Keep Of Kalessin „Reptilian“

keepofkalessin_cover_cmykKeep Of Kalessin treten mit ihrem neuen Album „Reptilian” das Tor zum Metalolymp aber sowas von ein, dass ein Platz in meiner Top 5 Rangliste 2010 schon jetzt so gut wie garantiert ist. Die schroffe und zugleich brutalst tiefgehende Atmosphäre schaffen die Norweger hier absolut glaubwürdig. Fast schon egal in welcher Ausgangsstimmung sich der Zuhörer befindet, intensivieren die kraftvollen Kompositionen auf „Reptilian“ jegliches Gefühl so enorm, dass es beinahe schmerzt.

Thematisch geht es auch hier wieder um “Reptilien“ bzw. Drachen, bezieht sich doch schon der Bandname auf eben diesen Kalessin, zu finden in Romanen von Ursula K. Le Guin. Musikalisch geben sich markante Death/Thrash Metal Parts ein Verwirrspiel mit klassischen und ebenso unüberhörbaren Black Metal Grundstrukturen. Ein absolut gelungener Sound lässt die Stärke und den Tiefgang der einzelnen Songs hervorragend glänzen.

Der ständige Wechsel zwischen schnellen und eher weniger schnellen Strecken gibt dem Werk Tiefe, genau wie die Länge der einzelnen Etappen, die der meisterhaft arrangierten Komplexität des Gesamten noch den letzten Feinschliff verleiht. Als Opener präsentiert „Dragon Iconography“ gleich das ganze Können der Band und auch Folgesongs wie „The Awakening“, „Judgement“ oder „The Dragontower“ (fast schon Ohrwurm und eine Spur orientalisch wie ich finde) stehen dem vielversprechenden Auftakt in nichts nach!

Den emotionalen Tiefpunkt, was als eindeutiges Lob zu werten ist, bildet „Dark As Moonless Night“. Selten und vor allem sehr, sehr lange nicht mehr etwas so unfassbar Geniales gehört, zieht einen dieser Song einfach abgrundtief in die Finsternis, Wahnsinn. Das kratzt äußerst hartnäckig an bedrohlich intensiver Genialität!

Meine Bewertung an dieser Stelle hoffentlich gut nachvollziehbar und da werden sich die Panda-Oldies von Dimmu Borgir bestimmt noch einmal schreckhaft umdrehen, bevor sie dann endgültig ihren Ruhestand beantragen. Für Liebhaber düsterer Töne und alle Freunde härteren Metalls ist diese Scheibe Pflichtprogramm!!

9,5/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Keep Of Kalessin „Reptilian“

Pretty Maids „Pandemonium“

Dass die Metalszene einen hohen Anteil an ”Alten Hasen” vorzuweisen hat, dürfte in Zeiten von Bühnengeburtstagen im eher hochprozentigen Bereich und Abschiedstourneen von Scorpions & Co. wohl nicht mehr extra erklärt werden. Ob Alice Cooper, Saxon, Motörhead oder Heaven & Hell, die Urgesteine sind einfach nicht von der Bildfläche zu kriegen.

Auch die Pretty Maids können erhobenen Hauptes auf die letzten 28 Jahre blicken und sich freuen, immer noch Teil der Szene zu sein. Mal ganz oben auf und manchmal nur so zwischendrin erfolgreich, steht mit dem neuesten Werk „Pandemonium“ ein wirklich überraschender Rundumausschlag am Start. Hätte der ein oder andere Kollege sicher nicht mehr erwartet, aber auch eben dieser kann eines Besseren belehrt werden.

Bereits der Einsteiger „Pandemonium“ kann gefeiert werden und man spürt sofort, dass die folgenden Songs nahezu nahtlos dazu passen werden. Und genau so ist es dann auch. „I.N.V.U.“, „It Comes At Night“ oder „Beautiful Madness“ passen prima zur Philosophie der Dänen und mit „Little Drops Of Heaven“ (schon ziemlich süß-klebrig, zugegeben) geht dann auch ein wenig schleimiger Heavy-Kuschel-Hard-Rock seine Wege.

Für manche Leute sind Balladen ja eher nix, aber mit Hass und Aggressivität will hier auch keiner was anfangen. Zehn gute Kompositionen werden hier ins optimale Licht gerückt, was einen längeren Durchlauf der Platte sehr wahrscheinlich macht.

9/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Pretty Maids „Pandemonium“

Solution.45 „For Aeons Past“

solution45_coEndlich kann ich mich wieder beruhigt zurücklehnen. Der ehemalige Scar Symmetry Fronter Christian Älvestam meldet sich, mit seinem unverkennbaren Mix aus brutalen Growls und markantem Clean Gesang, zurück an der Front.

Zusammen mit Jani Stefanovic (Gitarre), Anders Edlund (Bass), Rolf Pilve (Schlagzeug) und Tom Gardiner (Gitarre) bildet er Solution.45 und lässt „For Aeons Past“ das Licht der Welt erblicken. Die Songs greifen eine düster – melancholische Atmosphäre auf und räumen auch stellenweise progressiven Sounds genügend Spielraum ein.

Schon der Opener „The Close Beyond“ weist uns krachend den Weg und zieht das donnernde „Gravitational Lensing“ nach sich. Auch der Titeltrack „For Aeons Past“ und das einfühlsame „Lethean Tears“ wissen zu überzeugen. Natürlich ist auch ein gewisser Hang zum Bombast nicht zu leugnen, der den Jungs allerdings gut zu Gesicht steht und Älvestams Gesang stets positiv unterstreicht.

Von kraftstrotzenden Mid- Tempo Songs, über kompromisslose Speed Nummern, bis hin zu einer herzzerreißenden Ballade bietet „For Aeons Past“ modernen Metal, der sich sehen und vor allem hören lassen kann. Freunde des melodisch angehauchten Metals werden ihre helle Freude haben und Solution.45 sicherlich ganz oben im Regal platzieren!

8,5/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Solution.45 „For Aeons Past“

HIM „Screamworks: Love In Theory And Practice „

him_screamworks09_coHis Infernal Majesty! Die finnischen Charmebolzen um Frontmann und Songwriter Ville Valo sind aus der internationalen Rockszene nicht mehr wegzudenken. Nach beachtlichen Erfolgen mit ihrem 1997er Debütalbum „Greatest Lovesongs Vol. 666“ gelang der, aus Helsinki stammenden, Band dann mit der Hitsingle „Join Me“ vom dazugehörigen Album „Razorblade Romance“ der ganz große Durchbruch.

In ihrer finnischen Heimat und in deutschsprachigen Landen konnten sie wochenlang Platz 1 der Charts für sich beanspruchen und es hagelte mehrfach goldene Auszeichnungen. Respekt! Mit den Nachfolgern „Deep Shadows And Brilliant Highlights“, „Love Metal“, „Dark Light“ und „Venus Doom“ stellten sich Him immer wieder neuen Herausforderungen und begeisterten ihre Fans über die Jahre hinweg. Die Popularität des Quintetts und seines unverwechselbaren Sounds ist längst eine globale Erfolgsgeschichte, und so scharen sie weltweit Massen an Fans um sich, egal ob in Europa, Australien, Asien oder Amerika.

Mit „Screamworks: Love In Theory And Practice“ wollen uns die Nordlichter auch im neuen Jahrzehnt wieder mit ihrer unwiderstehlichen Art beglücken und schmettern gleich 13 nagelneue Kompositionen heraus. Gleich zu Beginn weisen „In Venere Veritas“ und „Scared To Death“ die angesagte Richtung, die leider wieder weg vom letzten doomig angehauchten Sound, in Richtung leicht, schnell und fröhlich driftet. Hier werden ganz klar die Erfolgsremiszenzen der alten Alben angetaut, mit ein paar Frischzellenkuren aufgepeppt und fertig ist das moderne Gothic Metal Stück.

Nicht das Him sich gänzlich wiederholen würden, aber die ein oder andre Struktur dürfte Kennern sicherlich bekannt vorkommen. Die Singleauskopplung „Heartkiller“ und der „Dying Song“ lassen auch nicht wirklich aufhorchen. Einen echten Lichtblick hingegen bieten daraufhin das schmachtende „Disarm Me (With Your Loneliness)“ und das treibende „Love, The Hardest Way“, welches stilsicher und elegant seinen Weg meistert. „Katherine Wheel“, “In The Arms Of Rain” und das verspielte “Ode To Solitude” zeigen uns die Band von ihrer guten Seite und versprühen den typischen Him Charme.

„Shatter Me With Hope“, „Acoustic Funeral“, „Like St. Valentine” und das abschließende “The Foreboding Sense Of Impending Happiness” bringen dann doch noch alles zu einem guten Ende. Ville Valo powered seine Stimme bis zum Äußersten, die Songstrukturen werden intensiver und zerren die wahren Stärken der Jungs ans Licht. „Screamworks: Love In Theory And Practice“ ergibt im Gesamtkontext ein homogenes Ganzes, in unterschiedlicher, ausgefallener und dennoch altbewährter Him Manier.

8/10

Veröffentlicht unter Rezensionen | Kommentare deaktiviert für HIM „Screamworks: Love In Theory And Practice „

Rob Zombie „Hellbilly Deluxe 2“

Der Meister des Schreckens kehrt zurück! Rob Zombie, seines Zeichens Musiker, Filmemacher und schon zu Lebzeiten unbestrittene Kultfigur. Ein Mann, der sich künstlerisch verwirklicht, die unterschiedlichsten Projekte ins Laufen bringt, auf die Menschheit loslässt und stets verstört faszinierte Gesichter hinterlässt.

Das Publikum liebt ihn und sein Schaffen, denn er fordert mit seinen Filmen und seiner Musik heraus, sprengt sämtliche Grenzen des `guten` Geschmacks und ist dabei unverschämt charmant.Sein erfolgreichster Wirkungsbereich ist wohl die Musik, die ihm eine Grammy Nominierung einbrachte und mit weit über 15 Millionen verkaufter Platten unsterblich machte.

Die heiß ersehnte neue Scheibe „Hellbilly Deluxe 2″ lässt nun wieder das wahre Superbeast auf uns los und verbreitet sofort den unnachahmlichen Zombie Spirit. „Jesus Frankenstein“, „Sick Bubblegum“ und „What“ dröhnen böse und kraftvoll aus den Boxen, erinnern sofort an alte Hits wie „Dragula“, „Living Dead Girl“ und „Meet The Creeper“.

Und auch mit „Mars Needs Women“ und „Werewolf, Baby“ hat der Meister sicherlich nicht ins Fettnäpchen gegriffen, während „Burn“ doch eher den Wind aus den Segeln nimmt und ein wenig uninspiriert daherkommt. „Cease To Exist“, „Werewolf Women Of The SS“ und „The Man Who Laughs“ donnern dann wieder ordlich los und zeigen sich in gewohnt berauschender untoten Manier.

Rob Zombie hat mit „Hellbilly Deluxe 2“ ein bravouröses Album aus dem Hut gezaubert, das seinen geliebten Stil 100prozentig widerspiegelt und sich nahtlos in eine ganze Reihe von zeitlosen Meisterwerken einreihen darf.

8/10

Veröffentlicht unter Rezensionen | Kommentare deaktiviert für Rob Zombie „Hellbilly Deluxe 2“

Wig Wam „Non Stop Rock N Roll“

wigwam09_coDie norwegischen Glamkönige von Wig Wam stehen in den Startlöchern! Mit ihrem neusten Streich namens „Non Stop Rock N Roll“ wollen sie uns becircen und mit ihrer stilistischen Ausdruckskraft endgültig in ihren Bann schlagen.

Und hier ist wirklich der Name Programm, nämlich Rock N Roll von seiner besten Seite. „Do Ya Wanna Taste It“ könnte als Opener nicht besser gewählt sein und präsentiert sich uns mit groovenden Lines und eingängiger Melodieführung als durchaus partytaugliches Stück Musik. Auch „Walls Come Down“ und “Wild One“ stehen dem in nichts nach und bereiten den Weg für die radiotaugliche Halblichtballade “Man In The Moon“, die sehr mitfühlend ausgefallen ist, aber dennoch nicht übermäßig im Kitsch versinkt.

„Still I`m Burning“, “All You Wanted” und der Titeltrack “Non Stop Rock N Roll” bewegen sich dann wieder in schnelleren Gefilden und lassen aufhorchen und zwingen förmlich zum mitrocken. Wig Wam liefern ein astreines Rockalbum ab, das vor Energie und Rhythmus nur so überquillt. Das Konzept der Party Rocker geht voll auf und macht auch beim fünften Durchlauf noch richtig Spass!

8/10

Veröffentlicht unter Rezensionen | Kommentare deaktiviert für Wig Wam „Non Stop Rock N Roll“

Marilyn Manson – Live in Hamburg

Wow, wer hätte das gedacht! Die Zeiten, in denen sich der “Most Evil Man In The World“ auf kleinen Bühnen tummelte, waren eigentlich schon vor etlichen Jahren vorbei. Umso schöner, dass man an diesem Samstagabend ins gemütliche Docks in Hamburg gehen durfte, um eines Besseren belehrt zu werden. Ausverkauft, superheiß und neblig sollte es werden.

Nach vielen Jahren bandinternen Hickhacks, Line-Up Katastrophen und komischen persönlichkeits- gestörten Musikdarbietungen zeigte sich die Truppe um Mr. Manson wieder sensationell stimmig.

Dem wahren Fan konnte die glückliche Wiederkehr von Twiggy ohnehin nicht schnell genug gehen und eben diese äußerst wichtige Wurzel der Band steht nun hoffentlich endgültig wieder mit im Bild.

Schon das aktuelle Album „The High End Of Low“ drehte den Spieß wieder in die richtige Richtung und überdeckte die enttäuschende „Eat Me, Drink Me“ Veröffentlichung.

Man durfte also schon ein bisschen aufgeregt sein, Herzklopfen und enormer Durst nach einer genialen Show inklusive. Kaum vorstellbar, an diesem Abend auch noch hautnah im Fotograben aktiv zu werden, aber erst mal abwarten.

Bereits zum Einlass gegen 18 Uhr standen Fanhorden in ordentliche Schlangen geschlängelt vor der Halle, während es sich später in der Lokalität gar nicht mehr so überfüllt anfühlte. Das lange Warten auf die Vorband fand so um 20 Uhr rum ihr Ende. Das Resultat war eher etwas dürftig. Eine recht jugendliche Truppe namens „Esoterica“ präsentierte eine gute halbe Stunde ihr Material. Ich fand das Ganze nicht so prickelnd, da gab es einfach schon vielversprechendere Bands im Vorprogramm Mansons. Aber nun gut, war sicher auch nicht besonders einfach, diese Stellung einzunehmen und überzeugend anzuheizen.

Kurz nach 21 Uhr sollte dann der “God Of Fuck“ die Bühne entern, deshalb begab sich das fotografierende Grüppchen schon zeitig in den Graben. Wie seit Jahren üblich, wurde die Bühne noch von einem schwarzen Vorhang verhüllt, damit es noch eindrucksvoller wird versteht sich. -schmunzel- Was für ein Theater eigentlich, aber trotzdem immer wieder schön.

Zeitgleich mit dem Intro wurde dann, zur außerordentlichen Freude aller beteiligten Fotografen, die satanische Nebelmaschine auf Hochtouren gebracht, ein Nebel, dass man seine eigene Hand vor Augen nicht erkennen konnte. Bis in die Hallenmitte ging der Spaß, habe ich mir später berichten lassen. Ein enorm imposantes Erlebnis zum Showstart, keine Frage, nur leider etwas “stickig“.

Zack, Vorhand weg, Foto Foto, Nebel! Hmm…

Cruci-Fiction In Space“ der Eröffnungskracher, Sound vom Feinsten und eine Gestalt im Nebel, vor der man anfangs nur die rot leuchtenden Fingerspitzen sehen durfte. Bombastisch, Gänsehaut, Wow! Da kommt Freude auf, Manson vor geschätzten 1200 Leuten, klein, laut, eng und schwitzig, der Club! Die Setlist konnte sich die ganzen knappen 90 Minuten überaus sehen lassen.

Neben „Pretty As A Swastika“, „Four Rusted Horses“ oder „We´re From America” konnten auch „Rock Is Dead”, „The Dope Show” und sogar „Irresponsible Hate Anthem” und „Dried Up, Tied And Dead To The World” begeistern. Letzteren Song darüber hinaus schon gefühlte Jahrzehnte nicht mehr Live gehört, totfreu!

Sehr schön auch die kombinierten Titel „Coma White“ und „Coma Black“, beide für sich schon sensationell, aber verschmolzen doch noch grandioser.

Was diese Setlist zu einer noch größeren Sensation gemacht hätte, wären einzig die Live-Versionen von „Cake And Sodomy“, „Dope Hat“ oder etwa „Dogma“ gewesen, dafür könnte man zum Beispiel „Rock Is Dead“ weglassen, ist nicht so der Mördersong wenn man mich fragt.

Obwohl der gute Reverend Manson schon einmal deutlich besser gelaunt war, und sich die Hitze im Docks so nach und nach auch in sein Gemüt zu kämpfen schien (fing er doch plötzlich an, von seinem Lieblings-Blockbuster „Dante`s Peak“ zu schwärmen), brachten die Showeinlagen zur Untermalung des kulturellen Programms die optimale Abrundung des Gesamtbildes.

Anders als noch 2007, wo im Hintergrund synthetisch leuchtendes Tablettenballett auf der Leinwand tanzte und die stimmlichen Qualitäten des Meisters trotz bester Laune oftmals zu wünschen übrig ließen, gab sich das Quintett hier wirklich Mühe, eine eher an frühere Tage erinnernde Darbietung zu präsentieren.

Ein schicker Hut, die Prediger Position eingenommen und eine brennende Bibel in der Hand zum Einen, ein Scheinwerfer verfolgter, frisch nachgeschminkter Frontmann zum Anderen, alles wirkte stimmig, selbst die teils aufgesetzte und teils bestimmt auch echte Grummellaune.

Den Abschluss des Gastspiels brachte „The Beautiful People“ als leider einzige Zugabe, dafür aber mit altbewährter Flitterkanone! Freuen kann sich wer dabei gewesen ist, noch besser man bringt die passenden Vergleichsmöglichkeiten aus voran- gegangenen Tourneen mit, dann wird das Ganze noch größer. Alle anderen haben was verpasst!

Die Lobrede des Jahres 2009 könnte noch endlos so weiter gehen, und das nicht nur, weil hier ein langjähriger Fan spricht, sondern weil es wirklich ein fantastischer Abend gewesen ist.

Die Band spielte so ausgeglichen und perfekt, das habe ich persönlich das letzte Mal so genial im Jahr 2001 erlebt. Nach dieser Attraktion also kaum erwähnenswert, dass ich im Anschluss eine halbe Woche mit Fieber verbracht habe. Woo Hoo! I Survived The Swine Flu!

Veröffentlicht unter Konzerte | Kommentare deaktiviert für Marilyn Manson – Live in Hamburg

Insomnium „Across The Dark“

insomnium09_coInsomnium haben nicht nur in ihrer finnischen Heimat ein großes Fanaufgebot zu verzeichnen. Die stetig wachsende Crowd beschert den Kollegen einen immer strafferen Dienstplan. Kein Wunder, ihr eingängiger, melodischer und leicht traditionell angehauchter Death Metal geht einfach durch und durch. Genau diese Mischung macht den Meister.

Mit dem nunmehr vierten Album „Across The Dark“ werden auch wieder genau diese Merkmale hervorgehoben und mit ordentlich Dampf angetrieben. Zeitlos, immer und überall hörbar grummeln die Finnen mit rhythmischen Gitarren und düster-klaren Vocals. Fein untermalt gibt sich die folkloristisch heimische Musik die Ehre, aber wirklich nur eine Spur davon.

Superbe Melodien treten vor und kein Song gleicht dem Anderen. Zur vollsten Zufriedenheit genau meine Sache, könnte ich den ganzen Tag hören. Ebenso wie Genrekollegen Omnium Gatherum z. B. Es ist eben doch eine ganz eigene Spur, die in den mittlerweile unzähligen finnischen Bands steckt. Unverkennbar und nicht mehr wegzudenken. Insomnium bescheren uns mit „Across The Dark“ ein zartes aber gut durchdachtes Spiel des Todes, reich geschmückt und gut genährt.

Das stete auf und ab, hin und her schafft die perfekte Basis und rundet gleichzeitig alles ab. Es wird nie langweilig oder eintönig. Melodien sind die Träger von Growls, Soli und auch thrashig, doomigen Parts. Was will ein Metalherz eigentlich mehr? Viel kann´s nicht sein. Sehr zu empfehlen, hier und jetzt, Insomnium meine Damen und Herren!

9,5/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Insomnium „Across The Dark“

Wacken Open Air 2009

Das Wacken Open Air ist jedes Jahr der Höhepunkt der Festivalsaison. Kaum eine andere Musikveranstaltung konnte sich im Laufe der Jahre so immens steigern und auf eine derart erfolgreiche Historie zurückblicken. Tausende Metalfans und Künstler aus aller Welt pilgern jedes Jahr wieder auf die heiligen Wiesen und feiern ein vergnügliches und friedliches Festival miteinander. Der Wacken Schädel ist mittlerweile zum internationalen Symbol der Szene avanciert und steht für das Heavy Metal Zentrum überhaupt.

Das Besondere am Wacken Open Air war immer wieder die unglaubliche Bandbreite an Bands, die allerdings im Jubiläumsjahr 2009 eher zurückhaltend gestaltet war. Wenn Heaven And Hell nicht aufgetreten wären, hätten sich wohl eher wenig ereignisreiche und beeindruckende Auftritte in den Köpfen der Fans festgesetzt. Schade eigentlich, denn für das 20ste Bestehen hätten schon weitaus mehr Hochkaräter dabei sein können. Kann es denn so schwer sein Bands wie Kiss, AC/DC, Metallica, Judas Priest oder Alice Cooper auf den heiligen Rasen zu holen?

Besondere Aufmerksamkeit erschlich sich übrigens das Programmheft auf Seite 66, denn der durchaus als ungepflegt zu bezeichnende Stöckelfuß einer der im Metalmarkt gastierenden Damen, erregte Aufmerksamkeit und sorgte für heiteres Gelächter. Also ehrlich Jungs, wer da drauf abgeht, der hat wirklich zuviel des guten Hopfengebräus inhaliert, gruselig. Aber sei es drum, Wacken ist und bleibt das metallische Jahreshighlight!

DONNERSTAG

Heaven And Hell

Die Gottväter des Heavy Metal sollten am Donnerstagabend die Wiese zum Beben und Erleuchten bringen. Die ehrfurchteinflößendsten Namen der Rockgeschichte, als da wären Gitarrist Toni Iommi, Bassist Geezer Butler, Drummer Vinnie Appice und der wahnsinnig symphatische Urgigant Ronnie James Dio, der durch seine einzigartige Stimme und immense Bühnenpräsenz stets für leuchtende Augen sorgt.

Die Bühne in heiligen Nebel getaucht, ergreifend illuminiert und mit wahnsinnig ästhetischer Dekoration versehen, betraten Heaven And Hell den Schauplatz. Die Herren ganz gentlemanlike gekleidet, zeigten sich voller Enthusiasmus und rissen mit dem Intro „E5150“ und dem darauf folgenden „Mob Rules“ sofort alle Anwesenden in ihren Bann. Nach „Children Of The Sea“, „I“ und dem neuen Glanzstück „Bible Black“ gab es dann wirklich kein Entkommen mehr und der Platz ließ sich von einer Art magnetischen Aura einwickeln.

Mit „Time Machine“, „Fear“, „Falling Of The Edge Of The World“ und „Follow The Tears“ standen weitere Highlights auf dem Programm, welches abgerundet wurde mit „Die Young”, „Heaven And Hell” und den beiden Zugaben „Country Girl” und „Neon Nights”. Ja, Toni Iommi und seine Kollegen zeigten dem Wacken Open Air den wahren Einklang von Musik und Show. Noch nie war ein Live Auftritt auf dem Festival so perfekt inszeniert, der Sound so wuchtig und dennoch glasklar. Die gesamte Atmosphäre war unbeschreiblich mitreißend und emotional, man hätte von dieser Mischung aus Begeisterung, Ehrfurcht und überaus eleganten Anmut weinen können, so mächtig und intensiv konnten Heaven And Hell ihr Wirken zelebrieren.

Dieses phänomenale Erlebnis sollte den Höhepunkt des Wacken Open Air darstellen, alles darauf Folgende nur noch in seinem Schatten vergehen. Ganz besonders passend formulierte ein junger Fan auf dem Weg zum Zeltplatz seinen Eindruck: „Ich bin glücklich, ich habe Heaven And Hell gesehen!“ Dem ist schlicht und ergreifend nichts hinzuzufügen!

FREITAG

Airbourne

Nanu, schon wieder? Die mit Warpgeschwindigkeit durchgestarteten Überflieger von Airbone (so will es das original WOA Programmheft!) standen bereits 2008 überaus erfolgreich auf den Brettern die die Welt bedeuten! Trotz enormer Resonanz und endlosen Fanscharen fand ich´s eher langweilig wieder dieselbe Show vorgesetzt zu bekommen.

Kein neues Album und erst gefühlte vier Wochen rum, standen die Australier ihren Mann und stürmten die Herzen der Fans wie im Fluge. Gute Stimmung, gute Performance, dennoch eher fad. Darüber hinaus kann ich mich kaum erinnern, jemals eine so laute Show auf dem Wacken erlebt zu haben, die letzte dieser Art dürfte Ministry im Jahr 2006 gewesen sein, und das war schon ziemlich brutal. Viel zu laut, ehrlich wahr. Keine Ahnung was das sollte, aber Spaß machen tut so was nicht.

Sowieso haben in diesem Jahr, zum 20jährigen Jubiläum, erstaunlich viele Shows akustisch ganz und gar nicht hingehauen. Außer Heaven And Hell, wo wirklich alles perfekt gewesen ist, lässt es sich beim restlichen Festivalverlauf fast nur meckern. Nun können Airbourne vermutlich nix dafür, und gerockt haben sie auf jeden Fall, wäre nur schön wenn etwas mehr Raum zwischen diesen Shows gewesen wäre, da kann sich dann wenigstens die nötige Spannung und aufgefrischtes Interesse aufbauen.

Dragonforce

Ihr aktuelles Album „Ultra Beatdown“ noch recht intensiv im Ohr, da zugegeben ziemlich oft gehört, stand die Liveshow der wilden Irren nun kurz bevor. Abgesehen von dem psychopathischen Tastenspiel des Keyboarders samt merkwürdigem Speed-Hüpfen, das einem unübersehbar ins Auge sprang, kam die Show von Dragonforce ganz gut an. Leider zogen hin und wieder leichte Brisen den Ton etwas auseinander, was irgendwann richtig nervig wurde, die Band selbst hatte jedoch alles im Griff.

Mittlerweile über den ganzen Erdball verteilt erfolgreich, zieht dieser komplette Wahnsinn massenhaften Zuspruch an und die Witzigkeit in ihren ausgeklügelten wie ebenso komplexen Kompositionen macht einfach Laune. Im Gegensatz zu dieser Liveshow finde ich jedoch eine Runde im Player weitaus intensiver. Ein bunter Strauss Melodien aus dem Dragonforce Repertoire brachten Fanaugen zum Glänzen und als Alternative zu unserem Metalminder Erlebnis von 2007 in Helsinki war das hier einfach nur fantastisch.

Hammerfall

Das Quintett um Gitarrist Oscar Dronjak und Sänger Joacim Cans gilt seit Jahren als Retter des traditionellen Heavy Metals. Mit ihrem Auftreten, meistens samt Motorrädern und allem was das Männerherz glücklich macht, lassen sich die Schweden immer wieder etwas Neues einfallen. Mit dem aktuellen Album „No Sacrifice, No Victory“ im Gepäck enterten sie dieses Jahr die Power Metal Stage und boten den zahlreich erschienen Fans eine hitverdächtige Setlist an.

Mit dabei waren „Blood Bound“, das unerschütterliche „Renegade“, „Hallowed By My Name“, „Last Man Standing“, „Glory To The Brave“ und einige weitere Glanzstücke aus Hammerfalls Diskographie. Wer hätte gedacht, dass die Truppe sich so lange hält und eben diesen großen Erfolg einfahren kann. Das Wackener Publikum war jedenfalls dankbar bei der Sache und feierte ausgelassen mit. Hammerfall schüttelten die Wiese ordentlich durch, weckten schläfrige Gemüter wieder auf und machten einfach Spass. Das muss man den Jungs echt zugestehen!

Motörhead

Was soll man über Motörhead noch groß sagen? Die britische Rocklegende rockt immer noch, und Lemmy Kilmister dürfte wohl einer der letzten echten Rockstars sein, stets umgeben von Wein, Weib und Gesang. Der Platz vor der True Metal Stage war auch diesmal wieder einmal rappelvoll, und alle hofften sehnsüchtig auf das wahre Monster Of Rock.

Mit ihrem hämmernden Sound im Gepäck ließen die Jungs auch nicht lange auf sich warten und lieferten wieder einmal einen echt rotzigen und frechen Gig ab. Die Setlist war gespickt mit echten Motörhead Klassikern wie „We Are Motörhead“, „Another Perfect Day“, „Iron Fist“ und „In The Name Of Tragedy“´.

Als sich bei „Killed By Death“ dann auch noch eine ganze Reihe von spärlich bekleideten Damen auf die Bühne gesellten, war die Menge endgültig nicht mehr zu bremsen. Aber nicht nur die Fans tobten, auch Mister Kilmister konnte seine Augen gar nicht mehr von den Damen lassen und selbst der Gastauftritt von Skew Siskin Röhre Nina geriet ins Hintertreffen.

Mit „Overkill“ und dem obligatorischen „The Ace Of Spades“ beendeten die Briten dann ihren durchaus gelungenen Auftritt und entließen ihre Anhängerschar in die Nacht. Motörhead zeigten sich wie immer gut gelaunt und stets zu Späßen aufgelegt. „We are Motörhead and we play Rock`n Roll”!

In Flames

Juhu, endlich mal was tolles! Freude kommt grundsätzlich immer auf, wenn die Schweden von In Flames zugegen sind, inszeniert auf einer Freilichtveranstaltung tobt die Stimmung meist noch eindrucksvoller als anderswo. Die etlichen WOA Auftritte der Band sind mittlerweile schon fast legendär, die zu „Only For The Weak“ synchron springenden Massen ein wahrer Augenschmaus und Gänsehaut-Feeling pur.

Da macht es rein gar nix, mittendrin zu stehen und so manches Mal ganz kurz zu denken „Wow, ziemlich eng und voll hier, hoffentlich halt ich´s aus“ um dann umgehend wieder glasklare Begeisterung zu verspüren einfach nur dabei zu sein. So auch diesen Abend. Highlight des Tages wie ich finde, ist ja bisher nicht viel los gewesen. Traurig, wenn man überlegt, wo man sich hier befindet – WOA, größtes Heavy Metal Festival der Welt! …

Startklar wartete die Band auf ihren Einsatz, während die Fans ein kleines Vorfilmchen präsentiert bekamen. Ein technisches Problemchen führte jedoch zu unschönen Verzögerungen und eindeutiger Tonlosigkeit, sodass die ganze Aktion wiederholt werden musste. Ein unglücklicher Startschuss, aber auch egal, shit happens. Zweite Merkwürdigkeit war die kontinuierlich anhaltende Lautstärke der Show, die ich etwas arg leise fand. Konnte man sich doch ohne weiteres mit seinen Nachbarn unterhalten ohne groß laut werden zu müssen.

Kein gutes Omen und es wurde leider nicht besser, echt schade. Da freut man sich schon riesig und dann so was. Grummel. Dabei haben wir doch alle erlebt, dass es auch lauter geht, siehe Airbourne (aua!). Na ja, nix zu machen. An Anders, Björn & Kollegen hat es definitiv nicht gelegen, die waren allesamt grandios wie immer. „Cloud Connected“, „Quiet Place“, „Only For The Weak“ um nur einiges zu nennen, die ehrlich einzigartige Höflichkeit und Sympathie der Band begeistert immer wieder. Wie sich Anders aufrichtig freut und jedes Mal wieder begeistert ist von Fans und Stimmung macht einfach nur total Spaß.

Nett war auch das imposante Circle Pit zur Ballade „The Chosen Pessimist“, man man, die sind doch alle verrückt. Drumrum gab es natürlich ordentlich Pyro zu bestaunen, ein witziges Trickfilmchen inklusive sympathischer Hauptfigur (erinnerte ein bisschen an diese Hämorriden-Salbe Werbung). Alles in allem supertoll, wenn auch zu leise, die Feuerfontänen vom Dach der Soundtürme sowie das herzzerreißende Feuerwerk gegen Ende haben´s wieder abgerundet. Da war auch die zwischenzeitliche Bierdusche (natürlich hüpft man zu „Only For The Weak“ mit dem vollgefüllten 1 Liter WOA-Bierkrug in der Hand) längst vergessen.

Ein Hingucker der besonderen Art war auch der erblondete Oscar von Hammerfall (steht ihm viel besser wie ich finde), der mit seinem leicht demolierten Touchscreen Handy ein putziges Foto der Show machte, ein richtiger Fan eben, Respekt!

Doro

Doro Pesch, Deutschlands Rocklady Nummer Eins feierte gerade erst ihr 25. Bühnenjubiläum. Was bot sich also mehr an, als ein Auftritt auf dem 20. Wacken Open Air. Die Show am späten Freitagabend begann mit ihrem Weichspülklassiker “Für Immer”, der nach dem vorherigen Gig von Motörhead, irgendwie fehl am Platze wirkte. Auch die stimmungsvolle Lightshow, die mächtig aufwendige Pyrotechnik und der gute Sound konnten leider niemanden mehr so richtig vom Hocker reißen, so wahren die Reihen nicht übermäßig gefüllt und man konnte locker einen Platz vor der Stage einnehmen.

Mit „I Rule The Ruins“ und „Burning The Witches“ wurde das Publikum dann langsam gnädiger und huldigte der Metalqueen in angemessenem Maße. Auch das Judas Priest Cover „Breaking The Law“ und der Gastauftritt von Holy Moses Frontfrau Sabina Classen beim Song „Celebrate“ fanden durchaus ihre Anhänger. Den Abschluß bildete das ewige Aushängeschild „All We Are“, welches auch diesmal wieder zum mitsingen animierte. Im Großen und Ganzen ein wie immer gelungener Auftritt. Nur leider setzen die Songs mittlerweile leichte Staubflocken an, und hauen keinen mehr so richtig vom Hocker.

SAMSTAG

Rage

Die Nordrhein- Westfälische Erfolgscombo Rage feierte, ebenso wie Doro, vor kurzem ihr 25. Bandjubiläum. Mit ihrer Wacken Orchestershow auf dem Wacken Open Air im Jahr 2007 konnten sie alle Register ziehen und ihre Fans in Freudentaumel versetzten.

Dieses Mal gaben sie eine Special Show zum Besten, die mit namhaften Gästen wie Schmier von Destruction, Hansi Kürsch von Blind Guardian und Eric Fish von Subway To Sally begeistern sollte. Ja, Peavy Wagner und seine Kollegen hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt, und mit ihren zahlreichen Hits einen ordentlichen Auftritt hingelegt.

Allerdings hätte man den Gig durchaus in die Abendstunden legen können, denn bereits als 2.te Band des Tages aufzutreten, wird Rage irgendwie nicht gerecht, schließlich ist die Band eine unumstößliche Festung in der Metalszene und mit allen Wassern gewaschen.

Diese Vielseitigkeit bewiesen sie uns ja auch beim Raabschen Bundesvision Songcontest, der Rage einem breitgefächerten Publikum zugänglich machte, und bei dem sie gar nicht mal so schlecht abgeschnitten haben.

Nun denn, Rage konnten die Wiese auch in den frühen Mittagsstunden gut füllen und mit Hits wie „Lord Of The Flies“, From The Cradle To The Grave“ und dem Contest Song „Gib Dich Nie Auf“ die Fans in Hochstimmung versetzen. Ein rundum gelungener Auftritt, der Spass machte und Rage wieder einmal in Bestform zeigte.

Axel Rudi Pell

Der Axel, der Rudi, der Pell! Unser aller liebster Gitarrenvirtuose durfte am Samstag mit seiner Band die True Metal Stage unsicher machen. Und welcher Song könnte das Set besser eröffnen als „Tear Down The Walls“? Die gute Stimmung war sofort greifbar und alle Freunde der Pellschen Kompositionen hatten gleich Tränen in den Augen.

Auch mit „Strong As A Rock“, Masquerade Ball“ und „Tales Of The Crown” erfüllte Axel Rudi Pell Herzenswünsche und zeigte sich den ganzen Gig über in meisterlich exzellenter Stimmung. Das folgende Drumsolo von Mike Terrana strotze nur so vor Energie und ließ den Überdrummer in wahrhaft hellem Licht erstrahlen. Mit „Rock The Nation“, „Mystica“ und dem abschließenden „Fool Fool“ konnte auch Sänger Johnny Gioeli noch mal aus den Vollen schöpfen und seine ganze Stimmgewalt perfekt einsetzten. Axel Rudi Pell machte seinem gutem Namen mal wieder alle Ehre und zog alle Anwesenden auf seine Seite.

Pain

Aha, Pain spielen! Sehr interessant! Fast ein Wunder, nach dem letzten WOA Besuch des Tägtgren´schen Sideprojects im Jahre 2000 hatte man mit dieser Wiederkehr ja schon gar nicht mehr gerechnet. Passend auf der Party Stage platziert, kämpfte Multitalent Peter T. mit seiner Band gegen den zunehmend lauter und penetranter werdenden Geräuschpegel der Black Stage. Darauf standen unüberhörbar In Extremo in Formation um alles andere im Keim zu ersticken.

Gruselig, diese ganzen Mittelalterbands hier, aber mich fragt ja keiner. Auch der gute Schweden Peter scheint nicht gerade der größte Fan solchen Treibens, bedankte er sich doch immer wieder dafür, dass sein Gegenüber nicht „dort drüben bei denen“ steht und feiert. Tja, ansonsten war das Pain Konzert ganz okay soweit. Allerdings auch schon ganz oft viel besser gesehen.

Der Sound war ultramies, viel zu leise und ohne Dampf. Schwierig, denn an den Songs kann es definitiv nicht liegen, da ist genug Zündstoff drin um zu überzeugen. Is vielleicht doch eher ne Club-Band?!

Saxon

Biff Byford, Tim Carter, Doug Scarratt, Paul Quinn und Nigel Glockler gehören zu den großen Schlachtschiffen des Heavy Metal. Mittlerweile gehören sie zum Wacken Open Air wie keine andere Band, was leider aber auch ein wenig zur Eintönigkeit führt, schließlich will der Fan Abwechslung genießen und nicht jedes Jahr aufs Neue ein und dieselbe Band vorgesetzt bekommen.

So war es auch nicht verwunderlich das der Platz vor der True Metal Stage nicht gerade zum Bersten gefüllt war, und viele Leute wohl schon mit dem Packen ihrer sieben Sachen beschäftigt waren. Trotzdem sollte man Biff und seine Mannen nicht unterschätzen, denn Live sind Saxon eine echte Macht und ihre Setlist konnte sich auch in diesem Jahr sehen lassen.

Die Show umfasste sagenhafte 22 Songs, die vorher von den Fans zusammengestellt werden durften. Da waren zum Beispiel „Battalions Of Steel“, „Lionheart“, „Killing Ground“, „Wheels Of Steel“, „Unleash The Beast“ und „Rock n Roll Gypsy“ mit von der Partie, sowie „Motorcycle Man“, „Solid Ball Of Rock“, „Crusader“, “Power And The Glory”, “Heavy Metal Thunder” und Live To Rock”. Abgerundet wurde das Spektakel dann noch mit “Stallions Of The Highway” und “Denim And Leather”, bei dem dann doch schon leichte Ermüdungserscheinungen auftraten.

Ganz besonders herausragend war die immense Spielfreude und die beeindruckenden Pyroeffekte, mit denen man sicherlich ganz Schleswig Holstein hätte ausleuchten können. Für Saxon Jünger und Wacken Neulinge war der Gig bestimmt eine feine Sache, alle anderen nahmen es mit Fassung und beschäftigten sich halt anderweitig.

Veröffentlicht unter Konzerte | Kommentare deaktiviert für Wacken Open Air 2009

Devildriver „Pray For Villains“

devildriver09_coMastermind Dez Fafara sorgt mit seiner Combo Devildriver ein weiteres Mal für astreine Wutausbrüche. Keine Band des Genres schafft es so exakt und gradlinig auf ihrer Schiene zu fahren und dennoch stets erfrischend und modern zu klingen. „Pray For Villains“ ist ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft, fernab von Mainstream und Massenhysterie.

Der Startschuss fällt mit dem brachialen Titeltrack „Pray For Villains“, welcher mit Stärke und Energie wegweisend für die folgenden Tracks ist. „Fate Steppend In“, „Back With A Vengeance“, „I`ve Been Sober”, “Another Night In London” und “Teach Me To Whisper” sind nur Beispiele für 13 unvergleichlich treibende und giftige Kompositionen.

Geboten wird ein extrem Metal Spezialeinsatz der Extraklasse, bei dem kein Auge trocken bleibt und sich garantiert sämtliche Nackenhaare aufstellen. Der charismatische Bandchef Dez Fafara ruht sich nicht auf alten Lorbeeren aus und geht den steinigen Pfad weiter.

Seine außergewöhnliche Person bezieht glasklare Position und schiebt die Coal Chamber Vergangenheit in eine weit entlegene Ecke zurück. Obwohl viele Fans sicherlich mit Wehmut an die alten Tage zurückdenken – und auch ich nicht abstreiten kann, damals schon großer Fan gewesen zu sein. Aber Stilstand ist definitiv nicht erwünscht!

Devildriver hämmern weiter drauf los und lassen uns wissen, dass sie ihre Arbeit lieben und mit ganzem Herzen bei der Sache sind. „Pray For Villains“ ist heavy, düster, unerwartet groovy! Ein absolutes Muss!

10/10

Veröffentlicht unter Rezensionen | Kommentare deaktiviert für Devildriver „Pray For Villains“