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WACKEN 2007
Freitag, 14. September 2007

ImageDie größte Runde W:O:A ging dieses Jahr vom 2. - 4. August mit 60.000 zahlenden Besuchern und weit mehr als 60 Bands übers Land. Das 18te Wacken für die Menschheit, das achte Wacken für die Autorinnen und das erste Mal für den Metalminder, wird auch noch für lange Zeit in Erinnerung bleiben. Das Line-Up wie jedes Jahr wieder gigantisch, das Verhältnis zwischen Eintrittspreis und Leistung elegant gut ausbalanciert, gibt es nach wie vor nichts Vergleichbares auf dem Erdball vorzufinden. Mit vorhergegangenem enormem Aufwand, wurden Punkte wie Geländebearbeitung, Beseitigung / Ausbesserung des naturkatastrophalen bitteren Beigeschmacks sowie weitere organisatorische Dinge gut gemeistert und die Tore konnten geöffnet werden.

 

DONNERSTAG

Sodom

ImageSodom stehen für erstklassigen Thrash Metal der Superlative. Die Combo aus dem Ruhrpott feiert nächstes Jahr 25 jähriges Bestehen, wenn das mal kein Grund zum feiern ist. Losgeknüppelt wurde mit „Blood On Your Lips“ am Donnerstagabend auf der Black Stage.  Weitere Klassiker wie „Blasphemer“, „Wachturm“ und „Sodomy And Lust“ folgten auf dem Fuße. Untermalt wurde der Auftritt von zahlreichen illustren Gästen, es waren fast alle Ex –Sodom Mitglieder vertreten, zum Beispiel Gitarrist Grave Violator, Andy Brings und Drummer Atomic Steiff, was für die Fans eine sichtliche Bereicherung darstellte, da es haufenweise bangende Häupter zu bewundern gab.

Mit „Ausgebombt“, „The Saw Is The Law“ und “Outbreak Of Evil” neigte sich die fast zweistündige Thrash Attacke dem Ende. Als krönendes Schmankerl gab es dann noch den „Bombenhagel“ auf die Wiese, und eine ausgepowerte Fanschar schwebte glückselig von dannen. Hier wurde definitiv klargestellt das Sodom noch längst nicht auf die Ersatzbank gehören.

 

Mambo Kurt

ImageVor gar nicht allzu langer Zeit war das Metal Volk einzig und allein der harten Klänge wegen auf das Wacken Open Air gepilgert. Bis plötzlich ein Herr namens Mambo Kurt die Heerscharen um sich sammelte, und zu begeistern verstand. Mittlerweile ist Mambo nicht mehr wegzudenken. Mit seinen durchaus eigenwilligen Interpretationen gehört er fest zum Bestandteil eines jeden Wacken Open Airs. Da gab es gnadenlos sämtliche Schlager, Pop und Rock Klassiker im Heimorgelgewand auf die Metall verwöhnten Lauscher.  Längst vergessene Hits wie „I Just Call To Say I Love You“ von Stevie Wonder, “Sunshine Reggae” oder “Jump” vom Van Halen wurden frenetisch abgefeiert. Von der Polonaise bis zum Moshpit war alles geboten. Und wenn Mambo dann auch noch Iron Maiden, ACDC und Slayer zum Besten gab, steppte wahrhaftig der Teufel. Die Heimorgel hat durch Mambo Kurt ein feines Comeback hingelegt, und wird bestimmt auch im nächsten Jahr für ausgelassene Stimmung sorgen. Ob dann auch mit Paartanz, sei allerdings dahingestellt.

 

Saxon 

ImageNach den schon erwähnten Wacken Kultis Mambo & Sodom nun ein weiterer Streich Festival Tradition. Die Briten von Saxon gewohnt routiniert auf den Bühnen dieses Dorfes, jedes Mal eine spannend und fordernd erwartete Attraktion, feuerten Power und Hits vom Podest. Auch wenn die Stimmung im Allgemeinen schon einen Funken erschöpft schien, konnten Saxon das Publikum trotzdem auf ihre Seite ziehen und mit „Heavy Metal Thunder“, „To Hell And Back Again“, „If I Was You“ oder dem durch Freund Tobias Sammet bereicherten Titel „747 (Strangers In The Night)“ durchaus erneut überzeugen. Solch erprobte Alteisen kann einfach nichts erschüttern.

 

FREITAG

Neuer Tag, neues Glück! Fast schon irritiert über das unerwartet gute Wetter, für Metalminder Begriffe das Beste seit 2000. Nicht zu heiß, dennoch angenehm warm, Sonnenschein und ein leichtes Lüftchen. Was braucht ein Metalfan mehr? Früh aus den Federn erwacht und sofort bereit für Abenteuer, läutete die Stunde des Metal ein zweites Mal zum Tanz.

 

Napalm Death

Da es vor der True Metal Stage zu einem kleinen Strohfeuer kam, wurde die Show der englischen Grindcore  Legende um ca. zwanzig Minuten vorverlegt. Nichts desto trotz versammelten sich haufenweise Fans vor der Black Stage um einen musikalischen Rundumschlag zu erleben. Das Set beinhaltete sämtliche Klassiker, angefangen mit „Sink Fast Let Go“ von ihrem derzeitigen Output „Smear Campaign“ bis hin zum Kultsong schlechthin „Nazi Punks Fuck Off“. Sänger Barney brüllte sich die Seele aus dem Leib und nutzte zudem die Zeit zwischen den Songs, um seiner politisch glasklaren Stellung Nachdruck zu verleihen.

Mit konsequent linkspolitischer Haltung und gegen jede Art christlicher Moralisierung bekundeten Napalm Death lautstark ihre Einstellung. Ein ziemlich harter Brocken für die doch noch recht frühe Uhrzeit. Dennoch gab es reichlich moshende Häupter vor der Stage zu bewundern. Napalm Death zeigten mit Power und astreinen Riffs, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und lieferten eine energische Show ab.

 

Amorphis

ImageAufgrund der Verschiebungen im Spielplan, hatten Amorphis dann eine gute Stunde später als geplant endlich ihre 45 Minuten zugeteilt bekommen. Viele Fans waren schon zeitig anwesend, denn man weiß ja nie so genau, ob das ganze Rumgeschiebe auch tatsächlich hinhaut. Vorsicht ist besser als Nachsicht und es wurde pünktlich um 13.10 Uhr finnisch gerockt. Die Dreadlocks wurden geschüttelt und flogen nur so über die Bühne, die Gitarren zum Dröhnen und Summen gebracht, die Stimmung war super.

Einzig der böige Wind sorgte für akustische Soundausstoßungen und Lautstärkeabstufungen. Hier und da schon ein wenig ärgerlich, aber die Finnen selbst boten atemberaubende Minuten voller Spielfreude und Kraft. Die Setlist beinhaltete unter anderem „House Of Sleep“, „Black Winter Day“, „Alone“ und „The Smoke“. Letzterer zu diesem Zeitpunkt besonders passend, konnten sich die Finnen wieder einmal erfolgreich auf die Schultern klopfen lassen, ihre Darbietung feinsten eigenständigen Death Metals in der bisherigen Running Order ein zielsicherer Treffer. Beim nächsten Auftritt würde ich mir eine dunklere Stunde wünschen und auch die Strohfeuerspielchen könnten nächstes Mal entfallen.

 

Therion

ImageAuch die Schweden und Opern Metaller von Therion durften gute 40 Minuten zeitversetzt den Startschuss in die Lüfte abgeben. Mit jedem Album scheinen sich die Virtuosen selbst zu übertreffen, die Messlatte für Live Auftritte und deren Umsetzung liegt daher wohl besonders hoch. Leicht fragwürdig, ob die gute Mittagszeit von 14.30 Uhr die optimale Position für so schwerfällige, komplexe Strukturen ist, empfand ich die hier abgelieferte Show akustisch wie auch optisch ganz ehrlich nicht sonderlich berauschend.

Zwar gab es keinen Mangel an Hits nach dem inzwischen so geübten Schema wie etwa „To Mega Therion“. Aber das war so gar nicht meine Sache diesmal. Da lobe ich mir dann doch kleine, schwitzige Club Gigs, die einem den Sound nur so durch die Ohren fegen.



 
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