Eine frisch gewaschene Packung Wohlfühlmusik genoss der Hamburger Metalanhänger an diesem Mittwochabend im ortsansässigen MarX! Die Miniaturausgabe des großen Veranstaltungsraumes der Markthalle stand zwar nicht gerade kurz vorm Zerbersten, jedoch kamen mit Drone, Amoral und anschließend dann Norther ordentliche Funken zum Fliegen. Die ersten Überflieger des Abends hören hoffentlich auch noch weiterhin auf den Namen Drone und sind dem ein oder anderen besonders durch ihre Wacken Bekanntschaft, sprich dem Wacken Metal Battle Gewinn von 2006 bekannt. Energisch und straight ging diese Band auf die Bühne und entpuppte sich mit Frontröhre Mutz als gekonnter Anheizer. Musikalisch ausgewogene Härte trifft Eingängigkeit und Schmackes vervollständigte den Support Act Status und diese Thrash Darbietung wandelt zukünftig sicher auch auf rechten Wegen. Da geht auf jeden Fall noch mehr, das aktuelle Album „Head-On Collision“ ein Kauftipp, diese norddeutsche Formation sollte im Auge behalten werden, definitiv. Einen weiteren Schritt Richtung Norden ging es dann mit Amoral, die ebenso wie ihre Kollegen von Norther auch aus den berühmt berüchtigten finnischen Gefilden stammen. Nach dem reichlich angespornten und aufgeladenen Publikum, hatten es die Finnen jedoch irgendwie etwas schwerer, nach der Drone Dröhnung das Gleichgewicht und die musikalisch umgesetzte Messlatte zu halten.
Zu Beginn schon deutlich über die Zielgerade geschossen, kam dieser Auftritt ein wenig zu schroff und hektisch rüber, ein paar Aufs und Abs hätten hier vermutlich für einen kleinen Ausgleich gesorgt. Die Fangemeinde teilte sich hier also in zwei Sparten, die einen auf Norther wartend brav die Stellung haltend und die anderen mal eben schnell nen Käffchen schlürfen, denn für Petri (ähm, Pete natürlich!) und Co. wollte man ja fit und aufmerksam bleiben. Schade, da konnte auch die gefühlte unendliche Spielzeit die Amoral Jungs nicht mehr aufs Treppchen bringen. Bronzemedaille an diesem Abend jedoch sicher! Nach den Studioaufnahmen für ein Anfang 2008 erscheinendes Album positiv aufgeladen, gaben sich nun endlich die jungen Herren von Norther die Ehre, die kleine MarX Bühne zu betreten. Gierig erwartet, wurde gleich zu Beginn das Feuer eröffnet und losgeschmettert, das Publikum konnte sich der angestauten Feierstimmung endlich wieder entledigen. Energie vom Feinsten ergoss sich über die Menge und mit Sänger Petri hat diese Band einen wirklich erprobten, würdigen Frontmann.
Die erste Reihe auf der Bühne zu seiner Rechten durch Bassist Jukka und zur Linken durch Gitarrist und Zweitstimme Kristian vervollständigt, konfrontierten sie die pogende Hamburger Meute mit Input deluxe! Für MarX Verhältnisse ein auffallend guter und klarer Sound, der sonst eher übliche Geräuschbrei war an diesem Abend glücklicherweise abhanden gekommen, ging diese Show sogar ohne Ohrenstöpsel klar. Welch ein Glück, diese Kombination aus feschen Thrash Grundlagen, verfeinert durch stets vorhandene, eindringliche Melodien des Gesangsduos Lindroos / Ranta und Flitzefinger ähnlichen Gitarrensoli wäre in abge- dämpfter Qualität für mich nicht denkbar gewesen.
Mit der 2007er EP „No Way Back“ bieten die Finnen eine erweiterte Basis um Kracher wie „Frozen Angel“, „Death Unlimited“, „Of Darkness & Light“, „Omen“ oder aber „Norther“ zum Besten zu geben! Gelungen und sehr persönlich daherkommend auch die zwischenzeitlichen Ansagen von Petri. Und dabei ganz egal, ob er aus dem Moshpit fordernde Bierbestellungen leider mangels Vorhandenseins ablehnen muss, die nächsten Songs ankündigt oder gen Ende zu vermitteln versucht, wie viele Titel es noch zu erwarten gilt, mit dem jeweiligen zwinkernden Auge wirkt die ganze Sache persönlich und rundum sympathisch! Hurra Hurra! MW |