Lordi „To Beast Or Not To Beast“

lorditobeast_coDie finnischen Rockmonster sind wieder da und zeigen uns anhand der neuen Scheibe “To Beast Or Not To Beast” wieder einmal ein unglaubliches Repertoire an eleganten Wortspielen auf. Wer sonst dürfte sich so unverschämt am guten alten Hamlet vergreifen, wenn nicht Lordi?

Und genau in dieser kreativen Weise des Songwritings liegt die große Stärke der erfolgreichen Monster, die vor wirklich gar nichts halt machen und immer wieder für anhaltend zuckende Lachmuskeln sorgen. Songs wie „I Luv Ugly“ und das griffige „The Riff“ machen einfach höllisch Spass und bohren sich eingängig in die Gehörgänge. Und auch „Happy New Fear“, „Candy For The Cannibal“ und das vielseitig einsetzbare „Sincerely With Love“ geben sich kraftvoll, düster und verbreiten eine tolle Stimmung.

Lordi wissen einfach schwungvolle Arrangements und bissige Ironie zu einem tollen Gesamtkunstwerk zu verbinden und positionieren sich dadurch als feste Größe im aktuellen Geschehen.

8/10

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Stratovarius „Nemesis“

stratovariusnemesis_coEndlich ist es soweit! Das neue Stratovarius Album „Nemesis“ erblickt das Licht der Welt und kristallisiert sich tatsächlich als wahrhaftes Meisterwerk heraus. Und das ist wirklich nicht übertrieben, denn Lauri Porra, Jens Johansson, Matias Kupiainen, Rolf Pilve und allen voran Timo Kotipelto haben alle Schwachstellen weit hinter sich gelassen und geben dem großen Namen Stratovarius ein gänzlich neues, frisches und vor allem kraftvolles Gesicht, denn nie waren ihre Songs stärker, melodischer und anspruchsvoller als auf „Nemesis“!

Von der ersten Sekunde an stellen „Abadon“, das groovende „Unbreakable“ und das treibende „Halcyon Days“ alles bisher da gewesene in den Schatten und prägen sich sofort ins Ohr ein. „Stand My Ground“, das poppige „Fantasy“ und das epische „Castles In The Air“ zeigen Stratovarius feines Gespür für greifende Melodien und großartige Arrangements, die auf ganzer Linie sitzen und stets den besten Moment abpassen. Das fantastische „One Must Fall“, und das emotionale „If The Story Is Over“ bilden zusammen mit dem rasanten Titeltrack „Nemesis“ ein wunderbares Finale, welches abwechslungsreicher nicht sein könnte.

Stratovarius gelten nicht umsonst als eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Melodic Metal Bands des Planeten. „Nemesis“ hat einfach alles und bietet ein erstklassiges Hörvergnügen, das unglaublich fesselt und immensen Spaß macht. Ein fantastisches Album, das ohne Frage die volle Punktzahl verdient!

10/10

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Bullet For My Valentine „Temper Temper“

bulletformyvalentine2013_coDie knackigen Waliser lassen es wieder ordentlich krachen und bescheren uns mit „Temper Temper“ ein saftiges Stück vom Metalkuchen. Das Quartett, rund um Frontmann Matt Tuck, verbreitet weiterhin unwiderstehlich scharfe Sounds und verführt mit kräftig anmutigen Hymnen.

„Temper Temper“ setzt auf messerscharfe Songs wie „Breaking Points“ und „Pow“, die sich geradezu magnetisch bewegen und massiv grooven. Während „Dirty Little Secret“ mit dem typischen Bullet For My Valentine Sound begeistert, steckt in “Dirty Little Secret” eine eher ruhige Energie, die aber nichts an Intensität vermissen lässt.

„Riot“, „Saints n Sinners“und das abschließende „Livin Life (On The Edge Of A Knife)” kommen so stark und energetisch daher, dass man sich der intensiven Ausstrahlung einfach nicht entziehen kann.

Bullet For My Valentine bleiben sich treu und können mit „Temper Temper“ auf ganzer Linie überzeugen. Die Songs stellen sich selbstbewusst ins Rampenlicht, wirken atemberaubend hypnotisch und qualitativ absolut brillant. Die Jungs wissen einfach was sie tun! Thumbs up!

8,5/10

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Chrome Molly „Gunpowder Diplomacy“

Wer hat Lust auf ein paar rassige old school Sounds Marke `New Wave of British Heavy Metal`? Die britische Institution Chrome Molly ist nämlich zurück und mischt mit dem neuen Album „Gunpowder Diplomacy“ mächtig wilde Riffs unters Volk.

1982 gegründet, griff die die Band Ende der 80er nach den Sternen. Sie veröffentlichten vier Studioalben, spielten als Vorband für u.a. Alice Cooper und Ozzy Osbourne und traten über 20 Mal im legendären Londoner Marquee Club auf. Und auf eben genau diesen Background berufen sich Steve Hawkins (vocals), Nic Wastell (bass), John Antcliffe (guitar) und Greg Ellis (drums) nun wieder und stellen sich der Rockwelt im hier und heute.

„Gunpowder Diplomacy“ kommt mit ganzen elf Songs daher und bietet klassischen Rock, der frisch aufgemotzt wurde und trotzdem ehrlichen Charme versprüht. Mit Tracks wie „Stop Love!“, „Supercharged“, „All In My Mind“ und „Bulletproof“ beweisen die Herren ihr Gespür für ausdrucksstarke und kraftvolle Sounds, die sich definitiv hören lassen können. Und auch wenn hier und da ein wenig Esprit und Innovation auf sich warten lassen, haben Chrome Molly trotzdem eine unbändige Kraft an ihrer Seite.

7/10

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Pink Cream 69 „Ceremonial“

Ganze sechs Jahre nach ihrem hochgelobten Album “In10sity” melden sich die deutschen Melodic Rocker Pink Cream 69 mit einem neuen Album zurück. Das gute Stück hört auf den Namen „Ceremonial“ und wartet mit satten 12 Songs auf, die sich sofort ins Ohr grooven und den alten Zeiten in rein gar nichts nachstehen.

David Readman (vocals), Alfred Koffler (guitar), Uwe Reitenauer (guitar), Dennis Ward (bass) und Chris Schmidt (drums) setzen weiterhin auf anschmiegsame Melodien und extrem greifende Sounds, die sich frisch und abwechslungsreich in Szene setzen. Mit „Land Of Confusion“ steht gleich am Anfang ein echter Stampfer ins Haus, der ordentlich durch die Boxen fegt und einen genialen Spannungsbogen erzeugt.

Das darauf folgende „Wasted Years“ kann gut anknüpfen und lässt das knackige „Special“ herausstechen. Die tollen Rhythmen und Melodien sprechen einfach in jedem Song eine eindeutige Sprache, die unmissverständlich auf die beständige Qualität der Band hinweist.

Ob mitreißend oder entspannt, ob rockig oder sanft, Pink Cream 69 haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren und bieten auf „Ceremonial“ herausragenden Melodic Rock vom allerfeinsten!

8,5/10

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Blood On The Dancefloor „The Anthem Of The Outcast“

Gegen Ende des Jahres sollte das Augenmerk noch mal auf zwei Jungspunde aus den vereinigten Staaten gelegt werden. Dahvie Vanity und Garrett Ecstasy aka Blood On The Dancefloor fallen nämlich nicht nur optisch aus dem Rahmen, sondern bescheren uns ein angenehm groovendes, industrial lastiges und modernes Album, das durchaus Beachtung finden sollte.

Die zwölf Songs auf „The Anthem Of The Outcast“ bieten an breites Spektrum an bunten Klängen, die eingängig und teilweise sehr poppig daherkommen, aber irgendwie auch immer wieder den Weg zurück ins Harte Lager finden. Stücke wie der Titeltrack „The Anthem Of The Outcast“, das feine „Your Sorry Life“ und das treibende „Clubbed To Death“ machen ehrlich Spass und können auch dem dritten Durchlauf standhalten.

Blood On The Dancefloor schieben sich erfrischend frech und schrill nach vorn und beweisen eindrucksvoll ihr Gespür für die wichtigen Parts. Und das Emo Outfit verschwindet sicherlich auch noch irgendwann in der Versenkung!

7/10

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A Pale Horse Named Death – Live in Hamburg

Was war das doch für ein bitterkalter Abend im beschaulichen Hamburg. Und dennoch raffte sich eine beschauliche Meute auf ins Logo, um sich von A Pale Horse Named Death, den Schweizer Düsterlingen Blood Runs Deep und den einheimischen Liquid God ordentlich einheizen zu lassen.

Liquid God ließen sich nicht lange bitten und begannen ihr Set pünktlich wie die Maurer. Mit ihrem melodischen Death Metal konnten die Jungs aus Sankt Pauli so manch wartenden Fan aufscheuchen und aus dem Frostmodus ziehen. Frontmann Roman Grace gab sein Bestes und unternahm immer wieder motivierende Einlagen, die nach kurzer Anlaufphase auch gut angenommen wurden und eine lockere Atmosphäre schafften. Liquid God lieferten eine gelungene Performance, die anheizte und den perfekten Einstieg bildete.

Den Überraschungseffekt des Abends hatte allerdings die Schweizer Combo Blood Runs Deep auf ihrer Seite. Schon während des ersten Songs zogen die Jungs alle Aufmerksamkeit auf sich und wussten auf ganzer Linie zu fesseln. Mit Songs wie „Suicide Is Life“, „Lost Myself Again“ und dem hypnotisch anmutenden „Last Prayer“, aus dem Debütalbum „These Thoughts About Suicide“, wusste der Vierer um Sänger und Bassist Stefan Vida alle Blicke auf sich zu ziehen. Was ganz ehrlich, wenn auch unterschwellig, an der doch leicht Peter Steele lastigen Note lag, die einfach nicht zu übersehen war und von meiner Warte aus als Kompliment zu werten galt. Wie dem auch sei, das Publikum zeigte sich beeindruckt und dankte mit bewusster Aufmerksamkeit und reichlich Applaus. Hoffentlich werden wir hier noch mehr hören, denn Blood Runs Deep haben sich an diesem Abend sicherlich einige neue Fans erspielt.

Nach diesem Ereignis sollte der eigentliche Hauptteil folgen, A Pale Horse Named Death gaben sich die Ehre. Die Band um Sal Abruscato, Johnny Kelly, Eric Morgan, Matt Brown und Eddie Heedles konnte das Hamburger Logo blitzschnell in ihren Bann ziehen und sorgte für 60 intensive Musikminuten, die völlig schnörkellos und ungekünstelt ins Publikum trafen. Und auch wenn man die Jungs bereits vor gerade erst einem halben Jahr in Hamburg begrüßen durfte, stand auch dieser kalte Februarabend dem in nichts nach. Die großartigen Songs des Debütalbums „And Hell Will Follow Me“ hatten nichts von ihrer Anmut eingebüßt und sollten sich nochmals zu einem wahrhaften Live Ereignis auftürmen.

„To Die In Your Arms“, „Devil In The Closet“ und das treibende „Heroin Train“ stellten sich als magnetische Monster in den Raum, bevor es mit „As Black As My Heart“ bereits zum Höhepunkt kommen sollte. Das tragisch epische „Die Alone“ holte das Publikum dann wieder auf den Boden, bevor das Gaspedal mit „Bath In My Blood“ nochmals bis zum Anschlag durchgetreten wurde. A Pale Horse Named Death zeigten sich energiegeladen und souverän, völlig barrierefrei, äußerst entspannt und total unkompliziert. Ein durch und durch gelungener Abend! Was könnte schöner sein?

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My Dying Bride „A Map Of Our Failures“

In der Ruhe liegt die Kraft! My Dying Bride gehören seit Jahren zur Schwertspitze der Langsamkeits- Fraktion. Und das neue Werk „A Map Of Our Failures“ betont diesen Standpunkt nochmals aufs Neue.

Ganz nach dem Motto „Kneel Till Doomsday“ startet die Reise in die dunkelsten Tiefen mit vielschichtigen, kraftvollen Arrangements, die sich um Liebe, Tod und Religion versammeln. „The Poorest Waltz“, „Like A Perpetual Funeral“, „Hail Odysseus“ und „Abandoned As Christ“ lassen einen eigenartigen Hauch von Schwermut im Raum, der nachhaltig wirkt und auch nur schwerlich wieder abzieht.

Die Songs erzeugen eine urtümlich beklemmende Grundstimmung, die schmerzt und herausfordert, aber auch irgendwie in einen Rausch versetzt. Man spürt und genießt förmlich die aufwallende Verzweiflung, die gemischt mit opulenten Gitarren und feinen Melodien ein dichtes Netz webt.

„A Map Of All Our Failures“ ist ein ungewöhnliches Album, das definitiv fordert und tragische Geschichten erzählt, die nur My Dying Bride so tragisch und unheimlich ins Licht zu rücken vermag.

8/10

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Tiamat „The Scarred People“

tiamat_coWas lange währt, wird endlich gut! Tiamat erscheinen dieser Tage wieder auf der Bildfläche und verschönern uns mit ihrem wunderbar anmutigen Sound die langsam dunkler werdende Zeit. Herr Edlund hat sich mit „The Scarred People“ ganze 4 Jahre lang Zeit gelassen, was das herausragende Ergebnis aber auch auf ganzer Linie rechtfertigt.

Das ganze Album bietet eine Fülle von zerbrechlichen und eindringlichen Arrangements, die sich erst im zweiten- dritten Anlauf in Gänze darstellen, dann aber eine unglaublich poetische Macht entfalten, die mitreißt und Gänsehaut heraufbeschwört.

Ja, Tiamat haben ihre Liebe zu den kleinen Details nicht verloren und spielen weiterhin mit bezaubernd düsteren Melodien, die zart und dennoch donnernd brillieren. Das behäbige „Winter Dawn“ und das groovende „Thunder & Lightning“ sind nur 2 Beispiele für diese stimmungsvoll exzentrische Melancholie, die diese Band einfach ausmacht.

„The Scarred People“ verbreitet eine wahnsinnig intensive Atmosphäre, die Tiamat umgehend wieder in die A- Klasse Liga der dunklen Klänge katapultiert!

9/10

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Cradle Of Filth „The Manticore & Other Horrors“

Eine hübsche Gruselgeschichte gefällig? Na dann seid ihr mit „The Manticore & Other Horrors“ aufs Beste beraten. Cradle Of Filth, eine der berühmtesten und berüchtigtsten Bands der Musikwelt holt wieder zum Rundumschlag aus und lässt das mittlerweile zehnte Album auf die Menschheit los.

Den geneigten Konsumenten erwartet eine Sammlung von Monstergechichten, persönlicher Dämonen, Chimären, literarischer Unholde und Welt versklavender Wesen. Und das Ganze natürlich in der umwerfend charmanten und unverwechselbaren Art und Weise von Cradle Of Filth, die ihren Sound immer weiter vorantreiben, zunehmend bombastischer und symphonischer zu Werke gehen.

Die genialen Tempowechsel sorgen für einzigartige Spannung und garantieren eine abwechslungsreiche Reise, die einfach wunderbar groovt. Tracks a la „Manticore“, „Pallid Reflections“, „The Abhorrent“ und „Frost On Her Pillow“ wissen sich kunstvoll in Szene zu setzen und warten mit einer ganzen Reihe von Zutaten auf, die ungezähmt und energisch die Gemüter erhitzen.

Cradle Of Filth sind einfach wunderbar einzigartig, stecken voll Tatendrang und erzählen immer wieder neue, düstere Märchen, wie es nur Cradle Of Filth vermögen!

8,5/10

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