Hate Meditation „Scars“

Wer sich über die heißen Sommertage in seiner häuslichen Dunkelbude verstecken möchte, für den bieten eventuell Hate Meditation den perfekten Soundtrack. Mastermind Blake Judd greift voll auf den ursprünglichen, rohen Black Metal-Sound zurück und versucht Frost und Schrecken zu verbreiten, ohne sich auch nur einmal umzublicken, oder einen Schritt in Richtung Zukunft zu tun.

Sicherlich, Black Metal muss man mögen, oder eben einfach hinnehmen, aber dennoch gibt es auch in diesem Genre immer wieder Überraschungen und richtig gute Scheiben zu entdecken, die zudem immer wieder neue Anhänger mit sich ziehen.

Bei Hate Meditations Album „Scars“ stellt sich dieser Genussfaktor allerdings nicht ein, vielleicht können sich richtig finstere Schwarzwurzeln die Songs schönhören, alle anderen sollten wohl eher Abstand halten. Einfach nur völlig banale, langweilige Schrammel-Einöde, die nicht den Hauch von Inspiration versprüht! Dankeschön, der nächste bitte!

3/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Hate Meditation „Scars“

Anvil „Hope In Hell“

Die kanadischen Sympathieträger von Anvil konnten mit dem inspirierenden „Juggernaut Of Justice“ aus ihrem eigenen Schatten heraustreten und für einen waschechten Überraschungshit sorgen. Die neue Scheibe „Hope In Hell“ soll nun diese musikalischen Qualitäten erneut ins rechte Licht rücken und den Spagat zwischen damals und heute lückenfrei überbrücken, was den zu allem entschlossenen Mannen um Steve `Lips` Kudlow durchaus auch gelingt.

Anvil zeigen sich weiterhin höchst motiviert und begeistert, ohne auf das gewisse Augenzwinkern zu verzichten. Songs wie „Eat Your Words“, „Pay The Toll“, „Call Of Duty“ und „Badass Rock`n Roll” bereichern den Hörer mit klassischem Riffing und einem irgendwie puristischen Charme, der immer wieder aufhorchen lässt und tierisch Spaß macht. „Hope In Hell“ verweist erneut auf Anvils spielerische Freude, die unbändig und spitzbübisch daherkommt, ohne sich selbst die Treue zu versagen.

7/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Anvil „Hope In Hell“

Filter „The Sun Comes Out Tonight“

Mit „The Sun Comes Out Tonight“ steht nun endlich der heiß ersehnte „The Trouble With Angels“-Nachfolger in den Startlöchern! Und was soll man sagen, Filter haben weiterhin nichts an Authentizität und Energie eingebüßt und überrollen den Hörer geradezu mit großartig packenden Songs, die absolut erstklassig grooven und massiv anpacken.

Schon der Opener „We Hate It When You Get What You Want“ greift konsequent durch und vertritt Filters ganz eigene, persönliche Note, die ebenso genial wie brachial hervorbricht. Und auch “What Do You Say“ „Surprise“ und „This Finger`s For You“ versprühen diese typisch emotionale Reife, die sich dicht an dicht durch alle Tracks zieht.

Und ob nun wuchtig und reißerisch, oder ruhig und kraftvoll wie „It`s My Time“ und „It`s Just You“. Richard Patrick und seine Kollegen zeigen sich klischeefrei und fahren auf ganzer Linie hochwertige Strukturen, die allesamt intensiv und monströs atmosphärisch aus den Boxen dröhnen.

Und es gibt auch keinen Nostalgiefaktor zu spüren, denn der Sound donnert dermaßen ungebändigt und frisch, dass es eine wahre Freude ist. Auch wenn es auf dem Vorgängeralbum ein klein wenig überraschender zu Werke ging, kristallisiert sich „The Sun Comes Out Tonight“ als mächtig intensives Hörvergnügen heraus. Filter gehört definitiv die Zukunft!

9/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Filter „The Sun Comes Out Tonight“

A Pale Horse Named Death „Lay My Soul To Waste“

apalehorse2013_coKnapp zwei Jahre nach dem grandiosen Debütalbum „And Hell Will Follow Me“, stellen sich A Pale Horse Named Death weiter gegen den Strom und garantieren mit „Lay My Soul To Waste“ ein unerbittlich heftiges Stück Schwermut. Aber wen wundert’s, schließlich treten Sal Abruscato, Matt Brown, Johnny Kelly und Eddie Heedles ein schweres Erbe an und stampfen ganz in alter Type O Negative-Tradition durch ihre Songs.

Allein der Titel „Shallow Grave“ sollte jedem Düsterjunkie ganz schnell die Tränen in die Augen treiben, denn die schmachtenden Bässe erinnern ziemlich stark an die guten alten Tage, in denen die schwarze Nummer eins durch unsere Boxen fegte. Und auch „The Needle In You“, „In The Sleeping Death“ und „Killer By Night“ zentrieren sich stark auf eben diese hypnotisch anmutenden Sounds, die auch bei eingehender Betrachtungsweise immer wieder den Charme vergangener Tage verbreiten, ohne dabei den faden Beigeschmack einer schlichten Kopie zu erzeugen.

„Killer By Night“, „Dead Of Winter“ und „Cold Dark Mourning“ sind gespickt mit wuchtig schwingenden Melodien, die den Hörer fast erdrücken und dabei eine immens poetisch magnetische Anziehungskraft ausstrahlen.

A Pale Horse Named Death haben ihre eigene Sprache längst gefunden und geben mit „Lay My Soul To Waste“ ein starkes und souveränes Statement ab! Absolutes Pflichtprogramm!! Und nur mal so als Tipp, die Jungs sind auch live ein wahres Ereignis!

9/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für A Pale Horse Named Death „Lay My Soul To Waste“

Lacrimas Profundere „Antiadore“

Die deutschen Goth-Rocker Lacrimas Profundere haben endlich zu sich selbst gefunden und legen mit „Antiadore“ ein wahres Glanzstück vor, das von Anfang bis Ende zu begeistern weiß. Selbst ansonsten nicht ganz so düstere Gesellen dürften diesmal reichlich angetan sein und die bayerischen Jungs in einem gänzlich neuen, ja durchaus recht starkem Licht sehen.

Die Songs auf „Antiadore“ sprechen eine eigene, selbstsichere Sprache, die irgendwie den Weg unter die Haut findet und trotz dem ureigenen Düsterheimer-Sound eine unheimliche Weiterentwicklung aufzeigt. „My Release in Pain“ und der groovende Titeltrack „Antiadore“ greifen durch und verlieren sich nicht in aufgesetzter Melancholie. Ganz besonders gelungen erscheint das famos mitreißende „What I´m Not“, das den Gang zwar etwas zurückschraubt, aber atemberaubend klar daherkommt. Genau wie „All For Nothing“ und das treibende „Dead To Me“, bevor das deftige „Abandon“ noch mal heftig durchgreift.

Lacrimas Profundere geben mit „Antiadore“ ein starkes Statement ab, das den schmalen Grad zwischen Melodie und Härte grandios ausbalanciert und auch nicht allzu pathetisch ausschweift. Ein wirklich überraschendes Album, das rundum glücklich macht!

8/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Lacrimas Profundere „Antiadore“

Stone Sour „House Of Gold & Bones Part 2“

stonesourgoldpart2_coEin gutes halbes Jahr nach dem grandiosen „House Of Gold & Bones Part 1” findet die Story nun mit „House Of Gold & Bones Part 2” ihren Abschluss. Und wie sollte es auch anders sein, die Jungs von Stone Sour liefern gewohnt fantastische Alternativ-Kost und bereichern unsere verwöhnten Ohren weiterhin mit zeitlos anmutenden Songs.

Der Opener „Red City“ schleicht sich leise und melancholisch an, bevor er wahrhaft explodiert und überrascht aufhorchen lässt. Und auch „Black John“ und „Sadist“ greifen mächtig in die Vollen, bevor „Peckinpah“ und das treibende „Stalemate“ die typisch melodische Seite der Band in den Vordergrund stellen. Mit „Gravesend“ und „82-Stone Sour“ stehen dann wieder Komplexität und Anspannung im Raum, die durch „The Uncanny Valley“ aber locker wieder aufgehoben werden.

Stone Sour wissen die Ruhe zu bewahren und stellen alle Erwartungshaltungen in den Hintergrund, denn ihre spannende und energetische Linie lässt niemals kalt und schleicht sich immer wieder mitten ins Herz. „House Of Gold & Bones“ gehört definitiv komplett in jede vernünftige Sammlung!

8/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Stone Sour „House Of Gold & Bones Part 2“

Atrocity „Okkult“

atrocityokkult_coManchmal weiß man einfach nicht, ob man lachen oder weinen soll. Und eben dieser Zwiespalt beschäftigt mich beim klangvollen Namen Atrocity leider immer wieder aufs Neue. Die meist leidlichen Coverversuche der Schwaben haben mir oft die Tränen in die Augen getrieben und gesellten sich nach dem Hören stets aufs hinterste Abstellgleis, wo sie bis zum heutigen Tage verbleiben. Nun denn, lassen wir die vergangenen Taten beiseite und stellen uns mutig dem neuen Werk „Okkult“, das den Start in eine Trilogie bereiten darf.

„Pandaemonium“ und „Death By Metal“ starten überraschend heftig und lassen sich vermutlich auf die Wurzeln der Band zurückführen, wenn natürlich auch ein besonderes Augenmerk auf deftigen Bombast gelegt wurde, der aber wenig anmutig daherkommt. Erstaunlich gelungen hingegen zeigen sich „March Of The Undying“ und das klare „Haunted By Demons“, das kraftvoll und puristisch zu begeistern versteht. Und auch „Murder Blood Assassination“ und „Necromancy Divine“ können den angelegten Level halten und weisen einen gelungen Spannungsbogen auf, bevor „Satans Braut“ den Hörer leider wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt und zum Fremdschämen einlädt.

Zum Glück geht es danach aber wieder ein ganzes Stück bergauf und „When Empires Fall To Dust“, „Beyond Perpetual Ice“ und „La Voisine“ machen die Schmach ein wenig vergessen. Atrocity vereinen Bombast und Energie zu einem gelungenen Stück Musik, das brachial und authentisch mitreißt, aber dennoch hier und da zum Schmunzeln einlädt.

7/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Atrocity „Okkult“

Heartist „Nothing You Didn`t Deserve“

Frischer Wind aus dem Hause Roadrunner! Die kalifornischen Jungspunde von Heartist wollen der modern groovenden Metalfraktion neue Angriffsfläche bieten und stellen mit ihrer Debüt EP „Nothing You Didn`t Deserve“ ein waschechtes Brett in den Raum.

Sänger Bryce Beckley, Bassist Evan Ranallo, die Gitaristen Jonathan Gaytan und Tim Koch, sowie Schlagzeuger Matt Marquez überraschen mit einer packend neuen Mixtur des gewohnten Melodie und Härte Sounds, der von Kollegen wie Killswitch Engage oder auch 30 Seconds To Mars bereits seit Jahren erfolgreich ausgeübt wird.

Und eben genau diese großen Vorreiter lassen Heartist nicht einfach so an sich vorbeiziehen, sondern stellen sich eigenständig und offenherzig an eine ganz eigene Position, so dass es schwer zu glauben ist, dass die Jungs erst seit wenigen Jahren zusammen musizieren. „Nothing You Didn`t Deserve“ steckt voll musikalischem Können und echter Hingabe, macht unglaublich Spass und weckt die schlafenden Trendgeister. Lasst euch überraschen!

8/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Heartist „Nothing You Didn`t Deserve“

October Tide „Tunnel Of No Light „

Ein wenig Düstersound geht eigentlich immer, und erst recht wenn dieser aus schwedischem Hause auf uns zu rollt. October Tide verströmen auf „Tunnel Of no Light“ klassisch angehauchten Doom Metal, der aber modern und innovativ genug daherkommt um große Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Alexander Högbom (Vocals), Fredrik Norrman (Guitars), Emil Alstermark (Guitars), Mattias Norrman (Bass) und Robin Berh (Drums) verstehen sich der Katatonia Wurzeln zu bedienen und lassen all ihre überschüssige Kraft in ihren Sound einfließen, der eine unglaublich kraftvolle Emotionalität ausstrahlt und sich magnetisch durch die Arrangements schlängelt.

Ganz besonders angetan haben es mir „Emptiness Fullfilled“, das herausragend verspielte „Caught In Silence“ und das tonnenschwere „Watching The Drowners“, das sich besonders massiv und eindringlich in den Vordergrund stellt.

October Tide verpassen Melancholie und Weltschmerz einen intensiven und spannenden Neuanstrich, der sich nicht auf Kultstatus ausruht und immer wieder in seinen Bann ziehen kann. Absoluter Pflichtkauf!

9/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für October Tide „Tunnel Of No Light „

Serenity „War Of Ages“

Die österreichischen Serenity bescheren uns mit ihrem vierten Longplayer „War Of Ages“ nicht nur eine historisch vielfältige Reise, die sich Herrschaften wie Napoleon, Alexander dem Großen und Heinrich VIII widmet, sondern auch ein kraftvoll eingespieltes Symphonic Metal Ereignis, das auch auf lange Sicht beeindrucken kann.

Georg Neuhauser (Vocals), Thomas Buchberger (Guitars), Franz Josef Hauser (Keyboards), Andreas Schipflinger (Drums), Fabio DÀmore (Bass) und Clementine Delauney (Vocals) wissen durch greifenden Orchester Sound, treffende Gitarrenriffs und eine ordentliche Portion Dramatik auf ganzer Linie zu überzeugen.Songs wie „Wings Of Madness“, „Shining Oasis“ und das opulente „Age Of Glory“ weisen sich durch eine starke Intensität aus, die auch bei „The Matricide“, „Symphony For The Quiet“ und dem gefühlvollen „Royal Pain“ nicht nachlässt.

Serenity haben mit „War Of Ages“ ein geradezu majestätisches Album geschaffen, das den Balanceakt zwischen Bombast und Rock gekonnt in Einklang bringt und durch seine Ausgewogenheit überzeugt.

8,5/10

Veröffentlicht unter Rezensionen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Serenity „War Of Ages“