Dark New Day „New Tradition“

Mit „New Tradition“ trifft uns eine neue Welle des typisch amerikanischen Rocksounds, der zwar stets modern daherkommt, aber meist auch arg mit dem Wiedererkennungswert zu kämpfen hat.

Gegründet hat sich die Band im Jahr 2004 und das Line Up setzt sich aus Größen wie Will Hunt (Evanescence), Clint Lowery (Sevendust), Brett Hestla (Virgos Merlot), Troy McLawhorn (Evanescence) und Corey Lowery (Stereomud, Eye Empire) zusammen, was zwar auf Großtaten hoffen lässt, aber irgendwie nicht richtig zur Geltung kommt und im Großen und Ganzen das Eisen auch nicht mehr rechtzeitig aus dem Feuer zieht.

Nun denn, Dark New Day wissen gradlinig, melodiöse Rocksongs zu schneidern, die durch die Bank grooven und Spass machen, aber leider nicht im Ohr hängen bleiben und schnell wieder in Vergessenheit geraten. Das tut zwar nicht weh, macht aber auch nicht viel Sinn. Mit „New Tradition“ haben die Jungs leider den einfachen Weg eingeschlagen und sich ohne Umwege geradewegs ins Aus geschossen.

4/10

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Axel Rudi Pell „Circle Of The Oath“

Axel Rudi Pell ist einfach DIE deutsche Konstante in Sachen Rockmusik. Da gibt es kein Gemecker und Gezänke, da wird einfach zugelangt und abgeliefert.

Akustisch und optisch steckt „Circle Of The Oath“ natürlich im vertrauten Hemd, das klassisch sitzt und immer wieder durch kleine Details aufgewertet wird. Nach dem Intro „The Guillotine Suite“ steht mit „Ghost In The Black“ gleich der erste Kracher vor der Tür, der kraftvoll und eingängig die Bude stürmt. „Run With The Wind“ und das schmachtende „Before I Die“ stehen dem in nichts nach und lassen auch „Fortunes Of War“ und das großartige „Hold On To Your Dreams“ in hellem Licht erstrahlen.

Ob schnelle Rocker oder gefühlvolle Balladen, Axel Rudi Pell bleibt weiterhin authentisch, enorm stark und eben äußerst sympathisch. „Circle Of The Oath“ trägt Herrn Pells unverkennbare Handschrift und braucht sich bestimmt nicht zu verstecken.

8/10

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Shear „Breaking The Stillness“

Bei Shear handelt es sich um eine Melodic Metal Band aus Finnland, die auf weibliche Vocals setzt und sich auf ihrem Debütalbum „Breaking The Stillness“ voll und ganz der eingängigen, klaren Melodieführung widmet.

So weit, so gut! Aber was hier auf den ersten Blick so lapidar erscheint, entpuppt sich schnell zu einem echten Catcher und sorgt immer wieder für ein kurzweiliges Hörvergnügen. Alexa Leroux Stimme hebt sich komplett von der Gewohnheitskost ab und sorgt so für starke Momente, die sich einprägen und die eine ganz eigene Dynamik entwickeln.

Songs wie der Opener „The Awaking“ und das mitreißende „In Solitude“ werden von ihren rotzig anmutenden Vocals komplett getragen, bahnen sich leicht verspielt und kraftvoll ihren Weg. Mit „Breaking The Stillness“ ist Shear ein sich lohnendes Debütalbum gelungen, das Funken versprüht und auf Großes hoffen lässt!

8/10

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It Bites „Map Of The Past“

It Bites präsentieren uns mit “Map Of The Past” ein weiteres Werk aus der Reihe: Prog Rock für Fortgeschrittene. So, und nicht anders sollte man schon unterwegs sein, denn hier heißt es konzentrieren, einlassen und wirklich intensiv hören.

John Mitchell (Vocals/ Gitarre), John Beck (Keyboard), Lee Pomeroy (Bass) und Bob Dalton (Schlagzeug) verbreiten mit ihrer musikalischen Vielfalt einen gänzlich unvoreingenommenen Sound, der zum Nachdenken anreIt Bites präsentieren uns mit “Map Of The Past” ein weiteres Werk aus der Reihe: Prog Rock für Fortgeschrittene. So, und nicht anders sollte man schon unterwegs sein, denn hier heißt es konzentrieren, einlassen und wirklich intensiv hören.gt und ziemlich schwer einzuordnen ist, was irgendwie eindrucksvoll und erfreulich wirkt.

Die vielen kleinen Details lassen „Man Of The Photograph“, „Clocks“, „Cartoon Graveyard“ und „The Last Escape“ erstrahlen, machen sie sehr speziell und legen sie niemals fest. „Map Of The Past“ ist sicherlich kein leichtes Unterfangen, macht dennoch Spass und spiegelt progressiven Rock in all seinen warmen und liebevollen Facetten wider.

8/10

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Kissin`Dynamite

Mit einem Zwinkern im Auge widmen wir uns den schwäbischen Kissin` Dynamite, die mit „Money, Sex & Power“ bereits ihr drittes Machwerk unter die Menschheit bringen.

Hannes Braun (Gesang), Ande Braun (Gitarre), Jim Müller (Gitarre), Steffen Haile (Bass) und Andreas Schnitzer (Schlagzeug) sind voll und ganz dem Sleaze Metal verfallen, geben sich gefährlich, aufregend und sind natürlich auch optisch ein echter Hingucker.

Und auch der Sound lässt keine Wünsche offen, die Jungs klingen fast wie alte Hasen und bringen nicht nur das Make Up auf Hochglanz. Die Songs sind allesamt klassische Fußwipper, machen allem voran Spass und bieten explosives Entertainment.

Kissin` Dynamite setzen auf leichtfüßige Unterhaltung, die ankommt und authentisch klingt, wobei man in diesem Genre sicherlich schon flotteres geboten bekommen hat. Immerhin, die Jungs sind konsequent.

6/10

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Black Space Riders „Light Is The New Black“

Die Black Space Riders legen mit „Light Is The New Black“ ihren zweiten Longplayer vor, der mit einer Mischung aus Doom, Stoner, Space und Progressive Rock für reichlich Abwechslung und Spannung sorgt.

Die Münsteraner Jungs legen großen Wert auf schwere, hypnotische Melodien, die eine komplett dichte Atmosphäre schaffen und stets geschmackvoll angerichtet sind. Es gibt knappe 3 Minuten Brecher, langsam aufbauende Epen, die die acht Minuten Grenze sprengen und völlig abgedrehte Sounds, die komplex und ehrlich gesagt zeitweise reichlich verwirrend daherkommen. Einen echten Anspieltipp möchte ich eigentlich auch nicht aussprechen, denn irgendwie muss das Album im Ganzen wirken und sollte nicht auseinandergewerkelt werden.

„Light Is The New Black“ erstreckt sich über Grenzen hinaus und besticht durch Wärme, Lebendigkeit und wunderbaren Vintage Groove, der zeitweilig fordert und sich nicht sofort einschmeichelt. Die Black Space Riders geben sich kühn und bescheren einen deftigen Trip, der sich definitiv lohnt. Ohren auf!

8/10

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Angel With „As Above, So Below“

Angel Witch haben trotz etlichen Auflösungen und Umbesetzungen einen felsenfesten Kultstatus erreicht, der Kevin Heybourne (Vocals/ Lead Guitar), Andrew Prestidge (Drums) und Will Palmer (Bass) zwar einen immensen Bekanntheitsgrad sichert, aber dennoch auch einen hohen Erwartungsdruck ausübt.

Die Nostalgiker unter uns werden „As Above, So Belong“ sicherlich freudestrahlend in die Arme schließen, während Neulinge sich doch erstmal Zugang erarbeiten müssen. Der Grundgedanke steckt nämlich immer noch in den 80er Jahren fest und lässt sich auch so schnell nicht wegspülen, denn die Scheibe versprüht den typisch erdigen Vintage Spirit mit unglaublichem Charme und fast schon apokalyptischer Weisung.

Sei es nun das schwer getragene „Into The Dark“, das epische „The Horla“, das groovende „Gebura“ oder das träge abschließende „Brainwashed“, Angel Witch geben sich ganz ihrer Passion hin und können allen Erwartungen gerecht werden, auch wenn „As Above, So Below“ vielleicht nicht unbedingt als Meilenstein in die Geschichte eingehen wird. Den Spannungsbogen können die Jungs jedenfalls halten!

7/10

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Orange Goblin „A Eulogy For The Damned“

Der orange Goblin schlägt wieder zu und verbreitet bereits zum 7.ten Mal seine majestätisch anmutenden Soundmonster. Und das, ohne auch nur ansatzweise an Energie oder Griffigkeit einzubüßen, denn auch auf „A Eulogy For The Damned“ setzt das Quartett auf ihren rotzig krachenden Groove, der stets die klassische Linie hält, aber dennoch nie den frischen Wind vermissen lässt.

Schon der Opener „Red Tide Rising“ geht mächtig in die Vollen, bevor es mit „Stand For Something“ so richtig schmutzig wird. Ja, hier wird das Handwerk verstanden, und so stehen auch „Save Me From Myself“, „Death Of Aquarius“, „Bishops Wolf“ und der Titeltrack „A Eulogy For The Damned“ wie Felsen in der Brandung.

Orange Goblin gehen immer weiter gerade heraus, völlig ungekünstelt und unkompliziert, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Jeder Song bricht aus seiner eigenen Härte heraus, gibt sich erdig und brachial, trotz einiger schmeichelnder Melodieführungen. „A Eulogy For The Damned“ überzeugt mit Charme und Stil. Eben ein waschechter Charakterkopf!

8/10

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Kiros „Lay Your Weapons Down“

Die kanadischen Neuzugänge Kiros legen mit “Lay Your Weapons Down” einen nachhaltig beeindruckenden Silberling vor und stecken den langweiligen amerikanischen Pop Rock ganz locker in ihre Hosentaschen.

Die vier Jungs strotzen nur so vor Energie, machen sich ihren Sound ganz zu Eigen und überzeugen durch lässigen Tiefgang, der aufhorchen lässt und den Hörer gänzlich zu fesseln vermag. Alle zehn Tracks bewegen sich auf konstant hohem Niveau und machen auch nach dem 10ten Durchlauf immer noch Spass.

Sei es der flotte Opener „Broken State“, das einprägsame „One Thing“ oder das freche „God Intentions, Bad Direction“, hier hat Langeweile keine Chance. Und auch die ruhigen Töne von „Something Beautiful“ wissen zu berühren.

Kiros bieten auf „Lay Your Weapons Down“ einen modernen und wohltuenden Weg an, der von echtem Talent zeugt und der guten Radio Rock Musik frischen Wind einhaucht. Ein echter Geheimtipp!

8/10

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God Seed „Live At Wacken“

Die ehemaligen Gorgoroth Mitglieder Gaahl und King stellen sich mit ihrer Band God Seed weiterhin den Anforderungen des Schwarzmetals und zelebrieren ihre `Kunst` mit völliger Hingabe.

Indie Recordings veröffentlichen nun mit „Live At Wacken“ ein kleines verspätetes Geschenk für alle Black Metaller und lassen den Wacken Auftritt aus dem Jahre 2008 (damals noch Gorgoroth), in Form von CD und DVD, nochmals Revue passieren.

Ob man sich dieses Ereignis allerdings nochmals zu Gemüte ziehen möchte sei dahingestellt, denn die Inszenierung war alles andere als angenehm anzuschauen. Aufgespießte Schafsköpfe, reichlich Blut und gekreuzte Nackedeis sorgten damals für Trubel und ließen so manch Anwesenden ungläubig den Kopf schütteln. Aber das nennt man wohl bewusste Provokation, die im Black Metal ja sozusagen Tagesgeschäft darstellt.

Die Black Mass Show 2008 hat sich jedenfalls in den Köpfen festgebrannt und findet sicherlich auch heutzutage ihre finsteren Freunde. God Seed zeigen Black Metal so schwarz und drastisch wie man es sich vorstellt, kontrovers und ohne Kompromisse. Also dann, wer`s mag!?

8/10

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