|
 Während unseres Aufenthaltes in Tampere, Finnland, traf sich der Metalminder auf dem Sauna Open Air mit zwei äußerst reizenden jungen Herren, die in einer sehr viel versprechenden Band namens Poisonblack ihre Trommel- beziehungsweise Keyboardkünste zum Besten geben.
In einem gemütlichen Sit-in direkt am See, auf dem grünsten Grase dieses Festivals und umgeben von reichlich Musikerkollegen und gespannten Ohren plauschte man über die Vergangenheit, die Zukunft und allem wichtigen „in-between“! METALMINDER: Als Ihr mit der Musik angefangen habt, hättet Ihr da gedacht, heute immer noch Teil einer Band zu sein? Tarmo: Ich denke, ich habe es zumindest immer gehofft. In einer Band zu spielen und vielleicht auch außerhalb Finnlands erfolgreich zu sein. Für mich ist es wirklich so, als ob mein Traum in Erfüllung gegangen wäre. Ich hatte da nie einen genauen Plan, wie beispielsweise die nächsten 5 Jahre verlaufen sollten, aber ich hatte immer die Hoffnung, dass es positiv verläuft. Marco: Seit ich ein Teenager war, habe ich gewusst, dass ich Musiker sein werde und in Bands spielen werde. Die Musik war bei mir schon immer sehr präsent, also war mir das schon sehr früh klar! METALMINDER: Glaubt Ihr an Gott und / oder den Teufel? Marco: Schwierige Frage. Ich finde in keiner Religion etwas Gutes für mich selbst. Nichts, mit dem ich einig wäre. In diesem Sinne bin ich dann vielleicht ein Atheist. Tarmo: Ich denke, so etwas wie höhere Macht könnte es schon geben… Aber ich stimme Marco da eindeutig zu. Ich denke und glaube vielleicht an so etwas wie das Leben nach dem Tod – zumindest hoffe ich, dass es so etwas gibt. Ansonsten wäre es ziemlich deprimierend zu wissen, dass alles vorbei ist, wenn man stirbt, also glaube ich daran. Was ich nicht wirklich glaube, ist das was uns die Kirche weiß machen will. METALMINDER: Was war der vorläufige Höhepunkt in Eurer Karriere? Tarmo: Ich denke das die richtigen Höhepunkte noch kommen werden. Es gab sicherlich bisher einige tolle Momente, aber da gibt es noch einige Schritte, die wir machen können. Marco: Es gibt viele Höhepunkte auf verschiedene Arten wie zum Beispiel ein Album machen, Touren, das sind auch Höhepunkte… Aber ich hoffe auch, dass es noch mehr und mehr geben wird in der Zukunft. Tarmo: Es geht immer Schritt für Schritt. Zum Beispiel war unser letztes Album sehr zufrieden stellend und die Tour mit Lacuna Coil war großartig, aber natürlich schauen wir immer weiter. Ein nächstes Album rausbringen und sehen, was dann passiert. Ich kann also keinen genauen Punkt benennen. METALMINDER: Und der Tiefpunkt? Tarmo: Ich denke, dass fast das gesamte Jahr 2005 der bisherige Tiefpunkt für uns war. Alles war ziemlich unsicher, geht es nun weiter mit Poisonblack oder nicht, da haben wir insgesamt nicht so viel auf die Reihe bekommen. Ville war zu der Zeit auch ziemlich mit Sentenced beschäftigt, „Funeral Album“ und so… Es war ein wirklich verschwendetes Jahr für uns, also ganz klar ein Tiefpunkt. METALMINDER: Gibt es ein bestimmtes Kunstwerk, das für Euch wichtig ist, Euch inspiriert? Tarmo: Kein spezifisches / bestimmtes Kunstwerk. Aber es ist immer sehr inspirierend und großartig zugleich, schöne Gebäude oder Gemälde zu sehen. Als wir zum Beispiel mal in Köln gespielt haben, haben wir uns den Kölner Dom angesehen, das war wirklich sehr beeindruckend. All die vielen kleinen Details, ich weiß nicht genau, wie lange man damals daran gearbeitet hat, aber es muss verdammt lange gewesen sein. Das hat mir irgendwie gezeigt, das viele Jahre harte Arbeit in einem Projekt stecken, bis es vollendet und ausgereift ist, das könnte man quasi auch auf den Prozess einer Band übertragen. Marco: Das mit der Kunst kommt immer wieder auf deine derzeitige Stimmung und Verfassung an. Da gibt es nichts Bestimmtes. Ein gutes Gefühl und Energie kann von überall herkommen. METALMINDER: Was war das letzte Album, das Ihr Euch gekauft habt? Marco: Hmm… Also ich bediene mich da meistens anderweitig am Musikmarkt, also kann ich dazu nicht direkt etwas sagen. (grins) Aber ich denke, es war wohl Dream Theater´s oder Rhapsody´s letztes Album. Tarmo: Bei mir war es Ozzy Osbourne´s letztes Album, aber ich hatte nicht so wirklich viel Zeit es richtig zu hören. Ich habe es vielleicht zwei Mal ganz durchgehört, weil ich ständig andere Sachen zu tun hatte. METALMINDER: Glaubt Ihr an so etwas wie Seelenverwandtschaft? Marco: An so etwas würde ich gerne glauben. Ich bin zwar nicht ganz sicher, aber so etwas fände ich schon ziemlich schön. Tarmo: Ja, das ist ein wirklich netter Gedanke, aber ich weiß auch nicht so genau, ob das in der Realität existiert, keine Ahnung. Bisher hatte ich nie so ein Gefühl. METALMINDER: Auf welchen Poisonblack Song seid Ihr am meisten stolz? Tarmo: Ich kann das immer nicht so genau auf einzelne Songs beschränken, ich betrachte da eher ein ganzes Album. Aber wenn du mich nach meinen Favoriten fragst, würde ich sagen, dass zum Beispiel „Soul In Flames“ immer toll Live zu spielen ist. Für mich ist es immer wichtig, wie sich die Songs Live anfühlen und da ist dieser Titel einfach immer großartig. Marco: Mein persönlicher Favorit ist „The Kiss Of Death“ vom ersten Poisonblack Album. Nach meinem Geschmack ist das wohl der beste Song, den wir bisher gemacht haben. METALMINDER: Wer würde die Rolle in einem Film über Euer Leben spielen? Marco: Natürlich so ein gut aussehender Typ wie Brad Pitt oder so… (grins) Tarmo: Du siehst aber gar nicht aus wie Brad Pitt!! … Ziemlich schwer…. Vielleicht sagst Du besser, wer da passen könnte?! Marco: Oh man, das ist aber hart! … Vielleicht dieses schwedische Model, Marcus Schenkenberg? … Ich habe gehört, dass er im neuen Terminator 4 Film mitspielt… METALMINDER: Was ist das verrückteste, das Ihr jemals getan habt, und warum habt Ihr es gemacht? Marco: Das ist schwierig, da gibt es verdammt viele Dinge… Die meisten Sachen sind auch zu unanständig, die kann ich hier leider nicht erzählen… Die meisten verrückten Dinge sind Perversitäten! Tarmo: Vielleicht die simple Story, als ich mit 17 die Schule geschmissen habe. Das war wirklich dämlich, aber ich habe es ja irgendwie überlebt, also ist das heute nicht mehr so tragisch, aber es war echt dumm! METALMINDER: Wurdet Ihr schon mal verhaftet? Marco: Nein, noch nicht… Tarmo: Nein, ich auch nicht! Marco: Wir sind die netten Jungs in der Poisonblack Crew, wenn du verstehst… (grins) METALMINDER: Welche Alben würdet Ihr auf eine einsame Insel mitnehmen wollen? Marco: Drem Theater´s – „Images And Words“ „Scenes From A Memory” und Rhapsody´s – “Symphony Of Enchanted Lands” Die 3 würde ich mitnehmen wollen! Tarmo: Also ich bin da mehr für die guten alten Sachen. Wenn ich 5 mitnehmen könnte, dann wären das wohl Iron Maiden – „Piece Of Mind“ Queensryche “Operation: Mindcrime” Deep Purple – “Perfect Strangers” Metallica – “Master Of Puppets” und Led Zeppelin – “Remasters” METALMINDER: Wer ist die beste Band, mit der Ihr je gespielt habt und die nettesten Typen für eine gemeinsame Tour? Marco: So viele Bands gibt es da gar nicht, mit denen wir bisher getourt sind, aber Lacuna Coil waren immer super... Tarmo: Ja, Lacuna Coil sind schon eine super Band, echt freundliche Leute… Moonspell waren aber auch total klasse… Marco: Wir haben ne ganze Menge mit Amorphis gespielt, das war auch toll, nette Typen. Tarmo: Bisher haben wir noch keine schlechten Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Bands gehabt, die waren alle ziemlich nett. Marco: Genau, und so lange keiner unsere Getränke leer macht, ist sowieso alles gut! METALMINDER: Könnt Ihr mir drei Dinge nennen, die Ihr an Europa schätzt? Marco: Puuuh…. Zu allererst der Frieden! Tarmo: Das ist schwer, da ich noch nicht so viel außerhalb Europas gewesen bin… Marco: Na ja, aber so generell kann man ja schon sagen, das viele Grundsteine für die Musik in Europa gelegt wurden. Aufgrund dieser vielen klassischen Komponisten ist heute das alles möglich, was wir so tun. Und die Wurzeln davon liegen hier in Europa! Tarmo: Die Menschen sind in Europa auch einfach sehr bedacht und vernünftig. Das sind Sachen, die zum Beispiel in Amerika oder im mittleren Osten fehlen. Da geht es mehr um Emotionen, die die Entscheidungen und das Handeln bestimmen. Hier denken die Menschen erst nach, bevor sie vielleicht etwas grundlegend Wichtiges oder Politisches tun, und das gefällt mir. Marco: Also sagen wir: Frieden – Musik und die Menschen! METALMINDER: Was sind Eure gegenwärtigen Pläne? Marco: Ein nächstes „Kick Ass“ –Album mit Poisonblack in die Läden bringen! Tarmo: Wir gehen im September ins Studio. Es steht noch kein genaues VÖ Datum fest, aber es wird sicher so Anfang nächsten Jahres erscheinen. METALMINDER: Was werdet Ihr direkt nach Beantwortung dieser Fragen tun? Tarmo: Bier!!! Marco: Yeah! „It´s all about the beer now!!“ Tarmo: Ich freue mich wirklich darauf, Heaven And Hell Live zu sehen. Das ist möglicherweise die einzige Chance, diese Jungs gemeinsam auf einer Bühne zu sehen, das ist für mich eine ziemlich große Sache. Ich bin ein großer Fan von Black Sabbath und natürlich von Dio, also freue ich mich sehr! Na dann.... Vielen Dank für die nette Zeit und ab zur Bühne - rocken bis der Arzt kommt! ....und nich das Bier vergessen!!! MW |