a. Tom Gabriel Warrior Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter ist wohl der Inbegriff der Szene, unbeirrt und ewig extrem.

Und so sollte Triptykon in punkto Düsternis und Brutalität seine wahre Macht über dem Wacken Open Air entfalten. Mit einem Rundumschlag aus Celtic Frost Klassikern und eben diesen wunderbaren Triptykon Meisterwerken ließen die Zuhörer sich mit auf eine finstere Reise nehmen, die mit „Procreation Of The Wicked“ ihren Anfang fand und weiter mit „The Ursurper“ und dem ursprünglichen „Goetia“ in ihren Bann sog. Ein weiteres Highlight stellte die gesangliche Unterstützung von Simone Vollenweider dar, die bereits zu Celtic Frost Zeiten an Tom Gabriels Seite stand. Mit „Auroae“ und dem gewaltigen „The Prolonging“  neigte sich der Auftritt dann langsam seinem Ende zu und hinterließ eine gebannte Masse, die sich gern wesentlich mehr an solch düsteren Großereignissen auf dem WOA erfreuen würde.

Twisted Sister

Dee Snider!!!! Ich glaub es nicht!! Oh endlich, was haben wir darauf gewartet, immerzu gehofft ihn nochmal hier erleben zu dürfen. Diese unmenschliche Energie und dieser Wahnsinn der von der Bühne versprüht wird, so unglaublich ansteckend. Wer da noch stillstehen kann oder gar  – kein Interesse hat – nicht zu verstehen!! Twisted Sister, Urgestein, Mitbegründer von allem was die Metalwelt geprägt hat. In Wacken, und das letztmalig?? Na toll! Mies, ganz mies! Dennoch überwiegt das Glücklichsein.

woa16_6Schon ab der ersten Sekunde bebte das Land, die Luft voller Strom. Die pure Power sollte durch das gesamte Set führen, warum nochmal geht der Typ in Rente?? Zu alt und schwach, niemals. Na mal schauen wann doch noch eine Tour folgt, wäre nicht die erste Institution die sich wieder besinnt und weiter macht, auch wenn die vergangenen Schicksalsschläge auch hier Narben hinterlassen haben. Das Leben ist schlecht. Aber auch zu schnell vorbei um im Abgrund zu wandeln! Dee und sein „regular Reindeer“ (er war dermaßen begeistert von dem ungefähr lebensgroßen Jägermeister-Tierchen 😉 ) hatten ausgesprochen gute Laune, das Publikum dankte es durch zahlreiches Erscheinen und lautstarkes Getöse. I WANNA ROCK !!!!

Ein würdiges, emotionales und pädagogisch wertvolles Ende für Wacken 2016. Sehr schade, dass es schon wieder vorbei ist, haben Twisted Sister doch noch die letzten Reserven aus der Gemeinde gelockt, jetzt ginge noch so viel mehr… Arch Enemy fegten noch samt neuer Frontfrau durch die Nacht, die wilde Meute weitere Stunden am Leben erhaltend und trotzdem hat man das Ende und den Abschied bereits gespürt. Aber wie heißt es so schön? Man soll aufhören und heimgehen wenn es am schönsten ist, und so halten wir uns daran und verlassen den Norden noch Stunden nach der Show mit den eingängigen Klängen der Schwestern und freuen uns auf weitere Attraktionen im kommenden Jahr. Gute Nacht und auf Wiedersehen!!

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